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Maren Mischke

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Neulich hatte meine Kollegin einen jungen Mann am Apparat, der sich gerne bei uns bewerben wollte. Als sie ihm sagte, dass er eine digitale Bewerbung an den Ansprechpartner schicken möge, wurde er etwas pampig und erwiderte, dass eine andere Kollegin ihm das schon mal gesagt hätte und er wolle sich dann noch mal melden. Anschließend wunderten wir uns beide (ich hatte mit halbem Ohr mitgehört) über sein Verhalten, da er ja schließlich etwas von uns wollte und nicht umgekehrt. Und nicht nur das – er wollte sich ja schließlich BEWERBEN und wir waren uns einig, dass man in dem Rahmen stets sein Allerbestes tun sollte, damit die Gegenseite einen positiv in Erinnerung behält.

Einen Tag später kam es, dass ich zufällig ein über die Zentrale eingehendes Gespräch annahm und wen hatte ich am anderen Ende? Genau. Ich erkannte ihn allerdings nicht sofort. Das Gespräch verlief anfangs noch normal. Er nannte seinen Namen, dass er sich bewerben wolle und ich bot ihm darauf hin an, er könne ja eine digitale Bewerbung an Herrn X schicken (usw.) und damit wäre das Gespräch für mich normalerweise beendet gewesen und ich hätte ihm vielleicht noch die E-Mail-Adresse genannt.

Er sagte aber, er hätte das aber bereits getan und sollte sich an Herrn Y wenden. Ich fragte also bei Herrn Y an, der wusste davon nichts und hatte keine Zeit, also hatte ich den Herrn wieder dran. „Netter Versuch, Freundchen“, dachte ich mir und gab ihm den Hinweis, er könne seine Bewerbung ja auch alternativ an Herrn Y schicken.

Er seufzte und sagte, er wolle aber mit Herrn Y direkt sprechen (wer will das nicht?) und erzählte mir seine halbe Lebensgeschichte und dass er schon für ein Projekt, das wir betreuen, gearbeitet habe und sich daher ja schon damit auskennen würde und klang dabei gereizt und ließ durchblicken, dass er das ja alles einer Kollegin schon mal erzählt habe. Insgeheim dachte ich mir, dass es da sicherlich einen Grund für geben wird, wenn insgesamt drei Personen unabhängig voneinander dasselbe empfehlen und langsam fragte ich mich, warum ich mir gerade eine Knopf an die Backe labern ließ und wie oft ich noch mit dem Zaunpfahl winken musste, damit er endlich verstünde, dass er eine digitale Bewerbung schicken solle und nicht jeder Bewerber mal locker mit dem Chef plaudern kann und ich auch gerne wieder an meine Arbeit gehen würde.

Ich schlug ihm vor, er könne das ja in seinem Anschreiben erläutern und vielleicht sogar schon in der E-Mail, mit der seine Bewerbung schicken würde, explizit darauf verweisen. Beim letzten Teil des Satzes habe ich meinen besten „freundlich, aber bestimmt“-Tonfall angeschlagen. Half aber alles nichts. Er hatte anscheinend irgendwo gelesen, dass man alles erreichen könne, wenn man nur hartnäckig bleibt und das zu seinem Lebensmotto gemacht. Und ich musste das ausbaden.

Sein Tonfall war bereits im Vorfeld genervt gewesen und teilweise schwang dabei ein „Die Alte schnallt es einfach nicht“ und „Das habe ich den anderen beiden Tussis auch schon versucht, klar zu machen“ mit und ich fand, er war die ganze Zeit über nicht allzu höflich. Wie ich schon sagte, ich finde so ein Verhalten generell schon unmöglich, aber Herrschaftszeiten, er wollte bei uns arbeiten, da sollte man sich ein wenig Mühe geben.

Es wurde allerdings noch besser. Denn nun war seine Geduld wohl überstrapaziert (prima, da hatten wir was gemeinsam) und er blaffte mich an, er hätte nun mal keine Bewerbungsunterlagen (woraufhin ich einen sehr interessanten Gesichtsausdruck an den Tag legte, den er aber leider nicht sehen konnte), er habe schließlich schon bei bereits erwähntem Projekt mitgearbeitet und empörte sich, das würde ja wohl ausreichen. Am liebsten hätte er vermutlich noch ergänzt, dass hierbei ja keine Bewerbung vonnöten sei. Und während ich noch so höflich wie möglich erwiderte, dass ich da auch nichts tun könne, grummelte er etwas von wegen er würde sich bei Herrn Y melden und legte auf.

Ich saß da und konnte es immer noch nicht fassen, wie man sich derart verhalten kann und habe seinen Namen mit einem kurzen Kommentar an die Entscheider weitergegeben. Denn wenn er die potentiellen Kollegen schon beim ersten Kontakt derart behandelt, wie verhält er sich dann erst im Berufsalltag?

7 Kommentare zu “ Bewerbung: Der erste Eindruck zählt ”

  1. Falk

    Ist sicher kein Wunder, daß so einer auf Jobsuche ist… :-)

  2. Chris

    Hahahaha, so siehts aus :D

  3. Kitty

    Boah also sowas ist echt unerhört. Ich wünsche ihm dass er so niemals einen Job bekommt. Wahnsinn. Und unser eins reißt sich den Arsch auf für eine nette Arbeitsstelle…. TZZZ

  4. conny

    da wundert mich garnichts mehr…
    übrigends schicke seite & sehr interessante themen :-)
    grüße aus wien

  5. Katy

    Wahnsinn, dass es solche Leute gibt?! Was soll man dazu sagen? Da spricht die Inkompetenz in Person, wenn man sich so aufführt und nicht einmal in der Lage ist, eine Bewerbung zu schreiben und zu gestalten…

  6. Raffael

    Hallo ich weis nicht wie ich auf dieser seite gekommen bin aber finde sie echt gut….

    wenn sich jemand so bei mir bewerben würde , würde ich einfach auflegen und falls er nochmal anrufen würde , würde ich ihm auf sein verhalten bzw ausdrucksverhalten drauf hinweisen und ihm sagen das er so garnichts erreichen wird :D das kann ja nicht angehen da könnte sich ja direkt jeder unfreundlich bewerben!

    grüße aus der Kulturhauptstadt2010 :D

  7. T.A.

    Tja… Ich habe letztens schonmal telefonisch angefragt, ob ein Unternehmen Praktikanten nimmt, und wurde zwei mal weitergeleitet. Ich musste mein Sprüchlein a la „Hallo, hier ist XY, ich wüsste gerne, ob ich im Rahmen des Schulprogrammes ein dreiwöchiges Praktikum bei Ihnen machen könnte“ dreimal aufsagen. xD Aber letztendlich war ich richtig, ich sitze gerade am Anschreiben… Also sooo schwer ist es ja nun auch wieder nicht, Bewerbungsunterlagen zu schreiben, oder?
    Grüßle T.A.

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