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Maren Mischke

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Kürzlich habe ich auf www.spiegel.de einen interessanten Artikel über eine merkwürdige Verkaufsform gelesen, der mit folgenden Worten beginnt: „Markenfirmen versorgen Kaufhäuser kostenlos mit Personal. Die Verkäufer arbeiten häufig inkognito und sollen den Kunden die eigenen Produkte andrehen.“

Erst dachte ich an die kleinen Stände im Supermarkt, an denen ein Wurstfabrikant eine kleine Verkostung durchführt, damit man auf den Geschmack kommt seine Waren ersteht. Oder an die Kaffeemaschine, die ich seit letztem Jahr besitze. Da war ich in einem großen Elektromarkt und habe mir von einem Verkäufer die Maschine anpreisen lassen. Da er überzeugend war und außerdem genau die Art Maschine hatte, die ich suchte, habe ich sie mir auf sein Verkaufsgespräch hin zum Geburtstag schenken lassen.

Alles in allem keine neue Verkaufstaktik. Und meiner Meinung nach soweit völlig legitim. Schließlich ist sowohl bei einem wie oben beschriebenen Wurststand als auch bei dem Kaffeemaschinenverkäufer offensichtlich gewesen, dass die Person keine unabhängige Beratung bieten kann beziehungsweise wird, sondern das Produkt ihrers Brötchengebers verkaufen möchte.

Leider scheint es aber nun eine neue Masche – oder nennen wir es „Strategie“? – zu geben, die da lautet: Wir schicken unser Verkaufspersonal in die Läden, sagen aber keinem, dass sie für uns arbeiten. Dort sollen sie inkongnito in einem „normalen“ Verkaufsgespräch eine bestimmte Ware empfehlen.

In dem Artikel wird sogar noch ein Schritt weiter beschrieben: In den Beispielen sollen die „Verkäufer“ Firmenschilder der Marke A tragen, obwohl sie eigentlich für Marke B arbeiten. Warum? Damit man erst recht vom Produkt der vermeintlichen Konkurrenz überzeugt ist. Schließlich wirkt es besonders glaubwürdig, wenn einem sozusagen heimlich zugeraunt wir, dass man selbst eigentlich lieber die Äpfel aus Nachbars Garten isst als die vom eigenen Apfelbaum.

Spätestens an diesem Punkt ist für mich ist die Antwort auf die Frage „Clevere Promotion oder unlauterer Wettbewerb?“ damit klar.

Den kompletten Artikel findet Ihr unter http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,513061,00.html.


Kategorie: Netzfundstücke, Persönliches
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1 Kommentar zu “ Clevere Promotion oder unlauterer Wettbewerb? ”

  1. Wiesel

    Ich finde diese Methode äußert fragwürdig. Zumindest ist es keine gute Sache für die Warenhäuser – ich meine, ich gehe in einen Laden und spreche mit einem Verkäufer (der einzige Vorteil gegenüber Online-Verkauf) und bitte um professionelle Beratung welches Gerät für mich geeignet ist.

    Jetzt empfiehlt mit der Verkäufer eines seiner Produkte, obwohl es bestimmt einige andere Konkurrenzprodukte gibt, die vermutlich günstiger sind oder zumindest meinen Anforderungen mehr entsprechen, als das seinige. Großartig, jetzt gehe ich eigentlich nur in einen Laden um ohnehin keine zuverlässige Meinung zu erhalten sondern eine gezielte Lenkung auf einen Artikel – das ist keine objektive Produktberatung mehr.

    Klar versuchen auch normale Verkäufer möglichst teure Artikel an den Mann zu bringen, aber wenigstens beschränken sie sich dann nicht unbedingt nur auf einen Hersteller. Sowas gefällt mir gar nicht. Besonders die Manipulation durch das fremde Firmenlogo um eine Art Vertrauensbasis aufzubauen. Wenn ein Produkt nicht in normalen Vergleich mit anderen Produkten überzeugen kann, sollten sie das Produkt verbessern und nicht durch sowas fadenscheiniges ihren Umsatz erhöhen.

    Wieso sollte ich mich jetzt noch in einem Laden beraten lassen, wenn der Verkäufer ohnehin nur versuchen könnte mir ein bestimmtes Produkt des Herstellers XY anzudrehen.

    Danke für die Info. Wirklich hochinteressant!

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