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Markus Tacker

ist Mediengestalter (Non-Print Operating) und studiert zur Zeit Medieninformatik. Nebenbei arbeitet er als freier Webentwickler.

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Die Gewerbe-Auskunftzentrale verschickt ein vorausgefülltes Angebot zur Eintragung des eigenen Unternehmens in deren Datenbank. An sich ist da auch nichts unrechtmäßiges dran, denn die gewerblichen Adressdaten sind über das Gewerberegister frei verfügbar. Auch enthält das Schreiben alle notwendigen Angaben für ein Angebot, wie vollständige Anschrift, Leistungsbeschreibung, Kostenaufstellung und sogar umseitig die AGB des Unternehmens.

Allerdings ist die Aufmachung des Angebotes so gestaltet, dass es leicht als behördliches Schreiben durchgeht — und darauf möchte ich aufmerksam machen.

Überfliegt man die groß geschriebenen Texte im linken Teil des Schreibens einfach, die zu dem noch einen stark auffordernden Charakter habe, gewinnt man sofort den Eindruck: ausfüllen, zurückschicken, fertig.

Doch dem ist nicht so. Liest man sich mal genau die entscheidenden Passagen im Kleingedruckten durch (diese habe ich in den Scans des Briefes rot markiert), wird schnell klar: die Eintragung in das Verzeichnis kostet 478,20 € zzgl. MwSt. pro Jahr bei einer Vertragslaufzeit von 2 Jahren. Ein unbedachte Unterschrift kostet also knappe 1.000 €.

Meiner Meinung nach wird hier ganz klar auf die Unachtsamkeit des Empfängers spekuliert um Kasse zu machen. Zudem ist der Preis von 1.000 € für einen Eintrag in einer einfachen Datenbank schlichtweg eine Frechheit, wenn man bedenkt, dass ein Basis-Eintrag in den Gelben Seiten kostenlos ist und eine individuell gestaltete Werbeanzeige in den gedruckten Gelben Seiten in etwa das gleiche kostet.

4 Kommentare zu “ Vorsicht: Gewerbe-Auskunftzentrale verschickt Tarnkappenbriefe ”

  1. Mirko

    Vermutlich gilt hier auch wieder dasselbe wie bei ähnlichen Abzockversuchen. Selbst wenn man so unaufmerksam war und unterschrieben hat, braucht man nicht zahlen. Jedenfalls ist das die gängige Rechtsprechung in den letzten Jahren wenn es um ähnliche Versuche bei Online-Abos geht. Müsste den Verbraucherzentralen gemeldet werden, die kümmern sich erfahrungsgemäß und solche „tollen“ Mitmenschen.

  2. Markus Tacker

    Leider unterschreibt man nicht als Verbraucher, sondern als Gewerbetreibender. Auf dem Schreiben sind auch alle Informationen enthalten, sogar außerhalb der AGB. Deswegen sehe ich da schlechte Chancen für einen Widerruf.

  3. Jens Arne Männig

    Diese Schreiben dürften ja fast jedem Gewerbetreibenden bekannt sein. Keine Ahnung, wie viele davon – von verschiedenen »Dienstleistern« – ich davon von 1994 bis heute schon entsorgt habe. Natürlich kann man als angeschriebener Einzelunternehmer oder GmbH-Geschäftsführer mal vorsichtig gemäß § 34 Bundesdatenschutzgesetz anfragen, welche Daten über einen dieses randseriöse Unternehmen denn im Detail in seinem Datenbestand hat und wo diese herstammen. Gleichzeitig sollte man natürlich der weiteren Nutzung der persönlichen Daten des Inhabers oder Geschäftsführers gemäß § 35 Abs. 2 widersprechen, was einen mit hoher Wahrscheinlichkeit vor weiteren Anschreiben des gleichen Anbieters verschont. Dies kostet natürlich etwas Zeit, Papierkorb ist eindeutig schneller.

    Ob aber als Alternative die Schaltung kostenpflichtiger Werbung in den Gelben Seiten so ein guter Tipp ist?

  4. Sandra

    Diese Abzockerschreiben habe ich auch schon mal bekommen. Mit einem guten Rechtsanwalt hat man aber durchaus Chancen um eine Zahlung dieser Rechnungen herumzukommen. Oftmals reicht es sogar wenn der eigene Anwalt denen auch nur droht auf Feststellung der Unwirksamkeit dieser Forderungen zu klagen. Diese Nutzlosanbieter wissen genau wie schlecht deren Erfolgschancen vor Gericht sind. Wer bei Google mal nach Nutzlosbranche sucht findet hier gleich an erster Stelle wertvolle Hinweise zu diesem Thema. Eine Suche nach dem Wort Computerbetrug kann führt ebenfalls zu Internetseiten die wertvolle Tipps geben wie man sich vor der Nutzlosbranche schützen kann.

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