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Maren Mischke

…lebt und arbeitet im schönen Düsseldorf am Rhein.

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Eine Freundin von mir wurde vor einiger Zeit gefragt, wie sie persönlich denn eigentlich „aktives Networking“ betreiben würde. Damit das mal was wird mit der Karriere, wenn sie mit dem Studium fertig ist.

„Aktives was“? fragte sie und erntete einen mindestens ebenso verständnislosen Blick. „Aktives Networking. Kontakte und so…“? Da gehe man auf extra dafür ins Leben gerufene Veranstaltungen, wo man die richtigen Leute kennen lerne. Wenn man networkt (was für eine Wortkonstruktion!), ist man drin in der Szene und weiß, wie der Hase läuft. Meint zumindest dieser Gesprächspartner meiner Freundin.

Daraufhin haben wir uns folgendes gefragt: Ist unsere Gesellschaft wirklich schon so verkommen, dass wir nur noch miteinander reden, weil wir denken, dass der andere uns noch einmal irgendwie von Nutzen sein könnte.

Natürlich ist ein Netzwerk immer von Vorteil. Hätten wir bei der Arbeit (oder auch mein Freund und ich zu Hause) unsere Rechner nicht vernetzt, wären viele Arbeitsschritte wesentlich komplizierter. Und Ihr könntet nicht ins Internet gehen und diesen Text lesen.

Andererseits kann so ein Netzwerk auch viele Nachteile mit sich bringen. Zum Beispiel in Form von Computerviren. Oder auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Wer in einem Dorf wohnt, kann das sicher bestätigen. ;o)

Selbstverständlich habe ich ein soziales Netzwerk um mich herum. Ich betreibe auch „active social networking“ oder wie auch immer man das nennen möchte, wenn ich mal wieder meine Oma oder beispielsweise besagte Freundin anrufe. Außerdem grüße ich immer meine Nachbarn, schließlich ist mir wichtig, gut mit ihnen auszukommen. Und wenn ich daheim ein Computerproblem habe und mein Freund nicht zugegen ist, weiß ich, wen ich anrufen kann.

Ich möchte nicht leugnen, dass ich auch ein berufliches Netzwerk habe. Ich weiß, wer aus meiner ehemaligen Berufsschulklasse was kann, ich wüsste, wen im Mediengestalter-Forum ich für was ansprechen könnte und so weiter und so fort.

Doch irgendwie hat die Bezeichnung „active networking“ (diesmal mit dem englischen Titel) für mich einen unangenehmen Beigeschmack. Entstehen – und vor allem wachsen – Kontakte nicht mit der Zeit? Natürlich kann man sich ein Netzwerk aufbauen und sich vielleicht auch seines bestehenden Netzwerkes nach und nach bewusst werden. Aber kann man so etwas künstlich erzeugen? Quasi im Eiltempo?

Muss ich mir so eine Veranstaltung, auf der man ?active networking? betreibt, nicht einfach nur irre verkrampft vorstellen? Und gehen da nicht nur Leute hin, die vielleicht selbst nicht so viel zu bieten haben? Oder ist das vielmehr ein lockerer Plausch, aus dem sich mehr ergeben könnte und man lernt Personen mit ähnlichen Interessen kennen? Oder erweitert seinen Horizont, indem man Leute kennen lernt, die vielleicht in ganz anderen Branchen tätig ist als man selbst? Stellet sich mir dann die Frage, ob man dann nicht einfach auf ne stinknormale Party gehen kann berechtigter Weise oder sehe ich das einfach nur falsch?

Andererseits kann man die ganze Angelegenheit vielleicht mit Partnerbörsen und Single-Partys vergleichen. Da treffen sich ebenfalls Menschen, die sich noch nicht kennen, mit vergleichbaren Absichten. Und zu diesem Thema habe ich bisher auch sehr unterschiedliche Meinungen gehört. Vielleicht bin ich einfach nicht der Typ für sowas?

5 Kommentare zu “ Networking – kann man sich ein künstliches Netzwerk spinnen? ”

  1. Tim

    Single-Party ist glaub ich genau der richtige Begriff. Man muss sich nur mal diese Gästebucheinträge im großen „Networking“-Portal openBC angucken. Da gehts auch nur um „das eine“, nur auf einem vermeintlich höheren Niveau: „Sie haben da aber ein schönes Foto!“ oder: „Sie scheinen ja auch eine ausdrucksstarke Persönlichkeit zu sein…“ Bla bla bla. Jaha. :-)

  2. anton

    networking ist ja im wesentlichen nur ein neudeutsches wort dafür, was jeder vernünftige mensch ohnehin macht: man zeigt sein gesicht bei diversen branchenveranstaltungen, knüpft kontakte über das berufliche hinaus oder engagiert sich vielleicht in vereinen.
    wenn so geknüpfte kontakte auf lange sicht einigermaßen was bringen sollen, dann bedarf es stetigen gebens und nehmens, man muß sie pflegen – dies meist über einen längeren zeitraum.
    deshalb glaube ich kaum, daß aufgesetzte networking veranstaltungen irgendeinen wirklichen nutzen haben, außer, daß sie möglicherweise einen erstkontakt herstellen.

  3. ultradeadline

    …machen wir uns nichts vor: ohne Vitamin B läuft in dieser Branche garnichts. Die Idee „Networking“ ist gut, doch die Welt schon lange soweit. Die Bezeichnung Networker ist schlimmes Denglisch.

  4. Vincent

    Also das openBC-Netzwerktreffen, welches ich vor einem Jahr im Axel-Springer-Haus mitgemacht habe war die Zeit wirklich nicht wert.
    Dort haben sich irgendwelche Cliquen getroffen, die sich ohnehin schon kannten und dann miteinander unterhalten. Es hat kaum Vernetzung stattgefunden, abgesehen davon, dass ich einen alten Bekannten getroffen habe, war die Veranstaltung ein Reinfall.
    Die Teilnehmer kamen aus den verschiedensten Berufen und es war dadurch einfach keine Grundlage für ein gemeinsames Interesse gelegt, sodass man in ein konstruktives Gespräch kommen konnte.

    Empfehlen kann ich jedoch themenspezifische Seminiare z.B. zum Thema „Web 2.0″ , „Online Marketing“ oder z.B. „PHP“ etc. pp., wo man zwischen den Sessions sehr einfach interessante Menschen kennenlernen kann, da man z.B. über das vorgetragenen Thema reden kann und ja durch gemeinsame Interesse an der Branche eine gute Gesprächsgrundlage besitzt.

    Ich bin zwar auch kein Fan von übertriebenen Neu-Deutsch „active networking“ aber bevor ich „active networking“ verurteile, würde ich es erstmal ausprobieren und mir dann meine Meinung drüber bilden.

    Also lasst euch nicht von diesem Posting abschrecken auch mal etwas Neues auszuprobieren. Zudem wurde die Frage “ Networking ? kann man sich ein künstliches Netzwerk spinnen?“ nicht beantwortet.

    Maren, was meinst du mit künstlichen Netzwerk ? Ein Netzwerk, dass künstlich entsteht, weil es durch ein iniziertes Netzwerktreffen aufgebaut wurde ? Oder ein Pseudo-Netzwerk, das quasi existiert aber nichts bringt ? Oder etwas Anderes ?

  5. Edwin

    Das Medium ist die Message (Marshal McLuhan).
    Die Medien massieren uns (ORF Radio 1991; Vilem Flusser, Telematik).
    Das Netz nährt Katastrophen und lebt von Katastrophen. (Katastrophentheorie, V.Flusser + 1992)

    Network (76′ Der Film).
    http://de.wikipedia.org/wiki/Network_%28Film%29)
    Danke für gesundes Mißtrauen.

    Krise (griech.): Gericht ~ Milleniumskrise: 911 (nine wie N eleven wie Y; Angst der Entwickler vor dem Datumsschritt 99 ~ 00) Krise der Kabbalistik (Welthandelssystem; Flugsicherungssystem; Computersystem).

    Globalgitternetz
    Flugrouten-Netz
    Schienennetz
    Fischer-Netz
    Fangnetz

    Ein Netz besteht aus Knoten (engl. nodes)
    Kreuzungen, Schaltstellen in einer Hierarchie
    Empfehlenswert: Buch: „Das PETER-PRINZIP“

    Kriegsanleihe: EURO
    Nunmehr: Neue Welt (:) Alte Welt – Order (Orden)
    N (N/N) – W (W/O) – S (S/S) – O (E/E)
    NWO (S) – New Orleans (Katharina)

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