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Maren Mischke

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Meine Omas werden zu Weihnachten ein schön gerahmtes Foto von meinem Bruder, meinem Freund und mir bekommen. Ich denke, das kann ich euch an dieser Stelle verraten und ihr werdet mich nicht verpetzen. Soweit also alles super. Natürlich werden wir es aus diversen Gründen nicht mehr schaffen, noch vor Weihnachten einen Fototermin zu vereinbaren. Deswegen habe ich von uns dreien jeweils ein Foto bearbeitet und in InDesign schön nebeneinander gesetzt und dann diese Gesamtkomposition so verteilt, dass ich auch das ganze Blatt Fotopapier sinnvoll ausnutzen kann. Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Die Zusammenstellung sieht auch wirklich gut aus. Zumindest wenn man ignoriert, dass ausgerechnet mein Bild ein bisschen blass ist und Photoshop da auch nicht mehr allzuviel hergibt. Egal. Der gute Wille zählt ja bekanntlich.

Daheim habe ich einen PC. Alles, was Photoshop angeht, mache ich sonst aber immer auf der Arbeit und da habe ich einen Mac. Am PC arbeitet es sich nun mal anders und da ich gerade am heimischen PC – und dann auch noch in Kombination mit meinem äußerst knapp bemessenen Zeitbeudget – gerne mal zur Ungeduld neige und selbstverständlich schon längst mit dem Kram hätte fertig sein müssen, war Ärger eigentlich schon vorprogrammiert.

Wundersamer Weise hatte ich diese Gefahrenquelle recht schnell umschifft und ich musste mein fantastisches Weihnachtsgeschenk nur noch ausdrucken. Sogar das Fotopapier hatte ich nach kurzer Suche – und das, nachdem ich kürzlich umgezogen bin! – gefunden. Ich war also mehr als guter Dinge, denn ich war 1.) schneller als gedacht mit der Bildersuche und den Retuschen fertig, 2.) hatte ich die Bilder so auf der Seite angeordnet, dass der Druck problemlos klappen sollte, 3.) hatte ich tatsächlich Fotopapier da und es 4.) auch noch schnell gefunden, 5.) hatte ich es dank vorhandener Anleitung (!) richtig herum eingelegt (!), 6.) war auch noch genug Tinte im Drucker, 7.) hatte ich daran gedacht, die Bilder in RGB zu lassen, weil ich ja am Heimdrucker was drucken wollte und 8.) lag mein kleines Tchibo-Schneidemaschinchen schon bereit. Es lief also wie am Schnürchen.

Als ich auf die Druckeinstellungen klickte, konnte ich sogar das genau das semimatte „everyday photo paper“ auswählen, dass ich vor mir liegen hatte. Ich habe einen HP-Drucker und sogar HP-Fotopapier. Ich nehme an, dass das damals beim Drucker dabei war, denn ich kann mich nicht daran erinnern, das mal gekauft zu haben. Ich war mir zuvor nur immer sicher gewesen, welches da zu haben. Mein optimaler Druck (Fotos für Omas sind ganz klar die Qualitätsstufe „optimal“ wert) rödelte so vor sich hin und ich surfte noch ein bisschen und war stolz auf meine Taten.

Doch was sah ich, als die erste Seite Stück für Stück aus dem Drucker lugte? Ein schlechtes Druckergebnis. Mit feinen Streifen, die sich gleichmäßig auf der Seite verteilten. Es sah aus, als ob die Farbe einfach nicht auf dem Papier hätte halten wollen. Wofür habe ich denn bitte Drucker und Papier von derselben Firma und diese Papiereinstellungen genommen? Wohl kaum, damit der Druck schiefgeht!

Ich atmete einmal tief durch und startete den Druck noch einmal neu, wählte aber einen anderen Papiertyp aus. Und siehe da – es kam ein schönes Druckergebnis heraus. Gut, die Farben sind ein bisschen dunkel geworden und ich finde, das Schwarz ist ganz klar ein wenig dominant vertreten, aber hey, das langt mir völlig. Ich habe leider eine noch ungesündere Gesichtsfarbe als in Natura. Mein Freund steht vor einem dunkelgraublauen Hintergrund anstatt einem dunkelblauen. Aber dafür hat das Foto meines Bruders eine besser Zeichnung bekommen. Man muss das alles positiv sehen.

Aber wieso funktioniert diese Einstellung, die eigentlich ein nahezu perfektes Zusammenspiel meiner Komponenten garantieren müsste, einfach nicht? Es gibt Dinge, die muss man einfach nicht verstehen.

5 Kommentare zu “ Die Weihnachtsdruckerei ”

  1. creezy

    Naja, Drucker(farb)management ist ja auch eine heilige Sache für sich.

    Aber ich wünsche Dir ’nen Mac vom Weihnachtsmann für zu Hause!

  2. Valentin Tomaschek

    Aber wieso funktioniert diese Einstellung, die eigentlich ein nahezu perfektes Zusammenspiel meiner Komponenten garantieren müsste, einfach nicht? Es gibt Dinge, die muss man einfach nicht verstehen.

    Ich habe einen HP-Drucker und sogar HP-Fotopapier.

  3. Christian

    Mein Canon Drucker mit okinool Canon Papier bringt wunderbare Ergebnisse zustande. Als ich das (auch wegen dieses komischen Weihnachtens) ausprobiert habe, war ich positiv überrascht. Mittlerweile werden hier Präsentationsausdrucke für Kunden ebenfalls auf diesem Papier gedruckt. Denn manchmal muss man Websites auch mal auf dem Papier präsentieren und das sieht normalerweise immer schlechter aus als auf dem Bildschirm.

  4. Andre

    .. und ich dachte das man als Mediengestalter auch das Thema Colormangament, ICC-Profile und Profilierung erlernt.
    Gut das ich kein Mediengestalter bin – ich hätte jetzt eine Wissenslücke :-)

    Nein ernsthaft, setzte mich auch gerade mit dem Thema auseinander und muss sagen, das es das Verständnis für Farbe und Druckbild mich einiges an Gehfarhrenquellen umgehen lässt.

    Frohe Weihnachten!
    André

  5. Maren Woker

    Andre, vielleicht habe ich dich jetzt falsch verstanden, aber gerade WEIL Colormanagement kein Fremdwort für mich ist, hätte ich erwartet, dass ich gute Ergebnisse bekomme, wenn ich die extra dafür konzipierten Einstellungen nutze. Schließlich sollte das Profil für das Papier zum Beispiel den Farbauftrag steuern. Das ist in der „echten“ Druckvorstufe ja nicht anders.

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