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Maren Mischke

…lebt und arbeitet im schönen Düsseldorf am Rhein.

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Neulich klingelte mein Telefon. Das Display sagte mir, dass die Nummer aus Hamburg stammte und da ich auf meiner Durchwahl angerufen wurde, ging ich davon aus, dass es ein bestimmter Dienstleister, den ich um Rücksprache gebeten hatte, sein müsste und da das ein ganz netter und lustiger Typ ist, freute ich mich auf ein lockeres Gespräch. Ich meldete mich mit meinem Sprüchlein und es stellte sich heraus, dass es jemand von eine größeren Agentur war, der eine Frage zur Anlieferung einer Anzeige hatte.

Warum er deswegen mich auf meiner Durchwahl anrief war mir schleierhaft, aber ich ging davon aus, dass der Verlag meine Nummer im Sinne des kurzen und unbürokratischen Dienstweges weitergegeben hatte.

Der Herr am anderen Ende war genau der Typ Werbefuzzi, den ich nicht leiden kann und nach ein paar wichtig klingenden, aber recht inhaltslosen Sätzen fragte er mich dann, ob das Objekt im Rollen- oder Bogenoffset gedruckt werden sollte.

Jetzt muss man folgendes dazu wissen:

  • Ich kann – gerade schriftlich – förmlich sein, aber ich bevorzuge im Gespräch einen eher lockeren Umgangston, den ich als sympathisch und menschlich einstufen würde. Versteht mich nicht falsch, mein umfangreiches Repertoire an Schimpfworten und sonstigem zu umgangssprachlichen bleibt privaten Gesprächen vorbehalten. Doch gerade wenn das Gegenüber eher steifer Natur ist und schon ein „Hallo“ als unprofessionell empfindet, passt das leider nicht.
  • Es war später Freitagnachmittag, ich hatte eine sehr anstrengende Woche mit vielen Überstunden hinter mir, hatte gerade hochkonzentriert an etwas gearbeitet und…
  • …die Ausgabe der Zeitschrift, für die besagte Anzeige gedacht war, war die erste, die wir nach einem Relaunch übernommen hatten. Folglich war das alles für mich ebenfalls neu und wie gesagt, die Woche war sehr hart gewesen.
  • Ich brauchte also ein paar Sekundenbruchteile mehr als sonst, um meine Gedanken zu ordnen und während ich noch nachdachte, fiel mir auf, dass ich eine Reaktion geben musste und sagte „Och…“ – kurze Pause – „Da fragen Sie mich was.“ und hätte im selben Moment gerne mit dem Kopf auf der Tischplatte aufgeschlagen, da es nun mal Sätze gibt, die man gerade so einem besserwisserischen Werbe-Heini gegenüber nicht sagen sollte. Dabei wollte ich nur keine falsche Auskunft geben, nett sein und signalisieren, dass ich auch nicht alles auswendig wissen kann.

    Ich schob schnell hinterher „Das kann ich aber gerne nachsehen.“ und fragte ihn, ob er die Mediadaten vorliegen habe und ob das vielleicht bei den technischen Angaben stünde. Das wäre darin nicht vermerkt, entrüstete er sich. Ich bot ihm also an, dass ich ihn diesbezüglich anrufen würde, atmete tief durch und las erst einmal in den Mediadaten nach. Da stand es natürlich drin: „Druckverfahren: Inhalt Rollenoffset, Umschlag Bogenoffset“, aber er hatte das anscheinend übersehen.

    Das Ende vom Lied: Ein Werbefuzzi fand mich vermutlich dumm und inkompetent. Ich fand, dass ich mich blöd angestellt hatte. Und wie kam alles zu Stande? Dadurch, dass eine Pappnase keine Lust hatte, mehr als zwei Sätze auf einmal zu lesen. Seufz.

    3 Kommentare zu “ Verständigungsprobleme ”

    1. Danny

      Tja, so ist das manchmal mit den „Werbefuzzis“. Sie sind meist ebenso inkompetent, wie sie es von ihrem Gegenüber meinen. Ich finde allerdings nicht dass du dich blöd angestellt hast. Nicht alles auf anhieb zu wissen ist nicht blöd. Lieber ein paar Sekündchen länger nachgedacht als irgendetwas von sich zu geben. Kopf hoch! :)

    2. Maren Woker

      Das freut mich wirklich, dass du das so siehst. Dankeschön! :o)

    3. artworkofhorus

      Es gibt gewisse Momente im Leben eines Menschen, in denen ihm/ihr keine andere Lösung mehr bleibt, als Augen zu und durch. Kopf hoch!

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