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Arne Kocher

Arne Kocher beginnt im Oktober das Studium der Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zuvor hat er mehrere Jahre in der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei gearbeitet.

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Zum ersten Mal veröffentlicht Quark vorab eine Beta-Version ihres DTP-Programmes. Die Public Beta kann sich jeder (nach Anmeldung) herunterladen und nach Belieben testen. Auf den ersten Blick hat sich außer einem neuen Programmicon nicht viel getan. Da fragt sich der gebeutelte Quark-User natürlich, warum er dieses größte Upgrade in der Firmengeschichte kaufen sollte. Die Gründe dafür verstecken sich unter der bekannten Oberfläche. Die Public Beta bietet schon mal einen Vorgeschmack darauf, auf was wir uns hoffentlich bald entgültig freuen dürfen. Kritiker werden behaupten, Quark habe mit XPress 7 nur zu Adobes InDesign aufgeschlossen. Nun ja, für manche längst überflüssige Programmfunktion mag das schon zutreffen. Allerdings gibt es auch ein paar Funktionen, die dem User ganz neue Möglichkeiten in seiner täglichen Arbeit eröffnen. Da ich nicht in Bedrängnis kommen wollte, alle Neuerungen in einem ewig langem Artikel beschreiben zu müssen, habe ich mich dafür entschieden, eine kleine Artikelserie über Quark 7 zu schreiben.

Die allgemeinen Neuerungen:
Die finale Version wird auf Intel- und PowerPC-Macs lauffähig sein. Leider ist eine Universal-Binary-Demo noch nicht verfügbar. Vorrausetzung für Quark 7 ist entweder Windows XP oder Mac OS X 10.3.x.
Wie in den Vorgängerversionen ist es auch wieder möglich Dokumente abwärtskompatibel (Version 6) zu speichern. Allerdings werden dabei die neuen 7er-Features ignoriert. Ein Warnhinweis wäre hier sehr hilfreich.
Mit XDraw bekommt Quark 7 endlich eine anständige Anzeigetechnik, die direkt mit den Grafikschnittstellen Quartz Extreme (Mac OS X) und GDI+ (Windows) zusammenarbeit. Damit lassen sich gedrehte Texte, Bezierobjekte, Transparenzen und allgemein komplexe Dokumente wesentlich besser und schneller als bisher darstellen.
Die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit ist für eine Beta und im Gegensatz zu Quark 6 bei vielen Vorgängen sehr gut.
Im Zuge der Erneurung des Dateiformates hin zu QXML (dazu mehr in einem der nächsten Teile) hat sich der Speicherplatz für Quark-7-Dokumente gewaltig reduziert. Ein Test mit einem etwa 20-MB großen Quark-6-Dokument ergab nach dem Speichervorgang eine Dateigröße von 4 MB.
QuarkRescue nennt sich eine weitere neue Funktion in XPress 7. Wenn man an einem Dokument arbeitet und sich während dessen plötzlich das Programm aufhängt (das kommt bei Betas schon mal vor ;-) ) versucht Quark den möglichst letzten Zustand des Dokuments in einem Verzeichnis auf dem Desktop zu erstellen.

QResque_Q7

Benutzeroberfläche:
Durch den Aufkauf der Xtensions-Schmiede ALAP verfügt Quark nun über mehrere, bisher nur über Xtensions verfügbare Funktionen. Die Maßpalette wurde komplett neu entwickelt. Sie ist nun kontextintensiv und bietet somit immer nur die gerade benötigten Einstellungen an. Über Reiter am Kopf der Palette lässt es sich sehr bequem zwischen den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten wechseln. Randstile, Umflusseinstellungen, Abstand/Ausrichtung, Schlagschatten, Text- und Absatzformatierung sowie Tabulatoren bewahren uns vor unzähligen zusätzlichen Paletten.

Masspalette_Q7

Mit der Einführung von Quark 7 wurde auch das Konzept der Paletten ganz neu entworfen. Sämtliche Paletten lassen sich nun endlich nach Auftrags- oder Benutzerspezifischen Anforderungen zusammenfassen. Über einen frei wählbaren Kurzbefehl, kann man jederzeit zwischen den abgespeicherten Sets wechseln. Die neuen Paletten docken nun auch endlich an ihren Nachbarn bzw. dem Dokumentfenster an. Hat man so viele Paletten auf, dass diese die komplette Höhe des Bildschirms einnehmen und man dann noch eine zusätzliche Palette öffnet, so wird automatisch die zuletzt aufgerufene Palette geschlossen. Sehr praktisch! Ansonsten wurde an der Menüstruktur und an dessen Inhalt nicht viel geändert. Somit entfällt eine Umgewöhnungsphase, wie es sie in anderen Programmen schon gegeben hat.

Gesamt_Q7

Klick für größere Ansicht

Wäre es nicht praktisch, wenn es eine Funktion geben würde, die gleichzeitig eine Detail- und Komplettansicht eines (!) Layouts bieten könnte? Kein Problem, mit Quark 7 kann man ein Projekt (kann verschiede Layouts enthalten) in 18 verschiedenen Ansichten öffnen. Sogar unterschiedliche Softproofeinstellungen lassen sich dafür definieren. Somit lässt sich schon vorab die Wirkung auf unterschiedlichen Ausgabesystemen beurteilen. Vorrausgesetzt, man verfügt über einen korrekt kalibrierten Monitor ;-).

Erweiterte Layoutfunktion:
Mit Version 6 wurde bei Quark die Möglichkeit eingeführt, mehere Layouts (auch in
verschiedenen Größen) innerhalb eines Projektes (also Dokument) anzulegen. Manchmal stört es aber auch immer einen Layout- und einen Projektnamen z. B. beim Speichern eingeben zu müssen. Daher wurde jetzt einfach ein Einzellayoutmodus eingeführt, der ganz »normale« Dokumente wie z. B. in Version 5 erstellt. Hat man aber die Layoutfunktion für sich entdeckt, so wird man nun mit verbesserten und ausgebauten Funktionen belohnt. Neu ist zum Beispiel, dass man das Menü »Layouteigenschaften« über das man den Layoutnamen, die Layoutmaße und Rändereinstellungen, sowie die Seitenausrichtung und Spalteneinteilung einstellt, endlich über einen Kurzbefehl erreicht. Layouts werden zukünftig nicht mehr aufwendig manuell ins eigene Dokument bzw. Projekt kopiert, sondern komfortabel und mit allen dazugehörigen Einstellungen über den Anfügen-Dialog.

Erweiterte Typografie:
Endlich hat es nun auch Quark geschafft die Unicodeunterstützung mit XPress 7 einzuführen. Damit ist nun auch möglich fremdsprachliche Texte ohne aufwändige Konvertierung und dem Einsatz spezieller Fonts zu umbrechen. Aufwändige Konvertierungen und der Einsatz spezieller Schriften entfallen somit.

Typo_Q7

Die Möglichkeiten der OpenType-Technologie hat nun auch Quark endlich für sich entdeckt. Ziffernvarianten, Ligaturen, Swashes, Kapitälchen, Brüche und noch viele andere mehr; diese Möglichkeiten sind in der Maßpalette, in den Zeichenattributen oder auch über die Stilvorlagen einstellbar. Der komplette Zeichenvorrat dieser umfangreichen Fonts ist nun direkt verfügbar. Um den User einen strukturierten Zugriff auf die teilweise mehr 65 000 Zeichen zu ermöglichen, hat Quark 7 eine eigene Palette für Glyphen. Die meisten OpenType-Eigenschaften lassen sich darüber direkt aufrufen. Häufig benötigte Zeichen kann man unter seinen »bevorzugten Glyphen« ablegen. So kann man für spezielle Satzaufgaben ein eigenes Palettenset mit den dafür benötigten Glyphen abspeichern.
Mit »Font Fallback« bezeichnet Quark eine Funktion, die fehlende Zeichen eines Fonts durch entsprechende Zeichen eines Ersatzfonts substituiert. Allerdings hat man als User keinerlei optische Kontroller darüber, welche Zeichen eigentlich ersetzt werden. Das ist eine unnötige Fehlerquelle, wie ich finde.
Spezielle Sonderzeichen wie z. B. ein Achtelgeviert-Leerzeichen ließen sich bisher nur sehr umständlich über Kurzbefehle einfügen, die irgendwo in der Quark-Hilfe dokumentiert waren. Nun gibt es dafür einen eigenen Menü-Unterpunkt. Besser wäre es allerdings gewesen, diesen nicht unter Hilfsmittel unterzubringen, sondern im Menü Stil, (wo auch die anderen typografisch relevanten Funktionen hinterlegt sind), als auch im Kontextmenü zu integrieren. Sinn macht es aber wohl, diese Zeichen für die Quark-Suche indizierbar zu machen.

Als nächstes werde ich mir die Bereiche Farben, Color-Management sowie die Ausgabe aus XPress 7 anschauen.

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