Redakteur

Maren Mischke

…lebt und arbeitet im schönen Düsseldorf am Rhein.

Infos & Kontakt

Alle Beiträge

E-Mail senden

Website besuchen

ICQ

Quelle: „Der Teufel liest Prada – Wie sich ein Filmplakat auf die Gestaltung von Buchcovers auswirken kann“, www.plakateur.com

Ich lese schon seit längerem den Blog „Der Plakateur“, in dem man interessante Anmerkungen rund um Filmplakate findet.

Heute hat der Artikel „Der Teufel liest Prada – Wie sich ein Filmplakat auf die Gestaltung von Buchcovers auswirken kann“ meine besondere Aufmerksamkeit geweckt.

Normalerweise ist es so: Ein Buch erscheint und hat ein entsprechendes Cover. Dann kommt der Film dazu und meistens wird das Layout dann dahingehend geändert, das es einen Störer mit „Das Buch zum Film“ erhält und gegebenenfalls der Titel des Filmes erwähnt wird. Manchmal ändert sich auch der Titel. Dass ein Filmplakat aber derartige Auswirkungen auf die Folgeromane der Autorin hat, ist mir so bisher noch nicht untergekommen.

Die Buchtitel sind spitze und auch die Idee mit der Sammelbox als Schuhkarton finde ich ganz toll, aber dennoch will mir das nicht so recht zusagen. Die anderen Romane sind alle keine Fortsetzung von „Der Teufel trägt Prada“ oder greift einige der Figuren auf (Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, ich habe noch nicht alle gelesen!). Dass man auf den Sensationserfolg der wirklich wunderbare Autorin verweist, finde ich völlig in Ordnung. Candace Bushnell wird auch immer den Stempel von „Sex and the City“ tragen und das kann man auch niemandem verübeln, dass man damit die Verkaufszahlen ankurbeln möchte.

Aber trotzdem habe ich damit meine Schwierigkeiten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich „Der Teufel trägt Prada“ kurz vor der Verfilmung gelesen und es geliebt habe. Als der Film herauskam, war ich jedoch völlig enttäuscht. Mir ist durchaus bewusst, dass bei allen filmischen Umsetzungen Handlungsstränge gekürzt werden und dadurch ganz andere Schwerpunkte entstehen. Aber Film und Buch haben meiner Meinung nicht viel gemeinsam.

Ich mag den Film für sich sehr, wirklich. Das Buch hat jedoch eine ganz andere Botschaft. Allein das Ende ist so anders, dass ich zum Ende des Film fassungslos war. Im Buch wirft Andy das Geschäftshandy in einen Brunnen und heuert bei einer Zeitung an, die gut zu ihr passt. Im Film haben sie sich alle plötzlich lieb und alles ist gar nicht so schlimm.

Wer das Buch zum Film lesen will, wird vermutlich überrascht sein, wie anders es ist. Der Roman ist sehr bissig geschrieben und eine Tragikkomödie. Mir ist das Lachen oft im Hals stecken geblieben. Die Hauptfigur leidet (und ich litt mit ihr), muss sich durch schwere Zeiten kämpfen, verliert ihre Beziehung und fast hre Freunde durch einen extrem fordernden Job. Sie sieht, wie ihre beste Freundin in die Alkoholsucht entgleitet und kann ihr nicht helfen, weil sie zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist. Die Freundin hat schließlich einen Autounfall unter Alkoholeinfluss, weswegen Andy die Augen geöffnet werden und sie den Job einen Job sein lässt und kündigt.

Harter Tobak? Ja. Erkennt einer den Film wieder? Nein. Finde ich das deswegen angemessen, dass die anderen hervorragenden Romane von Lauren Weisberger mit einer Weiterentwicklung des Filmplakats beworben werden? Genau, das finde ich nicht.

Für mich ist das einfach ein falscher Marketingansatz. Schließlich sollte man ja auch an die Zielgruppe denken. Ich hätte mir nach dem, was ich über den Film gehört hätte, „Der Teufel tägt Prada“ zum Beispiel als ideale „Chick Lit“-Lektüre gekauft. Zum lachen, vielleicht ein bisschen weinen, zum mitfiebern und vor allem zum Abtauchen aus dem Alltag. Hätte ich mich geärgert, wenn es was anderes gewesen wäre? Ja. Hätte ich dem Buch dann ein anderes Mal eine Chance gegeben? Vermutlich nicht. Ich kann es einfach nicht haben, wenn mir Bücher oder Filme als „Komödie“, „Action“, „Drama“ oder „Krimi“ angekündigt werden und es sich dann als ein anderes Genre entpuppt. Ich will selbst entscheiden können, was ich wann lese.


Kategorie: Buchtipps, Netzfundstücke
Interaktiv: Post drucken Post drucken | Post versenden Post versenden
Metadaten: RSS Feed | Trackback-URI

Kommentar schreiben.

XHTML: Folgende Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


WordPress Theme von Jessika Schmitt und Matthias J. Korth