Redakteur

Maren Mischke

…lebt und arbeitet im schönen Düsseldorf am Rhein.

Infos & Kontakt

Alle Beiträge

E-Mail senden

Website besuchen

ICQ

Ich habe kürzlich für eine größere Publikation eine Anzeige bekommen, die durch eine „Read me“-Datei ergänzt wurde. Darin stand unter anderem:

Von den Druckunterlagen (Lithos oder Daten), die „X“ (= Name der Werbeagentur) auf Veranlassung von „Y“ (= Name des Kunden) an Weiterverarbeiter übergeben, sind durch den Weiterverarbeiter auf Kosten von „Y“ geeignete Proofs bzw. Andruckmuster anzufertigen.

Diese Proofs müssen vor Druckvorbereitung durch „Y“ schriftlich freigegeben werden!

Die Idee dahinter finde ich ja nicht schlecht. Allerdings ist das aufwändig: Wir schicken die Datei an die Druckerei, diese schickt den Proof an uns und wir diesen dem Kunden. Dann muss der Kunde den freigeben und an uns zurücksenden, von wo aus wie den wieder der Druckerei zurücksenden, damit diese sich beim finalen Druck daran orientieren kann.

Selbst wenn wir den unbürokratischen Weg gehen wollen und die Druckerei unsere Haus- und Hofdruckerei ist, der wir uneingeschränkt vertrauen und uns zwei Zwischenschritte sparen, in dem die Druckerei die Proofabnahme direkt mit dem Kunden klärt… Puh.

Das ist ein nicht zu unterschätzender logistischer Aufwand. In diesem Fall kein Problem, da wir bis zum Drucktermin noch Zeit haben und die Anzeige auch rechtzeitig geliefert wurde.

Wenn das aber alle machen würden, würde da einiges an Arbeitszeit für draufgehen. Allein, dass man hinterher sein muss, ob nun tatsächlich alles freigegeben ist, ist eine zusätzliche Bürde, auf die ich nicht gerade scharf wäre.

Versteht mich nicht falsch, der Kunde ist König und bekommt seine Wünsche natürlich anstandslos erfüllt.

Ist das auch schon passiert oder ist das bei euch sogar Gang und Gebe?

5 Kommentare zu “ Anzeigen-Proof mal anders ”

  1. Wortteufel

    Vor ein paar Wochen sollte eine Broschüre in den Druck, in deren Umschlagseite innen noch eine Anzeige einer großen Firma platziert werden sollte.
    Drucktermin war Mittwoch Morgen 9 Uhr.

    Die entsprechende Agentur ließ sich Zeit. Anzeigenschluss war Montag Mittag. Dienstag Abend kam die Anzeige via ISDN. Ich gab alles an die Druckerei (meine Haus- und Hofdruckerei), die schon darauf wartete.

    Am Mittwoch Morgen um 9 Uhr kam eine Lieferung durch Boten. Ein Proof der Anzeige nebst Begleitschreiben, die Agentur fordere einen Andruck der Broschüre zur Freigabe der Auflage.

    Ich rief die Druckerei an, die merklich schmunzelte und sagte, dass die Umschläge schon durch wären.

    Mal davon abgesehen, dass es in dem Fall um eine Broschüre für ein Event am Sonntag ging, gibt es einfach Projekte, die zeitlich so eng sind, dass man keine Möglichkeit hat, den Forderungen nachzukommen.

    Wenn es dann auch noch Projekte sind, wie oben genanntes, in denen ich stecke und auf Anzeigendaten von 12 anderen Agenturen warte, deren Abwicklung über den Kunden der Broschüre laufen, ist das ein Zeitfaktor, der nicht zu unterschätzen ist. Mal von den Kosten abgesehen. Da kann ich eine Auflage nur für die Freigabe drucken lassen.

  2. Alex

    Ich arbeite in einer größeren Litho-Anstalt und das oben beschriebene Freigabeprozedere ist bei uns absoluter Standard – und das ist auch gut so :)
    Man stelle sich nur einen Kunden wie Fodavone, IEHKEA oder Rolax vor, der mit seiner Erscheinung im Stärn, Bilt oder sonstigem nicht zufrieden ist. Es raubt Zeit, ist aber ein Schritt, der bei professionellem Arbeiten echt unabdingbar ist, wie ich finde.

  3. Maren Woker

    Interessant. Ich kenne das sonst so, dass die Agenturen der Anzeigenkunden fertige Proofs mitschicken, die wir dann an die Druckerei weitergeben.

  4. Kai

    Man kann den m.E.absolut notwendigen Prozeß zur Freigabe auch beschleunigen: Es läuft alles über den fachkundigen Produktioner. Die RZ kommt von der Agentur mit cc Produktioner an die Litho, von dort ein Proof an den Kunden und falls erforderlich auch an die Agentur. Das Kundenproof kommt zurück an den Produktioner, der übermittelt Korrektur/Freigabe an Litho, Litho sendet Proof/Daten an Druck/Verlag. Die Agentur hat meist nicht die Möglichkeiten so zu proofen, dass alle Mißverständnisse beseitigt sind. Immerhin liegt die Verantwortung für 1/1 im Stärn o.ä. bei so 40 Tsd. Euro. Der Aufwand für die Proofs und die Overnights liegt je Motiv unter 100,00. Zum Ausgangspunkt: Doppelt proofen ist günstiger als hinundher schicken. Und wer bei Druckdatentermin noch anfängt zu retuschieren, der hat zu spät angefangen ;)

  5. Tina

    Bis auf das ’schriftlich‘ freigeben machen wir das exakt so in der Agentur.
    Die Proofs kommen zurück, Kunde beguckt sich das, und erst dann kriegt der Drucker die Freigabe – sonst ist das Orange garantiert zu gelb und das Gelb zu grün und weiß der Geier, was den Kunden da alles auffällt, das ganz anders aussieht als das Orange beim Ausdruck an seinem Tintenkotzer daheim…
    Das fällt den Kunden zwar trotzdem ein, aber wenn er den Andruck genehmigt hat, kann der Agentur und dem Drucker keiner was. Die Zeit müssen die Kunden halt haben, fertig.

Kommentar schreiben.

XHTML: Folgende Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


WordPress Theme von Jessika Schmitt und Matthias J. Korth