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Arne Kocher

Arne Kocher beginnt im Oktober das Studium der Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zuvor hat er mehrere Jahre in der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei gearbeitet.

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Ein sehr gutes Layoutprogramm sollte heutzutage mehr können, als nur die Werkzeuge für die kreative Gestaltung eines Projekts bereitzustellen. Das Anlegen, Ausgeben und Verwalten von Farben und Transparenzen sämtlicher Art beispielsweise gehört unverzichtbar dazu. Ein gut funktionierendes und einfach zu bedienendes Farbmanagement wird vom User ebenso abverlangt. Einige dieser Funktionen hatte Quark in den letzten Jahren entweder nur sehr dürftig in XPress integriert oder sie schlicht weg ignoriert. Im Zuge der Neuentwicklung von Quark 7 wurden die oft geforderten Funktionen endlich eingebaut.

Transparenzen
Bisher musste man, um einen einfachen Schlagschatten zu erstellen, grundsätzlich auf die Software anderer Hersteller zurückgreifen. Mit der Einführung von Quark 7 kann man nun nahezu jedes Objekt transparent gestalten. Die neue Maßpalette wurde mit einem eigenen Reiter für die Schlagschattensteuerung versehen. Neben dem einzustellenden Winkel, Versatz, Größe, Neigung und »Weichheit« des Schattens, kann man ihn unabhängig von seinem Objekt in seiner Deckkraft beeinflussen.

Transp_Q7

Hat man beispielsweise ein Bild mit Kontur und Schlagschatten über einer Fläche oder einem anderen Bild liegen, lässt sich die Deckkraft separat für Bild, Bildhintergrund, Kontur und Schlagschatten festlegen. Sogar importierte Bilder oder PDFs lassen sich in ihrer Deckkraft beeinflussen. Durch die enorme Vielfalt beim Einsatz der Transparenz entstehen ganz neue Möglichkeiten in der Gestaltung. Im Vergleich zu Adobes InDesign fehlen jedoch die verschiedenen Transparenzmodi, was jedoch, zumindestens meiner Meinung nach nicht unbedingt stört.

Farbmanagement
Wer bisher Farbmanagement in Quark 6 betrieb bzw. es versuchte ;-) wird nun erstaunt darüber sein, welche Möglichkeiten XPress für die farbgetreue Ein- und Ausgabe bereithält. Das merkt man schon allein daran, dass diesem sehr wichtigen Punkt ein extra Menüpunkt unter »Bearbeiten« eingerichtet wurde.

CMM_off_Q7

Das CMM wurde in Ein- und Ausgabeeinstellungen unterteilt. Die Quelleneinstellungen beinhalten vordefinierte Sets für frühere Versionen, um die Kompatibilität zu diesen Versionen zu gewährleisten. Natürlich besteht auch die Möglichkeit eigene Sets anzulegen, Fremde hinzuzufügen oder die eigenen Einstellungen zu exportieren. Jeder Farbraum (RGB, CMYK, LAB und Grau) wird separat eingestellt. Dabei unterscheidet Quark zwischen sogenannten »Normalfarben« und importierten Farben aus anderen Programmen. Normalfarben sind Farben, die durch die Werkzeuge in XPress erzeugt wurden. Wie eine Farbe aus einem bestimmten Farbraum auf dem Zielgerät (z. B. Monitor) ausschauen soll, wird zusätzlich durch die Einstellungen eines Rendering-Intents definiert. Auf der Ausgabeseite stehen ebenfalls vorgefertigte Sets zur Verfügung.

CMM_on_Q7

Sie decken bereits einen Teil des Bedarfs ab. Trotzdem lohnt sich der Blick in Einstellungsmöglichkeiten. Der zu simulierende Farbraum sowie der Ausgabemodus (DeviceN, Unverändert, Sonderfarben etc.) wird in übersichtlichen Ausklappmenüs festgelegt. Da diese Einstellungen auch für den Softproof verwendet werden, wären Überdruckenvorschau, Transparenzreduzierungsvorschau und Papierweiß- und schwarze Druckfarbensimulation noch notwendig gewesen, um ein nahezu verbindliches Ergebnis zu erhalten. Die Softproofeinstellungen wirken endlich auch auf alle importierten Objekte, inklusive EPS und PDF. Es bleibt jedoch auf jeden Fall die finale Version abzuwarten, um alle Optionen auf ihre Verlässlichkeit und Auswirkung testen zu können.

PDF-Export
Wurde in den bisherigen Versionen eher vom PDF-Export abgeraten, bietet dieser eigentlich (nach ausführlichen Tests der finalen Version) keinen Grund mehr, diesen nicht zu verwenden. Durch die PDF/X-Prüfungen der Berliner Firma Callas (pdfinspektor2) wurde auch die immer wichtiger werdende Bedeutung dieser Normen berücksichtigt. Allerdings sind hier noch die beiden älteren Standards PDF/X-1a:2001 und PDF/X-3:2002 eingebaut. Aktuell wären dies aber PDF/X-1:2003 und PDF/X-3:2003. Die Festlegung der Ausgabebedingung (Output Intent) erfolgt dabei nicht, wie vielleicht vermutet über das Export-Menü, sondern über die Ausgabefarbeinstellung. Neu dazu gekommen sind außerdem, die Angabe einer Auflösung für die Transparenzreduzierung (auch hier muss man weitere Tests abwarten), die Möglichkeit der manuellen Angabe der Schnittmarkeneigenschaften sowie die Anbindung an das JDF-basierende Job Jacket-Format (dazu später mehr).

PDF_Exp_Q7

Das Druck- und PDF-Exportmenü wurde nun vertikal statt horizontal unterteilt, was die Übersicht verbessert hat.

Ausgabestile
Eigentlich gibt es diese Ausgabestile schon als kostenlose Erweiterung zur Quark 6.5. In Quark 7 sind sie nun aber schon standardmäßig drin und werden somit das erste Mal wohl so richtig wahrgenommen. Ein Ausgabestil ist vergleichbar mit einer Distiller-Joboption. Allerdings lassen sich mehrere solche Ausgabestile (PDF, EPS, QXML oder PPML) zu einer Gruppe zusammenfügen und dann ganz einfach bei der Ausgabe abarbeiten. Somit werden viele Workflows stark vereinfacht oder zumindestens beschleunigt. Richtig interessant werden sie durch die zusätzlichen Möglichkeiten wie Platzhaltern, variablen Beschriftungen oder der seitenweise Ausgabe. Momentan funktioniert die Gruppierung der Stile leider nur in Quark 6.5.

PPML, QXML und einer neuer EPS-Export
Im ersten Artikel (Link) hatte ich schon einmal kurz das neue QXML-Format (QuarkXPress Markup Language) erwähnt. Es wurde nach den Vorgaben des W3C entwickelt und basiert auf XML. Damit öffnet sich Quark den Herstellern von Xtensions. Sämtliche Objekte eines Quark-Layouts sind über Xtensions ansprechbar oder für den weiteren Workflow wiederverwendbar. Damit beginnt eine ziemlich interessante Entwicklung, von der bestimmt jeder von uns profitieren kann.
Eine ordentliche Datenbankanbindung und die damit verbundene Kostenersparnis sind in vielen Bereichen ein nicht zu unterschätzender Faktor für den Kauf einer Layoutsoftware. Quark 7 bringt das neue Personalized Print Markup Language (PPML-) Format mit. Damit bleibt fast jedes Objekt wiederverwendbar und verkürzt somit Kosten und Zeit.
Der zu recht oft gescholtene EPS-Export wurde nun stark verbessert. Transparenzreduzierung, Sonderfarbenunterstützung und Möglichkeit Schriften in das EPS einzubetten bringen das Auslaufmodell EPS wieder auf Vordermann. EPS-Files werden übrigens in Quark 7 nicht mehr nur noch mit der Vorschau (72 dpi) auf nicht PostScript-fähigen ausgegeben, sondern in entsprechender Druckerauflösung.

Im dritten Teil geht es um die verbesserte Tabellenfunktion, Vista und die Zusammenarbeit mit anderen Programmen.


Kategorie: Print
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