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Maren Mischke

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Ich war vor Weihnachten in New York und habe dort unter anderem auch den Times Square besucht. Obwohl ich letztes Jahr schon einmal dagewesen bin, hat er dieses Mal einen tiefen Eindruck hinterlassen. Am Times Square ist es laut, hektisch, schnell, bunt, schrill, chaotisch… Und irgendwie total verrückt. Alles ist voller leuchtender und blinkender Farben. Jetzt fragt ihr euch sicherlich „Können Farben überhaupt blinken?“. Nun ja, eigentlich nicht, aber am Times Square schon. Ich war noch nie auf einem LSD-Trip, aber so in etwa stelle ich mir das vor. In einem Wort zusammengefasst, ist dieser Platz vor allem eines: verwirrend. Und meiner Meinung nach das Musterbeispiel für Reizüberflutung. Wer also bei dem Wort bisher keine konkrete Assoziation hatte oder sich darunter nichts vorstellen konnte, der möge doch bitte einmal den Times Square besuchen. Eine Alternative wäre vielleicht noch Las Vegas, ich denke, da dürfte es ählich aussehen.

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Früher dachte ich, der Times Square wäre ein Platz. Dass dort aber auch Verkehr fließt und zusäzlich zu dem wilden Geblinke noch hupende Autos, die Baustellen umfahren dazu kommen, darauf war ich nicht vorbereitet. Die bedenkliche Fußgängerführung, wenn man die Straßenseite wechseln möchte, mal ganz nebenbei erwähnt. Überhaupt, Fußgänger – die sind ebenfalls in Massen vorhanden und bilden eine zusätzliche Gefahrenquelle. Wer dort aus einer Seitenstraße – sei es nichts ahnend oder vorbereitet – um die Ecke biegt und aufgrund der Informationsflut einfach stehenbleibt, der hat schlechte Karten oder aber ist ein menschgewordener Schrank und kann sich deswegen in den Menschenmassen behaupten. Das Foto, das ihr über diesem Artikel seht, entstand, tja, vielleicht war es ein Stück Baustelle, das versehentlich abgesperrt wurde oder eine Art Fußgängerweg? Es ist schwer, das so genau zu sagen.

Ansonsten habe ich kaum Fotos gemacht, weil ich die Befürchtung hatte, meine Kamera mit so viel Bildinformation in einem Motiv zu überfordern. Außerdem fehlte mir die Geduld, die schönsten Werbungen ausfindig zu machen, denn sie sind einfach überall. Und das meine ich wörtlich. Ich warte nur noch darauf, dass der Boden mit leuchtenden Platten ausgelegt wird, vielleicht in dem Stil der abwechselnd aufblinkenden Disco-Fußböden? Ich möchte da nichts heraufbeschwören.

Alles ist mit Werbeplaketen unterschiedlichster Größe vollgepflastert. Diese werden angestrahlt, damit man sie auch im Dunkeln sehen kann. Oder aber sie leuchten selbst. Videos und Textbotschaften laufen über Displays, die nicht einfach nur erschreckend groß sind, Nein, sie sind natürlich auch in Wellenform oder haben sonstige verrückte Formen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was die Platzierung einer Werbung dort kosten würde und welche Unsummen die Herstellung und der Unterhalt verschlingen würde… Dabei werden auf den Werbeflächen nicht nur Produkte angepriesen, von denen man die Verwendung der gesamten Farbpalatte irgendwie erwarten würde, sondern auch Banken wie zum Beispiel die „Bank of America“, die ein riesiges, wellenförmiges und – natürlich – animiertes Display über dem Eingang hängen haben.

Es ist also wirklich nicht leicht, dort die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Werbetafel zu lenken. Die fassadenfüllenden Werbung von Charming hat bei mir dennoch Eindruck hinterlassen:

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Was das „Go in style!“ auf dem rechten Plakat bedeutet, habe ich übrigens nicht verstanden, wenn also hier jemand die Bedeutung kennt und das posten würde, würde ich mich sehr freuen.

Ich hatte mir zu Beginn des Urlaubs das Ziel gesetzt, mal ein wenig gezielter als sonst auf Werbung zu achten. Ich wollte wissen, ob sich amerikanische Werbung stark von der deutschen oder europäischen Werbung unterscheidet und falls ja, inwiefern. (Anmerkung: Dazu habe ich einen eigenen Artikel begonnen, jedoch Informationsgehalt so subjektiv, dass ich mir noch unsicher bin, ob es sich lohnt, diesen Beitrag weiter auszuarbeiten.) In dem Moment, an dem ich auf dem Times Square stand und auch nur annähernd versuchte, all diese Eindrücke zu sortieren und zu verarbeiten, gab ich dieses Projekt auf und wünschte mich an einen abgelegenen Küstenstreifen mit Blick auf das Meer und grüne Landschaft. Mein gebeuteltes Hirn ist einfach nicht in der Lage dazu, diese ganzen Werbetafeln zu erfassen, geschweige denn zu analysieren.

Ein Beispiel möchte ich euch allerdings noch zeigen. Mir haben diese geschickt platzierten Werbeplakate mit den Slogans „Google this“ und „Google that“ sehr gut gefallen:

ts_02.jpg

Diese Werbung ist wirklich toll auf den Einsatzort zugeschnitten. Allerdings jagte sie mir auch ein wenig Angst ein. Gibt es wirklich Menschen, die all diese Informationen derartig verarbeiten können, dass sie auch noch der Aufforderung, danach zu googlen nachgehen könnten? Damit wäre man doch ewig beschäftigt…


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