Redakteur

Florian Knörl

<img src='http://www.mediengestalter-blog.de/wp-content/upload/florian_knoerl.jpg' alt='Florian Knörl' /></p> <p>Florian arbeitet in einer vollstufig ausgelegten Druckerei als Medien- gestalter, Fachrichtung Printmedien. Zu seinem Hauptaufgabenbereich gehört der Satz und die Herstellung von Verlags- werken, die Überwachung und Optimierung eines PDF- und Colormanagement- Workflows sowie die technische Betreuung der Vorstufe. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Fotografie und Buchkunst. <h2>Mitgliedschaften</h2> <p>? <a href="http://www.mediengestalter.info">Mediengestalter-Forum</a> <h2>Links</h2> <p>? <a href="http://www.typoflori.de">Ein Geviert kommt selten allein-Blog</a>

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Das PDF (die PDF, der PDF… da kann man wunderbar streiten, welcher Artikel da nun der Richtige ist) ist ein wunderbares, extrem flexibles Format, dass uns jeden Tag begegnet. Sein Einsatzzweck ist beinahe unbeschränkt, die Erstellung ist kinderleicht und alles wird bunter, einfacher und schöner mit einem PDF als Weggefährten…

Keine Sorge, das meine ich nicht ernst. Gut, ein paar Dinge mögen vielleicht richtig sein, z. B. begegnet mir diese Dateiform auch jeden Tag ? Montag bis Freitag in der Arbeit, zu 90% dann als Druckvorlage (oder als eine Quasi-Vorlage, die beinahe druckfähig ist), Samstags als Schulungsmaterial-Sammlung meiner Fortbildung und Sonntag dann beim Lernen, beim Informationen-Graben im Internet oder einfach aber gemein als BAföG-Formular, dass trotz der volldigital vorliegenden Form erst mal quer durch die Welt geschickt werden will (um dann wieder zurückzukommen, und nochmals quer… ihr wisst es ja selbst).

Also es gibt schon viele PDF-Dateien – das ist durchaus wahr, und sie sind auch sehr flexibel – das ist auch wahr. Nur das Problem, welches ich beim täglichen Verwenden von PDFs sehe, ist (zumindest bei mir im Vorstufenbereich) die Unwissenheit der Erstellenden, was denn so ein PDF überhaupt sein soll. Je nach Ausbildung, Position und eigenem Lerntrieb ist der Wissensstand über die PDF-Erzeugung, Verwendung und Weitergabe meistens eher mau. Obwohl eigentlich alles ganz einfach wäre: Ich bekomme eine gut erzeugte PDF-Datei, füttere meinen Workflow damit, kann allerlei interessante Dinge aus der PDF-Datei herauslesen, mein Workflow tut dasselbige und schon habe ich perfekt aufbereitete Daten, die mehr oder minder selbständig den Weg in mein Vorstufensystem gefunden haben. So ist die Theorie, und manchmal klappt das auch so.

Die meiste Zeit allerdings sind irgendwelche kleinen oder großen Fehlerteufel am Werk, die einem das Leben schwer machen. So ist z. B. schon die einfache Einstellung ?Sicherheit? (ja, man könnte ein PDF theoretisch vor Veränderung und Ausdruck schützen) ein Gräuel für die meisten Vorstufensysteme. Und so geht das weiter, von Farbeinstellungen über sehr interessante Versuche der Schrifteneinbettung bis zu total unbrauchbaren Halb-PDFs, die einem (hier nicht weiter genannten) Programm entspringen. Der Zeitaufwand, eben diese Daten dann zu retten (oder im Worst-Case einfach neu anzufordern, und dem Ersteller mal schnell einen Crashkurs in der Erzeugung von PDF-Dateien zu geben) ist teilweise wirklich immens.

In diesem Fall kommen dann leider die ewig Gestrigen auf den Plan. Diese wunderbaren, teilweise wirklich versierten Vorstufenmenschen, die einen ?Ich sage Ja! zu offenen Daten?-Aufkleber auf dem Monitor haben und immer wieder mehrstimmig ihren Sprechgesang anstimmen: Offene Daten seien komfortabler, man könnte weitaus besser steuernd eingreifen, mit offenen Daten sind Korrekturen gar kein Problem, die Reinzeichnung und Druckdatenerstellung bindet doch die Kunden an die Druckerei, alles wäre besser als im Moment (weil?s wie früher wäre, und früher… ja, ich weiß, ihr wisst es selbst). Leider war die Geschichte des PDF-Formates auch nicht immer ohne Fehler ? und so kann es einem passieren, dass man haarsträubende Geschichten von abstürzenden Belichtern, stundenlangen Rechenvorgängen und fehlenden Farbauszügen zu Gehör bekommt, wenn man das Wort ?PDF? auch nur in den Mund nimmt (dass der Belichter Baujahr 1991 war, muss man ja nicht immer erwähnen).

Natürlich sind offene Daten besser veränderbar ? aber gerade das wollen wir doch nicht! Ich für meinen Teil möchte vom Ersteller Daten bekommen, diese dann prüfen, bei Bedarf Feedback geben und damit in mein Workflow-System reingehen. Sobald ich selbst Ersteller bin (und das wechselt jeden Tag mehrfach, also kenne ich wirklich beide Seiten) möchte ich meine investierte Arbeit genau so wie geplant auf Papier geliefert bekommen ? nicht das, was man durch Ausgabefehler, Farbmanagement-Unzulänglichkeiten oder andere Desaster aus meinen Daten machen könnte. Und das PD(F)-Format sorgt einfach für eine bessere Datenübergabe als andere Technologien (solange sie vernünftig erstellt wurden). Für die Druckvorstufe (wie auch für andere Bereiche) ist die PDF-Technik zwar noch nicht in allen Facetten ausgereift, aber die andauernde Weiterentwicklung stellt einen wirklich großen Schritt in eine einfache und fehlerreduzierte (nein, nicht fehlerfreie) Datenübergabe dar. Irgendwann werden sicherlich auch fast alle Standardanwendungen vernünftige, nach X-Normen angepasst PDFs erzeugen können, und die Druckereien werden soweit sein, alle relevanten Daten auszulesen und auch einen medienneutralen Workflow beherrschen (auch wenn wie oben schon angeschnitten viele Druckereien Angst davor haben, ihre Kunden an Online-Druckereien zu verlieren, wenn sie keine offenen Daten mehr bekommen, die sie ?magisch? in druckfähige Daten verwandeln können… Eine ?klassische? Druckerei kann, konnte und wird dem Kunden immer mehr bieten als eine ?Online-Druckerei?).

Für den Bereich der Vorstufe könnte man sich momentan nichts Schöneres vorstellen als PDF-Daten. Und auch als Lieferant ist es doch angenehm zu wissen, dass sich mein Umbruch nicht ändert, die Bilder wirklich so aussehen werden wie ich sie angelegt und ausgegeben habe und mein Format auch so bleibt, wie ich es einmal wollte. Deshalb sollte man öfter in die offene Diskussion zwischen Agentur, Druckerei und wem auch immer gehen. Ohne groß voreingenommen zu sein einfach mal alle an einen Tisch holen, und sich in Ruhe die Vor- und Nachteile dieses Formates ansehen, vielleicht intern ein paar Schulungen durchlaufen (die Druckerei führt die Fähigkeiten des PDFs vor und die Agentur zeigt ihre Datenaufbereitung für den Druck) und dann eine sichere und reproduzierbare Datenübergabe praktizieren. Im Prinzip will ja jeder nur, dass das Endergebnis passt – also wäre man in diesem Punkt ja schon mal einig. Das wird nicht für jeden Kunden klappen, und auch nicht mit jeder Druckerei. Aber man kann ja mal anfangen…

1 Kommentar zu “ Artikel-Reihe PDF: In der Praxis fehlt der Informationsaustausch ”

  1. Myanmang

    Ich sehe die Sache etwas kontrovers.

    Die kleinen Druckereien jammern immer nur und klagen über die bösen Online-Druckereien.
    In der Realität sieht es so aus – kleinere Druckereien bieten keinen Service, sind zudem unfreundlich und tun nur sehr wenig für die Kundenbindung. Meine Erfahrung…

    Bei Online-Druckereien stimmt der Preis, die Qualität und seit längerem auch der Service.
    Ich drucke fast nur online, z.B. bei http://www.flyerpilot.de, die Relaunchen übrigens gerade Ihre Website und bin sehr begeistert.
    Vielleicht sollten sich die Kleinen mal wieder mehr um die Kleinen kümmern und nicht nur jammern!

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