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Maren Mischke

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Informationen verbreiten
Damals, vor der Abschlussprüfung habe ich mir ein Ziel gesetzt: Das Ding liest du einmal von vorne bis hinten durch, denn dann bist du top vorbereitet. Nicht nur für die Prüfung, sondern auch für das Mediengestalter-Dasein an sich. Schließlich wird in „Informationen verbreiten“ so ziemlich alles bis ins Detail erläutert, was mit der technischen Seite des Mediengestalters zusammenhängt.

Tja, soweit die Theorie. Ich habe auch tatsächlich in jeder freien Minute (und das meine ich wörtlich!) meine Nase in dieses Buch gesteckt und fleißig gelesen. Aber obwohl ich sehr rechtzeitig damit begonnen hatte, habe ich es nicht geschafft, bis zur Prüfung alles zu lesen. Das letzte Fünftel habe ich nur noch überflogen. Ich lese zwar schnell und gerne, doch Fachliteratur liest sich eben anders als ein Krimi.

Bei „Informationen verbreiten“ handelt es sich um einen echten Klassiker. Vielen mag es auch unter dem Namen „Magenta-Bibel“ bekannt sein. Den Spitznamen verdankt es seinem knallfarbenen Einband.

Die erste Auflage erschien vor etwa 25 Jahren und ist damit so alt wie ich. Aufgrund dieser Tatsache allein mag sich komisch anhören, dass es sich hierbei immer noch um ein Standardwerk handelt. Hat sich doch seit den frühen Achtziger Jahren einiges in der Szene getan. Es haben sich nicht nur die Computer gegen die Handarbeit durchgesetzt, nein, auch die Computer selbst haben sich in einem äußerst rasanten Tempo entwickelt. In der Neuauflage aus dem Jahre 2003 wurde auch die Geschichte der Computer und die Anfänge des Internets beleuchtet, was eine bedeutende Erweiterung darstellte, da nun auch die Nonprintler mehr und mehr Nutzen aus diesem ursprünglich auf Print-Themen ausgelegten Werk zogen. Jetzt, im Mai dieses Jahres, erscheint die dritte erweiterte und aktualisierte Auflage. Mit ein Anlass, dieses Buch einmal näher vorzustellen.

„Informationen verbreiten“ umfasst meiner Meinung nach alle Themen, über die ein Mediengestalter Bescheid wissen sollte – und noch einiges mehr. Auch Dinge, die man vielleicht gar nicht so genau wissen wollte, wie die Postscript-Programmzeilen eines EPS oder auch wie die Monmere, Prepolymere und die Fotoinitiatoren sich bei der UV-Härtung verhalten. (Gut, das sind jetzt aber auch zwei Extrembeispiele). Das hat seine Vor- und Nachteile.

Wer sich nur das Basis-Wissen aneignen möchte oder generell mal erste Schritte in Richtung Fachbuch machen möchte, dem ist dringend davon abzuraten, hiermit anzufangen. Da sollte man mit leichterer Lektüre beginnen wie etwa dem „ABC der Mediengestaltung“, das übrigens in demselben Verlag erschienen ist. Ich bin der Meinung, dass man ohne Vorwissen und Interesse an der technischen Seite ziemlich aufgeschmissen ist. Ich bin froh, dass ich mir dieses Buch nicht schon im ersten Lehrjahr zugelegt habe, denn dann wäre ich vermutlich sehr frustriert gewesen.

Wie gesagt, ich muss euch vorwarnen: die meisten Themen werden in „Informationen verbreiten“ eher trocken behandelt, gehen manchmal fast zu tief ins Detail und man alles in allem zusammenfassend sagen, dass es sich bei diesem Werk nicht gerade um leichte Kost handelt. Dennoch ist es hochinteressant. Und es kann ja nicht schaden, mehr als die absoluten Grundkenntnisse zu wissen.

Das Inhaltsverzeichnis der dritten und aktuellen Auflage kann man sich bei der Webseite des Verlages herunterladen: www.vbus.de/info-neu49.htm, darum verzichte ich auch auf eine eingehende Kapitalbeschreibung. Schließlich sagen die im Inhaltsverzeichnis aufgelisteten Unterthemen schon alles aus.

Hier dennoch ein grober Überblick über die Themen:
- Informations- und Kommunikationstechnik
- Typografie
- Gestaltung von Print-Produkten
- Licht und Farbe
- Digitale Bilderfassung und Bildbearbeitung
- Druckvorstufe
- Drucktechnik und Druckmaterialien
- Druckweiterverarbeitung
- Sprachen und Technologien für das World Wide Web (nur in der 2. Auflage)

Es gibt auch ein dazugehöriges Übungsbuch. Das habe ich allerdings nicht gehabt und kann dazu also nicht viel sagen – hört sich aber gut an. Nähere Informationen hierzu gibt es unter: www.vbus.de/info-neu49.htm Dort kann man sich auch ein paar Testseiten als PDF ansehen, um mal zu gucken, ob das überhaupt was für einen ist.

Außerdem kann man sich auf der Webseite ein PDF herunterladen www.golpon.de/pdf/info_ergaenz_2005-08.pdf), in dem alle Ergänzungen und Korrekturen enthalten sind.

Details:
„Informationen verbreiten. Medien gestalten und herstellen“
von Ulrich Paasch, Christian Moritz, Jochem Ottersbach, Klemens Kieslinger, Annette Moersberger (Herausgeber)
Gebunden, 520 Seiten
Verlag: Verlag Buch und Schule, Itzehoe
Preis: 29,- Euro
Erscheinungsdatum: 3. aktualisierte und erweiterte Auflage 2006
ISBN: 3-88013-650-5

2 Kommentare zu “ Buchvorstellung: „Informationen verbreiten. Medien gestalten und herstellen“ ”

  1. Jann

    Die Standardlektüre für jeden MG. Da man in der Berufsschule eh nichts lernt (so geht es mir jedenfalls), dem sei mit diesem Buch sehr geholfen. Allerdings kommt man auch nicht herum das World Wide Web zu Rate ziehen, da die aktuellsten Themen auch hier leider nicht erwähnt werden bzw. nur spärlich angeschnitten werden (besonders für den Non-Print-Bereich).

  2. karin

    Musste mir das Buch jetzt auch in der Schule holen, bin mal gespannt..

    Aber brauche auch den ganzen Stoff, hoffe mal das ich mit dem Buch klarkomme,
    wenn Du schreibst das es schon schwerer Stoff ist.

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