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Maren Mischke

…lebt und arbeitet im schönen Düsseldorf am Rhein.

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Der Newsletter der absatzwirtschaft hat mich mal wieder auf einen Artikel aufmerksam gemacht: „Müssen Marken twittern?“. Im aws-Blog gibt es dazu auch die „Umfrage: Was bringt Ihnen Twitter?“.

Erst einmal eine Hilfe für alle, die gar nicht wissen, was dieses merkwürdige Wort überhaupt bedeutet, hier ein Link zur Definition bei Wikipedia.

Das Phänomen „Twitter“ ist bisher an mir bisher relativ unspektakulär vorübergezogen. Ich weiß, dass zwei unserer Blog-Redakteure (und auch deren gemeinsamer Hund, aber das ist eine andere Geschichte) twittern, bin aber kein „Follower“.

Mein persönliches Mitteilungsbedürfnis beschränke ich derzeit auf die Statusmeldungen bei Facebook. Das ist ein bisschen wie twittern, nur nicht so häufig. Und ich sag mal so, das interessiert viele schon nur bedingt, ich wüsste nicht, wer mir da bei Twitter folgen wollen würde. So spannend ist mein Privatleben nun auch wieder nicht. Und bei der Arbeit habe ich dafür keine Zeit. Wobei auch die nur bedingt „twitterfähig“ wäre, denn ich kann ja schlecht was über Kunden schreiben, das mir im schlimmsten Fall auch noch als Lästern ausgelegt werden könnte. Oder gar Interna ausplaudern!

Da gab es doch kürzlich einen Skandal, weil ein amerikanischer Politiker getwittert hatte, dass er nun da und da angekommen wäre und das eigentlich eine supergeheime Staatsreise war. Die Daten von ein paar Promi-Accounts wurden gehackt und falsche Nachrichten verbreitet – Britney Spears hätte demnach verkündet, dass sie eine sehr große Vagina hätte. Aha. Und angeblich haben Demi Moore und Ashton Kutcher vom Roten Teppich der Berlinale aus getwittert, das habe ich zumindest in einer Klatschzeitung gelesen.

Na, das ist doch mal ein buntes Potpourri an Gründen, warum ich da auch mitmachen sollte…

Aber eigentlich bin ich auf das Thema gekommen, weil mich die Ausgangsfrage beschäftigt hat. Ich stelle euch mal ein paar Auszüge aus dem Artikel vor:

Das Ergebnis gleich vorweg: Junge und aufstrebende Unternehmen setzen Blogs, Twitter & Co stärker ein, als es die traditionellen Fortune 500 Firmen tun.

Gut, wer hätte das gedacht…

„Wer keine sozialen Medien nutzt, verspielt die Chancen und Möglichkeiten, die diese Medien bieten“, blickt Professor Schildhauer, Direktor des Institute of Electronic Business Berlin (IEB), auf die Zugkraft der Dienste, die scheinbar spielerisch erlauben, Meinungen zu äußern und sich mit Dritten auszutauschen.

Der kritische Leser wird feststellen, dass das Wörtchen „scheinbar“ die Aussage einschränkt. Mir ist auch immer noch nicht so richtig klar, was genau die gerne zitierten „Chancen“ ausmachen.

„Eigentlich, so der Eindruck, den man derzeit unter Kommunikationsexperten bekommt, sind wir derzeit alle twirre. Twitter allerorten. In Davos, auf dem DLD, auf jedem Seminar und über jede Fortbildung“, beschreibt Christian Faltin von der PR-Agentur Cocodibu das Phänomen in seinem Weblog. „Wer wolle das alles wissen? Keiner und alle gleichzeitig“, gibt sich der Kommunikationsspezialist selbst Antwort. Twitter sei ein Informationsstrom, der an einem leise aber stetig vorbeifließe. Der eine stehe länger am Fluß, der andere schaue nur kurz vorbei.

„Twirre“! Was für eine schöne Wortkombination! Und auch den Rest der Beschreibung sowie das Bild mit dem Fluss finde ich sehr treffend.

Unternehmen, die den Dienst erfolgreich einsetzen wollen, raten sie zu etwas, das das Netz nicht unbedingt bietet. Etwa Menschlichkeit. Wäre es nicht spannend zu erfahren, was zum Beispiel Herr Mehdorn den ganzen Tag macht, fragen die Dienstleister. „Sitze gerade in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Die gehen mir tierisch auf den Nerv. Wieder vollkommen inakzeptable Forderungen,“ ist ihr 140 Zeichen-Beispiel für ein PR-Fiasko.

Andersherum sorge die Nachricht: „Sitze im ICE nach Berlin. Haben drei Minuten Verspätung. 10 Euro für den ersten Direct Replier, dass wir noch pünktlich kommen“ für eine Menge Presse, die nichts koste.

DAS wäre ja mal ein Twitter-Eintrag. Also der Erste natürlich. Da würde ich sogar ein „Follower“ von ihm werden. Auf Facebook kann ich zum Beispiel auch mit Kurt Beck „befreundet“ sein. Das hat deren System mir neulich zumindest vorgeschlagen. Toll. Gut, dass es da irgendwann eine Einschränkung gibt, ab tausend Stück oder so wird jede neue Freundschaftsanfrage nicht zugelassen. Aber ich schweife vom Thema ab.

Mein persönliches Fazit:
Im privaten Bereich kann ich mir twittern noch ganz gut vorstellen. Im beruflichen ist mir nicht ganz klar, worüber man da twittern sollte und ob das nicht sehr schnell nach hinten losgehen kann. Ob man als Marke twittert, sollte man sich also sehr gründlich überlegen. Vor allem muss es zur Marke passen.

Wenn das trendforum zum Beispiel einen Live-Blog zur Veranstaltung führt, finde ich das prima. Und twittern könnte da auch noch funktionieren. Wenn ein Nahrungsmittel-Hersteller einen Rezepte-Blog führt, empfinde ich das auch als sinnvoll. Hier wäre twittern aber merkwürdig.

Und wenn Toilettenpapier-Hersteller eins von beiden machen würde, würde ich skeptisch die Stirn runzeln und wäre gespannt, was die da schreiben würden. Generell solten mit halbwegs interessantem Inhalt gefüllt werden. Veranstaltungen oder Messen bieten sich da zum Beispiel an. Und wer als Firma einen News-Bereich – oder, noch besser: einen News-Ticker – auf seiner Webseite hat und da noch nicht einmal pro Quartal Infos einpflegt, dem sollte klar sein, dass Bloggen oder Twittern vielleicht nichts für einen sind.

Außerdem noch eine kleine Randbemerkung: Twittern ist für alle, die zu faul sind, einen ganzen Blogeintrag zu füllen, sich aber unbedingt mitteilen wollen. Oder, andersherum formuliert, für alle, die sich kurz fassen und bei Nachrichten nur die Überschriften lesen, um mitreden zu können.

Und wenn ich mir doch einen zwitschern möchte, fällt mir da was besseres ein…. *Schenkelklopfer*

5 Kommentare zu “ Twittern ”

  1. bulldrinker

    Gerade in der Medienbranche sind doch Blogs und Twitter zu einem wichtigen Instrument geworden! Man kann mit Hilfe von Socialnetworks, Blogs und Twitter so viele neue und wichtige Kontakte knüpfen wie nirgendwo anders! Es hat ja auch schon Jobvermittlungen via Twitter gegeben und an der Stelle kommen ganz neue Möglichkeiten auf!

  2. Valentin

    Setz dich noch ein wenig mehr mit Twitter auseinander, Maren. Nirgendwo sonst kannst du dem Internet so direkt den Puls fühlen.

    Vielleicht besuchst du im Spätsommer einfach mal das MBC? http://www.mbc09.de/

  3. julia seeliger

    Bleib bei deiner Meinung, Maren, dann gibt’s weniger Konkurrenz im Web-Strategie-Beratungs-Business.

  4. Amelie

    Liebe Maren,

    Interessant mal so einen und wie ich finde anderen Beitrag zulesen. Beiträge über Twitter landen oft in meinem Feed, doch solche nicht…

    Ich twitter auch nur privat und würde es nicht von der Arbeit aus machen – Ich glaube das kann man sich auch nur als Selbstständiger wirklich leisten…

    Aber ich blogge deswegen nicht weniger. Ich unterscheide die Inhalte nur mehr und in meinem Blog landen weniger unnütze Sachen, die kann man auch bei Twitter kurzfassen und posten.

    Doch eigentlich kann man wirklich nur sagen: Wer über Twitter schreiben will bzw. sich wirklich eine Meinung darüber machen will sollte es einfach testen.

    Und mein Leben ist auch nicht so spannend und ich habe über 400 Follower ;).

    Lieben Gruß

  5. simone ley

    Bluttat in Baden Württenberg -schrecklich 17 Tote

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