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Maren Mischke

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Tannenzäpfle-Bier

Vor einiger Zeit stieß ich über das Forum auf einen Artikel von spiegel.de (den kompletten Artikel gibt es hier), der wie folgt begann:

Kultmarke wider Willen.
Das biedere Tannenzäpfle-Bier aus dem Schwarzwald hat in deutschen Großstädten Kultstatus. Zum Teil hat die Marke dort ihren Absatz verdoppelt – und das ohne Werbung. Dabei will die Brauerei nur ihre Ruhe. Der Rummel wird dem Vorstand langsam zu viel.

Das weckte natürlich mein Interesse. Denn selbst ich als Nicht-Biertrinker kenne das Tannenzäpfle-Bier mit dem lustigen Bildchen vorne drauf. Und ich komme nicht aus dem Schwarzwald, sondern habe es hier in ein paar Szenebars gesehen. Davon gibt es hier in Düsseldorf ja genug.

Dass dieses Bier „einfach so“ berühmt wurde, konnte ich mir nur schwer vorstellen. Ich hielt es für eine Marketingstrategie, die bewusst damit kokettierte, sollte, dass eine sympathische kleine Brauerei aus dem tiefsten Schwarzwald ganz zufällig so groß herausgekommen ist. „Wir wollen kein Fernsehbier werden.“ wird der Vorstand in dem Spiegel-Artikel zitiert. „Ja, sicher…“ dachte ich mir. „Ihr positioniert das viel subtiler und geschickter.“

Bei diesem Bier scheint es sich aber tatsächlich um einen reinen Selbstläufer zu handeln, den die Szene begeistert angenommen hat. Gut, es ist nicht so, als würden die Rothäuser still und heimlich vor sich hin brauen und sonst gar nichts tun. Wenn man mal auf die Webseite der Brauerei geht, sieht man, dass rund um das Bier einiges passiert. Die Brauerei veranstaltet die Wahl zur „Miss Biergit“ (ich stehe ja bekanntermaßen auf Wortspiele…!)) und die „Zäpfle-Party“ und zum 50-jährigen Bestehen gab es ein Benefizkonzert. Außerdem kann man Fan-Artikel bestellen, Grußkarten verschicken, das „Badnerlied“ als Klingelton sowie ein Rothaus-Wallpaper herunterladen. Das ist aber alles nur bedingt originell. Die Webseite ist sehr informativ, aber trendy oder sonst irgendwie hip sieht sie mal so gar nicht aus.

Laut Spiegel ist der Umsatz rasant gestiegen, obwohl die Zahl der Biertrinker seit Jahren kontinuierlich abnimmt. Das ist natürlich ein Riesenerfolg. Und das scheinbar ohne größere Werbemaßnahmen. Natürlich zweifele ich immer noch, ob ich nicht doch auf eine Werbemasche hereingefallen bin, aber falls es so sein sollte, was soll’s?

(Bildquelle: Badische Staatsbrauerei Rothaus AG)


Kategorie: Netzfundstücke
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11 Kommentare zu “ Erfolg ohne Werbung? ”

  1. biertrinker

    war ja irgendwie klar
    wärend meines studiums kamen wir nach empirischen bierforschungen drauf,
    das die besten biere die nicht so bekannten sind. jedes hochgehypte bier mit dem schönsten etiketten konnte…kann man meistens vergessen. die kleinen brauerreien machen immer noch das beste bier.
    kleiner tipp am rande http://www.weissbierpils.de

  2. Ivo

    Ein Bekannter von mir, der Brauereiwesen studiert [und somit als echter Fachmann gelten dürfte], antwortete unlängst auf meine Frage, welches das beste deutsche Bier sei mit genau dieser Marke. Angeblich legt keine andere Brauerei mehr Wert auf die Qualität, seinen Aussagen nach, als Rothaus. Insofern freut mich der Hype um das Bier, denn er bestätigt, dass Qualität sich ja doch auszahlt.

  3. grisei

    Beim Biertrinken geht es ja hauptsächlich um’s rumsitzen, meist in Gruppen. Wer für sowas geeignet ist, ist auf den ersten Blick ziemlich klar: Der Biergarten, das Wirtshaus und die eine oder andere Bar/Club. Das Bier hat also ein eher gediegenes Image, und dass das bei einem Vorstand, der sogar meint, „der Werberummel ist uns fast schon zu viel“, sehr autentisch rüber kommt passt einfach. Andere Biermarken wollen uns hingegen klar machen, dass Biertrinken voll dynamisch ist und man damit die Mädls/Jungs voll easy ins Bett kriegt. Die Glaubwürdigkeit dieser Botschaft sei mal zumindest anzuzweifeln.

    Zäpfle hat vielleicht einfach das „Glück“ mit kleinen Aktionen Aufmerksamkeit zu erzeugen, ohne sich dabei Untreu zu werden. Die Konsumenten danken es Ihnen. Und diese brauchen ja immer wieder Kultmarken. – Und mit so einem Etikett könnte man das schon schaffen.

    Übrigens Umsatzwachstum von welchem Niveau ausgehend?

  4. Stefan

    hallo zusammen,
    bin hier ehr zufällig aber es passt, ich komm aus der ecke deutschlands wo dieses wunder bier hergestellt wird also so ca. 15 min auto fahrt. und es ist so um dieses bier habe ich sogar hier örtlich noch nicht mal riesen werbemaßnahmen gesehen. das haben sie auch nicht nötig denn es wird auch so verkauft.

  5. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Der Virus steckt im Zäpfle

    […] Im Mediengestalter Blog bin ich auf den SPON-Artikel über die Bier-Kultmarke Tannenzäpfle aufmerksam geworden. […]

  6. Christian

    Ich habe das „Zäpfle“ kennengelernt, als ich beruflich in der Nähe von Freiburg gearbeitet habe. Das Etikett passt irgendwie zum Bier. Was allerdings lustig ist, (meine Frau, Grundschullehrerin hat’s entdeckt), die Zapfen hängen nach unten, und bei der Tanne stehen die Zapfen ja nach oben!? Egal, es schmeckt auf jeden Fall super, vor allem eiskalt.
    Die beste Werbung ist halt doch immer noch Mundpropaganda

  7. Ralph Berg

    Hab das Zäpfle kennengelernt als ich in Stuttgart zum Studieren war. Wollte dann unbedingt mal so eine Zäpfle-Party erleben – und auch hier musste ich feststellen, dass sich die Brauerei hier auf sehr hohem Niveau bewegt. Es ist keine Saufparty, sondern eine gigantisch durchgeplante Veranstaltung mit tollen Elementen und sehr aufwendigem Equipment. Hut ab! Hab ich so noch nicht gesehen.
    Tolles Bier – tolles Partykonzept – tolle Ausführung!

  8. Toby

    Genau die Tatsache, dass Zäpfle keine Werbung, insbesondere überregionale schaltet, hat mich extrem überrascht. als ich in Hannover mein geliebtes Zäpfle in einem In-Café entdeckte.
    Sofort stiegen Heimatgefühlel in mir hoch. Als Schwabe musste ich leider meine gesammte Jugend zugeben, dass die „Gelbfiaßler“ (Badenser) das beste Bier der Welt machen. Werbung war im Stuttgarter Raum überhaupt nicht nötig. Egal wo ich im Württembergischen Raum unterwegst war, war die Chance auf einer Party „Zäpfle“ vorzufinden äußerst hoch.
    Insofern begrüße ich den Siegeszug von Rothaus. Ein Stüch Heimat im Norden! Prost!

  9. CHARLY

    das tannen zäpfle ist eines der besten biere das ich im schwarzwald getrunken habe nur das bier aus alpirsbach bei freudenstadt hat mir besser geschmeckt.die brauerei rothaus macht auch ein sehr gutes weizen das müssen sie probieren.

    CHARLY aus Baiersrbronn

  10. CHARLY

    ich als schwabe muss leider zugeben das die badner das besser bier brauen.die zäpfle-partys sind sehr bekannt.ich habe schon manche party mit gemacht und das war immer ein erlebnis.

    C aus B´BRONN

  11. Klingelton Lutz

    Ich kann hier Einigen nur zustimmen. Die Biere von kleineren und unbekannteren Brauereien schmecken besser. Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht sobald diese Biere dann groß rauskommen nehmen sie schnell an Qualität ab und schmecken dann wie die großen Einheitsplürren. Na dann mal prost!
    Als angehender Mediengestalter muß ich sagen, das mir die Webseite der Rothaus Brauerei gefällt und gut gestaltet ist. Aber das Badnerlied als Klingelton ist mir zu bieder. Sicher steckt da Tradition dahinter, aber es klingt wie ein Marschlied aus längst vergangenen Zeiten. Da hätte man sich was moderneres als Klingelton einfallen lassen können.

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