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Maren Mischke

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Seit einiger Zeit gibt es diesen eigenartigen Trend, Umlaute zu vermeiden. Ich finde eine derartige Schreibweise allerdings frag- und vor allem äußerst merkwürdig. Ja, genau, „äußerst merkwürdig“ und nicht „aeusserst merkwuerdig“. Das liest sich doch schlecht. „ae“ anstatt „ä“, „ss“ statt „ß“… Will man mir demnächst auch noch ein X für ein U vormachen?

Meiner Meinung nach gibt es für derartige Schreibweisen nur genau eine akzeptable Entschuldigung und das ist ein Auslandsaufenthalt und eine dementsprechend andere Tastaturbelegung.

Ich habe mich in meinem letzten Blogeintrag ja schon geoutet, dass ich eine Leidenschaft fürs Musikfernsehen hege. Gestern bei VIVA wurden meine Nerven dabei jedoch wieder einmal überstrapaziert. Die Sendung, in der die größten No. 1-Hits gespielt werden, heißt in der fortlaufenden Unterzeile nicht etwa „Die größten Hits“ sondern „Die groessten Hits“. Argh! Warum tut man mir das an?

Das Schlimmste daran: Hier hat sich nicht irgendjemand gedacht, och, wir sind doch die coole Internetgeneration, wir schreiben das mal total jugendsprachemäßig, weil wir so close zu den Kids sein wollen, sondern es ging nicht besser. Ja, ihr habt richtig gelesen: es ging nicht besser. Die Schrift, die dort verwendet wird, hat keine Umlaute im Sortiment.

Ist das nicht erschütternd? Warum hat denn dann bitte jemand ausgerechnet diese Schrift ausgesucht? Für einen deutschen Musiksender? Obwohl da keine Umlaute enthalten sind? Wenn die wenigstens schön oder außergewöhnlich wäre, gut, da könnte mein Gestalterherz vielleicht noch ein klitzekleines bisschen Verständnis aufbringen, aber die ist weder noch! Dafür hat meine typografische Seite einfach kein Verständnis.

Ihr fragt euch, woher ich das mit den Umlauten weiß? Nun, ich habe keine Ahnung, wie die Schrift heißt, aber eins weiß ich sicher: als die neue Schrift erstmals eingesetzt wurde, flimmerten Untertitel wie die „Die gr ten Hits“ über den Bildschirm. Das bedeutet, es war alles korrekt eingegeben, aber die Schrift konnte weder das „ö“, noch das „ß“ darstellen.

Es gibt doch Millionen und Abermillionen Schriften, warum entscheidet VIVA sich ausgerechnet für die? Wer hat da gepennt? Und ist es wirklich eine Lösung, einfach alle Umlaute zu umschreiben?

P.S.. Mediengestalter für Bild und Ton, äußert euch… :o)

16 Kommentare zu “ Umlaute? Gib’s nich‘. ”

  1. katha

    Bestimmt ein Freefont. :D

  2. Heiko Eckert

    ich sollte als nonprintler des Blogs wohl einen Beitrag schreiben:“wieso umlaute doch böse sind“… :)

  3. Markus Tacker

    aeusserst merkwuerdig

    wäre richtig und in der Tat sehr schlimm.

    Angefangen haben diejenigen, die Straße grundsätzlich nur noch mit doppeltem «s» schreiben.

    katha schrieb:
    Bestimmt ein Freefont. :D

    Es gibt auch jede Menge kostenpflichtige (Pixel-)Fonts die keine Umlaute haben.

  4. Maren Woker

    Markus Tacker schrieb:

    aeusserst merkwuerdig

    wäre richtig und in der Tat sehr schlimm.

    Ach ja, richtig, das habe ich direkt mal korrigiert. Gar nicht so einfach, das so konsequent falsch zu schreiben…

  5. katha

    Markus Tacker schrieb:
    Es gibt auch jede Menge kostenpflichtige (Pixel-)Fonts die keine Umlaute haben.

    Ist mir bekannt, wollte eigentlich nur ein bisschen sticheln.

    Spass beiseite: Die Umlaute gehoeren nunmal in unser deutsches Alphabet. Fuer Fernsehsendungen eine Schrift zu benutzen, die dass nicht unterstuetzt ist, verursacht (wenn man denn penibel sein will) Rechtschreibfehler.
    Dass das nicht optimal ist, darueber braucht man wohl nicht zu diskutieren.

    Die fehlenden Umlaute in meinem Text bitte ich zu entschuldigen. Ich sitze den ganzen Tag lang an einer englischen Tastatur. ;-)

  6. Benjamin Mischke

    Gibt es irgendeine Rechtschreibregel, die das Schreiben / Benutzen von Umlauten vorschreibt? Nein? – Schoen. :)

  7. Markus

    Mh, ich bin da ganz unentschlossen. Fonts zu verwenden die „vollständigen“ Zeichenumfang haben ist schon verdammt dämlich, aber trotzdem bin ich nicht ganz deiner Meinung, weil:

    1.) Sich Sprache verändert und man dies auch zulassen sollte – in Deutschland ist man da viel zu ziemperlich -> siehe Rechtschreibreformen.
    2.) Zum Beispiel das ß ursprünglich einem sz war und durch verschmelzen diverse Ligaturen (div. Theorien gibt´s dazu) entstand.
    3.) Es im Nonprint eben doch problematische Buchstaben sind.
    4.) Print und Nonprint immer mehr verschmelzen und man sich schon überlegen sollte, wie man z.Bsp. eine Firma oder Produkt nennt wenn nicht 1:1 als Domainenamen umsetzbar. (ist eben sowas wie Weiterentwicklung von Sprache und Anwendung dieser).

    Danke dafür, mit deinem Beitrag mal wieder meine müden Zellen angestrengt zu haben :).

    Grüße,
    M

  8. Valentin Tomaschek

    Wenn es nur die Umlaute w?ren. Immer H?ufiger sind es ja auch die ?Kids? die dann quasi ihre SMS?Schreibweise in die komplette Kommunikation verlagern. Aber genau die versucht Viva wohl mit ihrem Font anzusprechen. Gibt es in Deutschland ?berhaupt noch Vh1?

    Die fehlenden Umlaute in meinem Text bitte ich zu entschuldigen. Ich sitze den ganzen Tag lang an einer englischen Tastatur. ;-)

    Nix da mit entschuldigen! Dein/mein Notebook hat Umlaute! Und ich weiss es! ;)

  9. alex

    hm. wenn ich mir die, ich nenne sie mal, moderatoren angucke und höre, wundert mich das nicht. ist ja nicht so als würde der sender einen gewissen intellekt vom zuschauer erwarten. hauptsache trendy. und wie das numal so ist in unserem beruf, muss nichts wirklich funktionieren oder richtig sein- hauptsache es sieht gut aus. viva la… resignation

  10. Kerstin

    Hihi,

    damusste ich gerade an einen skandinavischen Kunden denken mit dem ich neulich das Vergnügen hatte.

    Ich: „Entschuldigen Sie bitte, aber ich kann die Daten leider nicht von ihrem FTP-Server herunterladen. Könnten Sie bitte alle Sonderzeichen entfernen?“

    Kunde: „Der Dateiname enthält keine Sonderzeichen“

    Ich: „Ich denke aber es gibt Probleme mit diesem durchgestrichene O und dem ae das direkt aneinader geschrieben ist.“

    Kunde: „Kennen Sie diese Buchstaben denn nicht? Das ist doch ein *hier folgen Geräusche die ich weder nachahmen noch nachschreiben kann* und ein *noch einmal was ähnliches in anderer Tonlage*. Das sind ganz normale skandinavische Buchstaben, das sind keine Sonderzeichen.

    Aber wenn Sie in Deutschland damit Probleme habe ändere ich die. Aber auf dem Produkt steht das auch drauf, drucken können Sie das aber, oder?“

    Wären doch ein paar Deutsche mehr auch nur halb so überzeugt von ihrer Sprache.

  11. Birgit

    Ich finde es auch schade, daß das deutsche zz allmählich ausstirbt. Seit der Rechtschreibreform meinen manche Leute, überall wo früher sz stand, einfach ss schreiben zu müssen. Weist man sie drauf hin, kommt meistens zurück: „ist mir zu doof“ oder „oh ja, stimmt“. Letztere machen es dann doch beim nächsten Mal wieder falsch. Entwicklung von Sprache ist eine Sache, aber den Leuten eine Reform aufzuzwingen, nach der sich keiner mehr auskennt, eine andere. Ich schreibe nach der alten Rechtschreibung, denn die beherrsche ich wenigstens :)

  12. Marie

    Wo ist der Informationsgehalt des Blogbeitrags ? Irgendwie bist du nur am rumnOErgeln. Haettest wennigstens nen Screenshot, den Name des Labels oder die Schriftart recherchieren koEnnen.

    PS: ich weiss ganz schOEn fiess.

    ABER: wer austeilt muss auch einstecken kOnen.

  13. Valentin Tomaschek

    Marie: Mh, muss ein Blogbeitrag immer einen Informationsgehalt haben? Ja, eigentlich schon. Die Information die ich hier erhalte ist die, dass Maren sich über die Entwicklung der Sprache geärgert hat.

  14. Philipp Mischke

    Ich frage mich ernsthaft, ob ich der Auslöser war. Schließlich schreibe ich mit meinem Handy nie Umlaute wenn ich Maren eine SMS schicke *g*
    Mit Deutscht haben wir eine sehr schöne Sprache. Aber aus IT-Sicht sind Sonderzeichen und Umlaute einfach anstregend, weil sie Arbeit machen. Für einen TV-Sender sollte sowas aber eigentlich egal sein und darf so ein „Fehler“ (denke/hoffe das ist es gewesen) nicht passieren.

    P.S: Ihr unterhaltet Euch in jedem zweiten Artikel über den Sinn/Unsinn eines Blogs… Ich möchte mich da nicht unnötig beteiligen, aber solange Leute es lesen und kommentieren ist es doch okay.

  15. peinlich

    Ganz schön peinlich, dass ihr hier keine kritischen kommentare im blog zu lasst. armutszeugnis.

  16. Valentin Tomaschek

    peinlich: Sofern es sich um konstruktive Kritik handelt gerne! :)

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