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Arne Kocher

Arne Kocher beginnt im Oktober das Studium der Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zuvor hat er mehrere Jahre in der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei gearbeitet.

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Die bisherigen Neuerungen bzw. Verbesserungen werden Quark wahrscheinlich nicht wieder auf den Thron der Layoutprogramme heben. Viele, von Quark als Neuerungen angepriesene, Funktionen sind eher als Standard anzusehen. Jedoch haben sich die Entwickler aus Denver für die neue Version richtig Gedanken gemacht, wie man einzelne oder auch komplette Arbeitsweisen vereinfachen, beschleunigen oder fehlerfreier machen könnte. Herausgekommen sind einige Funktionen, die das heutige Layouten bestimmt verändern werden. Man darf gespannt sein, inwieweit die jetzigen Ansätze in die Final-Version übernommen werden und dort noch weiter ausgebaut werden.

Compostion Zones:
Die Compostion Zones sind eine der am öftesten genannten Neuerungen in Artikeln über die Quark 7 Public Beta. Doch was ist eigentlich eine Composition Zone? Wie erstelle ich eine und setzte diese am effizientesten in meinen Workflow ein?
Bisher war die gemeinsame Arbeit an einem Quark-Dokument nicht oder nur auf Umwegen möglich. Wäre es jedoch nicht praktisch, wenn man einzelne Bereiche in einem Dokument für die externe Bearbeitung freigeben könnte? Dies wäre z. B. in einem Verlag der Fall. Dort fließen die einzelnen Teilstücke einer Zeitschrift aus unterschiedlichen Quellen (Agenturen, Kunden etc.) zusammen.

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Eine Compostion Zone besteht grundsätzlich aus zwei Teilen. Die eigentliche Compostion Zone im Hauptdokument legt den freigegebenen Bereich fest. Den Inhalt dieses Bereichs nennt man Composition Layout. Der Bereich wird auch optisch von der restlichen Seite abgetrennt. Die Vorschau wird schlechter und die Composition Zone bekommt einen eingefärbten Hintergrund. So erkennt man sehr schnell welche Bereiche denn nun für die externe Bearbeitung vorgesehen sind. Ein Compostion Layout kann beispielsweise als externes Dokument gespeichert werden und somit z. B. einem Kunden oder Kollegen zur Bearbeitung geschickt werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten einen bestimmen Bereich als Compostion Zone zu definieren:

1. Mit dem Compostion-Zone-Werkzeug wird eine entsprechende Auswahl aufgezogen.
2. Man erstellt sich eine eigene Auswahl aus diversen Rahmen und erstellt die Composition Zone über den Menübefehl Objekt > Compostion Zone > Anlegen.
3. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit ein komplettes Layout (ein Projekt kann aus vielen Layouts bestehen) als Compostion Zone freizugeben. Der dazugehörige Menübefehl lautet: Layout > erweiterte Layouteigenschaften.

Wie nutze ich nun die Composition Zones am effektivsten? Auch hier gibt es wieder, je nach Anspruch, mehrere Möglichkeiten. Über das Kontextmenü oder den Menübefehl Objekt > Composition Zone > Bearbeiten wird das Composition Layout in genau dessen Größe in einem neuen Fenster geöffnet. Dieses Layout kann man nach belieben verändern. Es gibt keine Einschränkungen. Sogar die Vorgaben lassen sich verändern. Sämtliche Veränderungen lassen sich im Masterdokument der Composition-Zone in Echtzeit betrachten. Besonders komfortabel wird das ganze, wenn man das Composition-Layout und dessen Masterdokument in der neuen unterteilten Fensteransicht geöffnet hat.
Die Arbeit mit den Composition Zones wird nicht durch Projekt- oder Betriebssystemgrenzen festgelegt, sondern bietet ganz neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit Firmen oder Kunden. Einige Kunden möchten ja die Korrekturen selbst in das Layoutdokument einfügen. Zu Zeiten vor Quark 7 war man nun gezwungen, das Dokument weiterzugeben und damit auch andere Veränderungen, z. B. an den Vorgaben, zu riskieren. Solche Probleme haben sich mit der externen Bearbeitung einer Composition Zone erledigt. Über einen kleinen Einstellungsdialog (Kontextmenü > Mehrfach nutzen) vergibt man alle dafür notwendigen Einstellungen. Welchen Namen soll der Bereich tragen? Welche Zugriffsbeschränkungen erhält meine Composition Zone (Einsatz nur in diesem Projekt oder auch in anderen)? Möchte ich einen eigenen Eintrag des Composition Layouts im Projektregister? Mit einem Klick auf »Ändern in extern« exportiere ich das Composition-Layout und kann es meinen Kunden z. B. per eMail zusenden. Dieser korrigiert, löscht, fügt hinzu usw.; kann praktisch alles das machen, was in normalen Quark-Projekten auch möglich ist. Das geänderte Dokument wird zurückgeschickt und wie ein Bild aktualisiert.

Mit einer ganz neuen Funktion, den Kollaborationseinstellungen, ist es möglich eine Composition Zone mit einem beliebigen Quark-Projekt zu verknüpfen und somit beliebig viele Dokumente mit einer Composition Zone zu aktualisieren. Wenn man sich einmal mit diesen neuen Möglichkeiten beschäftigt hat, bekommt man es gar nicht mehr aus dem Kopf, was man denn nun alles damit anstellen kann.

Mehrfach genutzte Inhalte:
Ein paar neue Funktion in Quark 7 werden dem ein oder andern Quark-User vielleicht schon in einer etwas anderen Ausführung in Version 6.5 begegnet sein. So ist es auch mit den mehrfach genutzten Inhalten. Vor Quark 7 waren jedoch nur Textsynchronisationen möglich. Nun aber kann man jedes beliebige Objekt in Xpress synchronisieren lassen bzw. freigeben (siehe auch Composition Zones). Das Prinzip ist sehr einfach, dennoch sehr mächtig. Ein Textrahmen mit einer Produktbeschreibung wird in die Palette der mehrfach genutzten Inhalte hinzugefügt.

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Neben einem eindeutigen Namen wird das Verhalten des Textrahmens bei einer Änderung definiert. Hier hat man die Wahl zwischen der Synchronisation der Rahmenattribute (z. B. Hintergrundfläche) und/oder der reinen Inhaltssynchronisation. Wobei man hier wiederum zwischen Inhalt und Attribut oder nur Inhalt entscheiden kann. Ändert sich nun etwas an der Produktbeschreibung, so wird diese Änderung gemäß den Vorgaben auf alle platzierten Instanzen angewandt. Etwas vergleichbares gibt es auch mit den Symbolinstanzen in Adobe Illustrator.

JobJackets und JobTickets mit Preflight-Funktion:
Job Jackets sind eine komplett neue Funktion von Xpress 7. Sie machen überall da Sinn, wo man auf möglichst fehlerfreie und somit zu gewissen Hausstandards kompatible Dokumente angewiesen ist. Also so ziemlich überall ;-). Doch wie funktioniert diese Funktion denn jetzt genau und wie wird sie eingesetzt? Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, was ein Job Jacket überhaupt ist. Ein Job Jacket ist auf dem Industriestandard JDF (Job Definition Format) aufgebaut und kann Informationen über das Dokument, die Ausgabe, Regeln für die Erstellung, Eingabe und Ausgabe beinhalten. Damit setzt Quark, anders als die Hersteller von Preflight-Werkzeugen, schon im Erstellungsprozess mit der Überprüfung an und vermeidet damit falsch angelegte oder fehlerhafte Dokumente schon im Ansatz.

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Über den Menübefehl Hilfsmittel > Job Jackets Manager hat man alle Wichtigen Werkzeuge zur Erstellung und Bearbeitung zur Verfügung. Mit einem Klick auf das erste Symbol in der Werkzeugleiste erstellt man ein neues Job Jacket. Nach der Vergabe eines Namens (sollte man sich gut überlegen, um nicht mit Projekt- oder Layoutbezeichnung durcheinander zu kommen) entscheidet man sich, ob das Job Jacket in das Projekt eingebettet werden soll oder auch für andere zur freien Verfügung steht. Alle folgenden Einstellungsmöglichkeiten können sehr komplex werden, daher werde ich nur auf die wichtigsten eingehen. Der Tab Layout-Spezifikationen gibt die Standard-Vorgaben für ein neues Projekt vor. Angefangen beim Seitenumfang, Seitenausrichtung, Randeinstellungen über die Anzahl der maximal verwendbaren Farben kann man hier fast alles vorgeben was wichtig ist. Sollten mehrere Personen aus verschiedenen Firmen an einem Projekt beteiligt sein, so kann man unter »Kontakte« deren Kontaktdaten eingeben. Bestimmte Zeichenstil- oder Absatzstilvorlagen oder z. B. ganz konkrete Farben können ebenfalls aus verschiedenen Quellen (Programm-Standard oder ein anderes Job Jacket) an das Job Jacket angehängt werden. Die Einstellungen des Job Tickets-Tabs sind etwas verwirrend. Ein Job Jacket kann aus mehreren Tickets bestehen, wobei jedes Ticket wiederum unterschiedliche Einstellungen beinhalten kann. Mit diesen vordefinierten Werten und Einschränkungen kann man nun via Ablage > Neu > Projekt von Ticket ein Projekt nach genau diesen Einstellungen erstellen.

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Verstößt man dabei gegen eine der Vorgaben, so wird beim Evaluierungsprozess (Verhalten wird in den Programm-Vorgaben festgelegt), z. B. beim Speichern, ein Preflight durchgeführt, welcher auf das genaue Vergehen hinweist. Ein Job Ticket lässt sich übrigens jederzeit den eventuell geänderten Umstanden anpassen. Wird der Job beispielsweise auf einer Druckmaschine mit einem anderem Druckverfahren ausgegeben oder eine andere Schrift verlangt nach neu angepassten Absatzvorlagen, so ändern sich auch die Anforderungen an die Daten.
Schaut man sich einmal die Liste der einzustellenden Spezifikationen genauer an, so wird jeder gleich etwas finden, dass sich für die eigenen Zwecke einsetzen lässt.
Mit einem Job Jacket ist ein oder mehrere Aufträge bis ins kleinste Detail plan- und voraussehbar und was oft noch wichtiger ist, genauso reproduzierbar. Man muss sich nur einmal selbst überlegen, wieviel Zeit im eigenen Unternehmen für die Korrekturen an fehlerhaft erstellten Dokumenten verloren geht. Oftmals besitzen die Dokumentersteller gar nicht das notwendige Wissen über den weiterführenden Workflow. Programm- und Dokumentvorgaben nach vorheriger telefonischer Absprache durchzuführen ist zwar eine Möglichkeit, kostet jedoch viel Zeit und ist fehlerbehaftet. Mit einem entsprechenden Job Ticket-Template erübrigen sich solche Absprachen und die Beteiligten können sich um das Wesentliche kümmern.

Mit meinem vierten und letzten Artikel ist Serie über die Public Beta von QuarkXPress nun auch beendet. Vielleicht hat es bei dem einen oder anderen von euch dazu geführt, sich etwas intensiver mit der neuen Version auseinander zu setzen. Mir hat das Testen auf jeden viel Spaß gemacht. Intel-Macs-User können die PB weiterhin testen. Für alle anderen hingegen fängt das hoffentlich nicht allzu lange Warten auf die finale Version an.

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