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Arne Kocher

Arne Kocher beginnt im Oktober das Studium der Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zuvor hat er mehrere Jahre in der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei gearbeitet.

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Icon_Artikelreihe_Teil3 Durch Billig-Angebote suggeriert der Handel dem Anwender, dass man mit relativ wenig Aufwand ein farbverbindliches System erhält. Das dem nicht so ist, zeigen die vielen Hilfesuchenden, die sich über »falsche« Farben in den Internetforen beklagen. Oftmals liegt das Problem aber nicht ausschließlich am Monitor oder an der Kalibrationssoftware, sondern am fehlenden Verständnis für die teils komplexen Vorgänge beim Einrichten eines Softproofarbeitsplatzes. Ganz ohne ein paar Grundlagen geht es bei diesem komplexen Thema eben doch nicht. Versteht man nämlich grundsätzlich was passiert, schafft dies Sicherheiten im alltäglichen Umgang mit dem Softproofsystem.


Die bisher veröffentlichten Artikel findet ihr in der Übersicht. In diesem Artikel ist beschrieben, was man bei der Einrichtung eines Softproofarbeitsplatzes alles berücksichtigen sollte.

Was muss ich für meinen Softproofarbeitsplatz alles berücksichtigen?

Wie auch beim Hardproof, gibt es beim Softproof viele Einflussfaktoren, die für die Qualität des Ergebnisses maßgebend sind.

Umgebung

Ganz bewusst nenne ich diesen Punkt zuerst. Kein Softproofsystem der Welt kann ein gutes Ergebnis liefern, wenn die Voraussetzungen für die Umgebung nicht vorhanden sind. Leider wir dieser Punkt von vielen Anwendern vernachlässigt. Natürlich wird man an den wenigsten Arbeitsplätzen die optimalen Gegebenheiten, zu denen z.B. Normlichtbeleuchtung und neutrale Wandanstriche gehören, vorfinden. Die entsprechenden Voraussetzungen beschreibt die ISO-Norm 3664.

Trotzdem sollte man bei der Einrichtung eines Softproofarbeitsplatzess darauf achten, z.B. keine auffälligen (farbigen) Gegenstände im Umfeld des Monitores zu platzieren. Post-Its und andere Dinge, die man sich gerne an/auf den Monitor klebt/stellt, verlangen von unseren Augen, dass diese sich ständig »neu justieren« müssen. Diese Neujustage nennt man chromatische Adaption und sorgt dafür, dass wir ein weißes Blatt Papier, sowohl unter Glühlampen- als auch Kaufhausbelechtung stets als solches wahrnehmen.

In der grafischen Industrie gilt D50 als Normlichtstandard. Die spektrale Verteilung des ausgesendeten Lichts einer solchen Normlichtröhre sollte D50 möglichst genau entsprechen. Diese Eigenschaft ist noch wichtiger als die exakte Farbtemperatur von 5000 Kelvin. Ist die spetrale Verteilung ungleichmäßig, kommt es zwangsläufig zu Farbveränderungen, den sogenannten Metamerieeffekten. So sieht ein Motiv unter D50 anders aus, als unter normaler Bürobeleuchtung.

Da es fast unmöglich ist, alle Störquellen (Mehrfachreflexionen von Gegenständen an den Wänden oder Fußböden) auszuschalten, sind Normlichtkästen oder Kabinen eine sehr gute Alternative. Alle Hersteller von softprooffähigen Monitoren bieten zusätzlich einen Blendenschutz für ihre Geräte an. Dieser sollte auch unbedingt genutzt werden, um den direkten Lichteinfall oder Reflexionen auf der Monitoroberfläche so gut wie zu vermeiden.

Ein Monitor zur farblichen Beurteilung von kritischen Motiven sollte auch nicht direkt vor einem Fenster stehen, da dies die Augen zusätzlich anstrengt und sich die Lichtbedingungen im Laufe eines Tages auch verändern. Lamellenvorhänge oder Rollläden schaffen hier Abhilfe.

1 Kommentar zu “ Farbverbindliches Arbeiten am Monitor (3) – Softproofarbeitsplatz ”

  1. Farbverbindliches Arbeiten am Monitor – Neue Artikelreihe! » Mediengestalter-Blog.de

    […] ist ein Softproof? Wie genau funktioniert ein Softproof? Was muss ich für meinen Softproofarbeitsplatz alles berücksichtigen? – Umgebung Monitoreigenschaften – Format (Bildschirmdiagonale) – Anschlüsse – hard- oder […]

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