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Arne Kocher

Arne Kocher beginnt im Oktober das Studium der Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zuvor hat er mehrere Jahre in der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei gearbeitet.

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APX_Logo Seit etwa zwei Monaten arbeite ich nun schon mit :ApogeeX von Agfa. Selbst nach dieser Zeit bin ich regelmäßig wieder darüber erstaunt was man mit der Software alles anstellen kann. In diesem Artikel möchte ich euch einige Funktionen und Abläufe dieser Workflow-Lösung zeigen.

Der ApogeeX-Workflow umfasst den gesamten Druckvorstufen-Workflow, also Erstellung, Prüfung, Optimierung, Archivierung und Verwaltung sowie natürlich die Ausgabe von PDF.
Nun aber ersteinmal zum Konzept des Workflows. ApogeeX ist ein datenbankgestütztes System, das als Schaltzentrale eine SQL-Datenbank auf einem Win-2003-Server beinhaltet. Der Server bekommt seine Anweisungen und Daten von den jeweiligen Clients. Dieses Client-/Serverprinzip hat den Vorteil, dass der Netzwerk-Verkehr sehr gering gehalten wird, weil eigentlich nur an zwei Stellen im Workflow größere Datenmengen übertragen werden müssen.
In der Datenbank sind sämtliche Einstellungen, Resourcen (Schriften, ICC-Profile, Tonwertzuwachskurven, Prüf- und Korrekturprofile) und alle zum Job gehörenden Auftragsdaten hinterlegt.

Verarbeitungs_TP_APX

Der gesamte Workflow ist in sogenannte Task-Prozessoren (z.B. Ausschießen oder Normalisieren von PS- bzw. PDF), diese wiederrum in Gruppen (Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe, Druckmaschine) unterteilt. Ein Hauptbestandteil eine jeden Jobs ist der Produktionsplan, der die einzelnen Task-Prozessoren und somit den genauen Jobablauf enthält. Jeder einzelne Task-Prozessor kann einzeln konfiguriert werden. Sind die richtigen Einstellungen gefunden, lassen sich diese in sogenannten Parametersätzen prozess- oder auftragsbezogen speichern und je nach Bedarf auszuwählen.

Client
Der Client verfügt im Gegensatz zu früheren Versionen von Apogee über alle Funktionen und Kontrollmechanismen um einen Auftrag vom Dateneingang bis zur Druckplattenausgabe erfolgreich steuern zu können. Um dies zu vereinfachen, haben die Agfa-Entwickler eine ganz neue Benutzeroberfläche geschafften, die durch verschiedenartige Statusanzeigen (verschiedene Farben, Animationen usw.) und kontextbezogene Symbole die Arbeit erleichtern soll.

Nach dem der Client gestartet und man mit der Datenbank verbunden ist, kann es auch schon losgehen. Mindestens drei Ansichten stehen grundsätzlich immer zur Verfügung. Die Systemübersicht zeigt den aktuellen Status aller verfügbaren Task-Prozessoren an. Hottickets sind eine spezielle Art von Jobs, deren Behandlung hier den Rahmen sprengen würde. Sämtlich im System vorhandene Jobs lassen sich unter »Aufträge« einsehen, filtern, verwalten und bearbeiten.

Systemuebersicht_APX

Die Systemübersicht im ApogeeX-Client (Klick für eine größere Ansicht)

Standarddruckauftrag in ApogeeX
Im Client erstelle ich als erstes das JobTicket, das sämtliche prozessrelevanten Daten und Einstellungen enthält. Dieses JobTicket kann entweder auf einer zuvor erstellten Vorlage basieren oder manuell von Grund auf neu erstellt werden, wofür ich mich in diesem Fall entscheide. Die Vorbereitung des Jobs erfolgt in fünf Schritten:

01_Verwaltung_APX 02_Optionen_APX 03_Plan_APX

(Klick für eine größere Ansicht)

Nach der Eingabe von einiger Kunden- und Auftragsinfodaten in der Verwaltung (1) (Auftragsname, Operator, Telefonnummern, Ansprechpartner usw.) wird festgelegt wie sich der Job im System (2) verhalten soll. Hier können für Meldungen wie zum Beispiel »Preflight in Ordnung« automatische Mitteilungen aktiviert werden. Der interessanteste und gleichzeitig auch umfangreichste Punkt ist unter »Plan« zu finden (3). Hier baue ich mir nach dem Baukasten-Prinzip meinen Auftragsablauf zusammen. In unserem Fall benötigen wir zuerst einen Dateneingang, z.B. einen Hotfolder. Mit der richtigen Einstellung sorgt dieser auch gleichzeitig dafür, dass mein Auftrag korrekt ins System eingepflegt wird. Danach wandert meine PS-Datei (oder auch ein PDF) durch den Normalizer, eine Art Distiller, dann durch den PitStop-Server, der mich auf alle Probleme hinweist und einige auch schon standardmäßig eliminiert. Die weiteren Task-Prozessoren heißen Ausführungsliste, Ausschießen, PDF Ready, Renderer, Plattenbelichter und Druckmaschine. Natürlich gibt es noch einige andere und auch die Reihenfolge muss nicht immer gleich sein. Auf die einzelnen Task-Prozessoren und deren Bedeutung werden wir im Laufe des Jobs noch zu sprechen kommen.

Produktionsplan_APX

Nachdem mein (Haupt-)Produktionsplan nun steht, gebe ich an dass ich alle geprüften und für produktionstauglich befundene Seiten geprooft werden und vorab eine niedrigaufgelöste PDF-Version meines Druckbogens für die Kundenfreigabe freigegeben werden soll. Noch stehen keine Produktionsdateien zur Verfügung, weshalb die Liste unter »Seiten« (4) noch leer ist, ebenso unter Ergebnisse (5). Allerdings sehe ich hier schon, anhand der Information aus dem Einteilungsbogen, wie meine Seiten auf dem Druckbogen später angeordnet werden.

TP_Verarbeitung_Status_APX

Ausschnitt_Jobsymbole_APX Damit ist die Vorbereitung des Auftrages auch schon abgeschlossen. Es folgen, na klar, die Auftragsdaten, die PDF. Anhand der Systemübersicht oder meines Produktionsplans kann ich genau sehen an welcher Stelle gerade eine Verarbeitung meiner Daten erfolgt. Nachdem der Preflight-Taskprozessor durchlaufen worden ist, bekomme ich zwei Symbole zu sehen. Anhand des PitStop-Preflight-Protokolls kann ich alle Veränderungen und Überprüfungen nachvollziehen. Das zweite Symbol signalisiert, dass Seiten zur weiteren Verabeitung zur Verfügung stehen. Die fertig geprüften Seiten ziehe ich in meine Ausführungsliste und setze dann den Auftragsablauf wieder in Kraft.
Übrigens ist es möglich, Korrekturseiten die später hinzukommen automatisch in die Ausführungsliste einfließen zu lassen. Die Austauschseiten können anhand der Versionsangabe (Kunde_Image_PP_107.pdf Version 2) leicht erkannt werden. An dieser Stelle führt eine Abzweigung zu unserem zweiten Produktionsplan, der Proofausgabe. Alle hier folgenden Task-Prozessoren sind entsprechend für die Ausgabe auf einem Proofgerät ausgelegt.
In früheren Apogee-Versionen war man beim Thema Ausschießen noch auf Kodak Preps angewiesen. Nun lassen sich Einteilungsbogen beliebiger Programme und Formate (pjtf, jdf usw.). Auch dieser Vorgang lässt sich hochgradig automatisieren. JDF bietet hat hier sehr interessante Möglichkeiten, die aber momentan bei uns noch nicht eingesetzt werden.

TP_Farben_APX

Natürlich bietet ApogeeX auch die Möglichkeit Farben und Farbräume zu konvertieren, aufeinander abzubilden (mappen) oder umzubennen. In der »PDF-Ready«-Taskprozessorgruppe geschieht genau dies und nicht nur das. Wenn die Option lizensiert ist, findet hier die Überfüllung (Trapping) auf PDF-Basis statt und nicht »In-Rip«. Sollten Transparenzen in PDF enthalten sein, werden diese mit der »Glätten«-Funktion flachgerechnet bzw. reduziert. Den Knochenjob im Workflow hat aber der Renderer. Hier laufen alle Einstellungen für Farben, Rasterweiten, Punktformen, Tonwertzuwächse, Bogenformat, Marken usw. zu einem verbindlichen Ergebnis zusammen. Eine sehr gute Möglichkeit möglichst verbindliche Korrekturabzüge zu erstellen, bietet die PDF-Proofer-Option. Damit wird das Druckplattenbitmap in die PDF-Hülle gesteckt und lässt sich so schnell in Acrobat bzw. Adobe Reader öffnen und begutachten. Im Client kann ich mir hier schon die einzelnen Farbauszüge sowie die Bogen in einer niedrigaufgelösten Übersicht anschauen. Somit sehe ich auf einen Blick ob die Seitenpositionierung stimmt oder ob Sonderfarben beispielsweise enthalten sind oder nicht.

Auftraege_Boegen_APX

An dieser Stelle ist unser Auftrag schon sehr weit vorangeschritten. Trotzdem lässt sich jederzeit auch noch eine Korrektur, z.B. in Form einer Austauschseite einbringen. Diese aktualisiert die Ausführungsliste, die wiederrum nur die Verarbeitung des Bogens veranlasst, auf dem die Seite steht. Selbst eine Änderung der angegebenen Druckmaschine geschieht ohne viel Aufwand und unter Kontrolle des Anwenders, dem zu jeder Zeit im Workflow jegliche Infos zum Job zur Verfügung stehen.

Aktionen_APX

Ich leite den Auftrag also weiter zum letzten Segment meines Produktionsplans, der Ausgabe. Diese »Weiterleitung« erfolgt übrigens immer dann, wenn sogenannte »Meilensteine oder Aktionen« eine Intervention seitens des Operators erfordern. Zum Schluß fehlen lediglich die Infos über das spätere Ausgabe-/Plattenformat, Belichterauflösung und weitere Druckmaschinenparameter. Die meisten dieser Einstellungen haben allerdings schon im Laufe der Verarbeitung gewirkt. So kann der Normalizer die Einstellung »für Sonderfarben Papiertyp-Bezeichnung verwenden« nicht setzen, wenn nicht auch ein Papier für die Druckmaschine definiert ist. Dass der Ablauf eines solchen Produktionsplanes nicht linear abläuft, merkt man dann auch ziemlich schnell.

Beim Rendern der Bogen dauert es je nach Auftrag schon ein bisschen, was aber angesichts der sonst allgemein schnellen Verarbeitung nicht negativ auffällt. Im sogenannten »PrintDrive«, einem Überbleibsel aus einer früheren Apogee-Version kommen die Druckplattenbitmaps an und werden zum Imposition-Proof abgeschickt. Wird dieser ohne Änderung freigegeben, kann man endlich zur Plattenbelichtung übergehen und der ausführende Operator freut sich über einen gelungen Auftrag.

Fazit
Mit ApogeeX haben wir endlich wieder mit den Entwicklungen auf dem DTP-Markt gleichgezogen. Die Einstellung der einzelnen Task-Prozessoren erfordert natürlich sehr viel Know-how. Jedoch ist es meiner Meinung nach durch die neue Benutzeroberfläche, einem neuen Bedienkonzept sowie einer wirklich ausführlichen und hilfreichen Dokumentation einfacher einen Druckauftrag schnell und sicher verarbeiten zu können. Mir macht es auf alle sehr viel Spaß immer wieder neue Produktionspläne zu basteln.


Kategorie: Print, Software
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5 Kommentare zu “ :ApogeeX ”

  1. pierro marie

    mein fazit zu diesem blog_artikel:
    nichts anderes als grandios ! ich wuenschte, solch beitrage
    in diesem ausmass wuerde man mehr finden koennen, aber
    haengenden hauptes muss ich aber auch gestehen, mein blog
    glaenzt nun auch nicht wirklich in diesem zusammenhang

  2. Klaus

    Ich kann mich nur anschließen, der Beitrag ist wirklich mehr als gelungen.
    Gut verständlich, sehr detailiert und informativ. Mich würde interessieren, ob sich die ersten, positiven Erfahrungen nach nunmehr 8 Monaten bestätigt haben!?

  3. Arne Kocher

    Hallo Klaus,

    ja absolut!

    Mittlerweile haben wir das Update auf ApogeeX 3.5
    installiert bekommen. Damit hat das Workflow-
    system nochmals an Leistungsfähigkeit zugelegt.

    Dennoch muss ich zugeben, nach über acht Monaten
    das System funktionstechnisch noch nicht ausgereizt
    zu haben. Aktuell versuche ich mich an der Einbindung
    unseres Digitaldrucksystem in ApogeeX. Das Apogee-
    System zeigt sich in vielerlei Hinsicht als offen und
    kompatibel.

    Natürlich gibts auch Kleinigkeiten, die (momentan)
    noch nicht vollständig funktionieren bzw. etwas
    schwieriger zu konfigurieren waren (z.B. Preflight).

    Insgesamt lässt ApogeeX momentan keine Wünsche
    bei uns offen, was früheren Versionen nicht immer
    der Fall war.

    Bist du selbst Anwender von ApogeeX?

    Gru:sse
    Arne

  4. Klaus

    Hallo Arne,

    ich finde diesen Anwenderbericht, aus der täglichen Praxis, einfach sehr fundiert aufgebaut und denke, dass viele die vor einer Kaufentscheidung bei ApogeeX stehen, dadurch eine echte Hilfestellung bekommen.

    Meistens ist man ja erst nach dem Kauf schlauer aber nach dem Lesen Deiner Bilanz…

    Grüsse

    Klaus

  5. Das Europadruck Blog » Druckvorstufe - ApogeeX von Agfa in der Praxis

    […] Arne Kocher, Mediengestalter in einer Druckerei, hat seit Ende 2006 die ApogeeX Software von Agfa in der täglichen Praxis im Einsatz und dazu im Januar 2007 einen sehr detaillierten Anwenderbericht veröffentlicht. Arne Kocher bestätigt auch noch zum heutigen Zeitpunkt seine erste, positive Bilanz zu Jahresbeginn. Wer sich also mit diesem Thema im Bereich Prepress beschäftigen muss oder möchte, ist gut beraten, den Artikel einmal zu lesen. Tags:  Agfa, Druckvorstufe 13. Juli 2007 […]

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