Redakteur

Arne Kocher

Arne Kocher beginnt im Oktober das Studium der Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zuvor hat er mehrere Jahre in der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei gearbeitet.

Infos & Kontakt

Alle Beiträge

E-Mail senden

Website besuchen

ICQ

Icon_Artikelreihe_Teil1 Durch Billig-Angebote suggeriert der Handel dem Anwender, dass man mit relativ wenig Aufwand ein farbverbindliches System erhält. Das dem nicht so ist, zeigen die vielen Hilfesuchenden, die sich über »falsche« Farben in den Internetforen beklagen. Oftmals liegt das Problem aber nicht ausschließlich am Monitor oder an der Kalibrationssoftware, sondern am fehlenden Verständnis für die teils komplexen Vorgänge beim Einrichten eines Softproofarbeitsplatzes. Ganz ohne ein paar Grundlagen geht es bei diesem komplexen Thema eben doch nicht. Versteht man nämlich grundsätzlich was passiert, schafft dies Sicherheiten im alltäglichen Umgang mit dem Softproofsystem.


Die bisher veröffentlichten Artikel findet ihr in der Übersicht. Heute beschäftige ich mich mit der Frage, was einen Softproof eigentlich ausmacht.

Was ist ein Softproof?

Ein Softproof ist die bestmöglichste visuelle und farbmetrische Darstellung von Druckdaten am Monitor. Dabei wird, wie beim Hardproof auch, das Druckergebnis einer Druckmaschine simuliert. Die Darstellung von Daten wird einem Softproof aber nur dann gerecht, wenn sich neben der Einstellbarkeit von Ausgabefarbraum (z.B. ISO Coated v2), Farbumrechnung (Rendering Intent) und optionaler Papiertonsimulation, die Darstellungsgenauigkeit messtechnisch überprüfen lässt.

Der Medienkeil ist das international anerkannte Kontrollmittel zur Sicherstellung der Farbverbindlichkeit eines jeden Proofs. In der ISO-Norm 12647-7 (MedienStandard Druck) sind die Toleranzen angegeben, denen ein Proofsystem unterliegt. Momentan gibt es keine aktuelle Norm und kein vergleichbares Kontrollmittel, das solche Toleranzen für einen Softproof enthält.

Nicht unerwähnt soll hier aber das Ugra Display Analysis and Certification Tool (UDACT) bleiben. Das Programm prüft anhand verschiedener Tests den Weißpunkt, die Graubalance und die Monitorprofil- und Softproofgenauigkeit und somit die Tauglichkeit als Layout- oder Softproofmonitor. Auch im UDACT stellt der Medienkeil die Grundlage für einige Tests dar. Nach den umfangreichen Überprüfungen, die auch die Flächenhomogenität und das Umgebungslicht umfassen, bekommt man eine übersichtliche Darstellung der verschiedenen Messergebnisse, aus der recht schnell entnommen werden kann, wo die Stärken und Schwächen des Monitors liegen und welche Standardfarbräume, wie z.B. ISO Coated v2, abgebildet werden können.

UGRA_UDACT_summary_certified

Das UDACT ist derzeit das einzige herstellerunabhängige Programm zur Überprüfung von Softproof-Monitoren.
Dennoch sollte man sich nicht nur ausschließlich auf das Bestehen bzw. nicht Bestehen des Tests verlassen. Vielmehr sind die Gründe für das schlechte Abschneiden in der Auswertung zu suchen um dann abzuwägen, ob diese für die tägliche Arbeit überhaupt relevant sind.

Softproofarbeitsplätze findet man überall dort, wo die Anwender darauf angewiesen sind, dass das Angezeigte mit dem späteren Endergebnis bestmöglichst übereinstimmt.

1 Kommentar zu “ Farbverbindliches Arbeiten am Monitor (1) – Was ist ein Softproof? ”

  1. Farbverbindliches Arbeiten am Monitor – Neue Artikelreihe! » Mediengestalter-Blog.de

    […] Was ist ein Softproof? Wie genau funktioniert ein Softproof? Was muss ich für meinen Softproofarbeitsplatz alles berücksichtigen? – Umgebung Monitoreigenschaften – Format (Bildschirmdiagonale) – Anschlüsse – hard- oder softwarekalibrierbarer Monitor? – Panel-Art – Monitoroberfläche – Homogenität – Blickwinkelabhängigkeit – Helligkeit und Kontrast – Format (Bildschirmdiagonale) – Farbumfang (Gamut) Messgerät Diesen Beitrag bookmarken: […]

Kommentar schreiben.

XHTML: Folgende Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


WordPress Theme von Jessika Schmitt und Matthias J. Korth