Redakteur

Amelie Hülsmann

Amelie ist Auszubildene für Mediengestaltung Nonprint Beratung
In ihrer Freizeit fotografiert sie gern und beschäftigt sich mit Gestaltung und Kunst
im Allgemeinen.

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„Wenn du aus der Schule bist, wirst du dich noch danach zurücksehnen“ – Ein Spruch, den Schüler mehr als genug hören „müssen“ und ein Spruch, den schon so Einige auch mal zu einem Schüler gesagt haben. Sicher, wenn man ein Mal – wie die meisten aus meinem Jahrgang – ein Jahr lang jeden Tag arbeiten gegangen ist, ist man doch irgendwie glücklich wieder zur Schule gegen zu dürfen. Geregelte Ferien, man hat um Eins aus, ab und an kann man länger schlafen – Aber ist das wirklich alles so einfach? Sicherlich nicht! Ich will nicht abstreiten, dass Arbeiten schwerer und anstrengender ist, doch Schule wird ab einer bestimmten Klasse und Schulform grundlegend unterschätzt.

Fangen wir bei der vielen Freizeit an, die man hat: Die Meisten gehen von 8 bis 13 Uhr zu Schule, ab und zu auch länger, doch das gleicht sich mit ausgefallenen Stunden oft aus. Hat man danach wirklich so viel Freizeit? Ich behaupte Nein. Das fängt schon dabei an, dass es nicht in jeder Stadt z. B. eine FOG gibt und einige dafür ein ganzes Stück Fahrt in Kauf nehmen. Mal eben 10 Minuten Schulweg haben die Wenigsten. Dieser tendiert eher zwischen 20 und 60 Minuten, oder sogar mehr. Nun gut, man kann sagen, dass andere auch so viel Zeit investieren wenn sie zur Arbeit fahren. Legen wir die Anfahrtszeit mal nicht zu sehr auf die Goldwaage.

Zu Hause angekommen ist es aber auch nicht so, dass alle Sachen fallen gelassen werden können und man Freizeit hat – Die Gründe dafür sind zahlreich. Will man halbwegs mithalten um einen guten Schnitt zu haben, muss man sich auch Nachmittags hinsetzen und lernen oder an Projekten arbeiten. Der Matheunterricht endet nun mal nicht nach 90 Minuten, oder mit dem Verlassen der Schule. Man muss sich auch Nachmittags mit den ungeliebten Kurvendiskussionen auseinandersetzen. Genauso wird man auch außerhalb des Gestaltungsunterrichts an den Projekten arbeiten, um den gesetzten Termin zu erreichen.
Nicht nur die Schule nimmt einen großen Teil der Freizeit ein – Viele Schüler gehen neben der Schule noch jobben. Gibt es doch einiges was finanziert werden will und sei es ?nur? das Auto, das man für den alltäglichen Schulweg braucht.
Der dritte Punkt ist der Haushalt. Wie bereits erwähnt, ist der Weg für einige zur Schule sehr weit ? Also ziehen sie in die Stadt, in der die Schule ist. Muss also der Haushalt noch geschmissen werden, nach der Schule, nach dem Lernen und bei einigen noch zusätzlich zum Arbeiten.

Dann zu den Ferien: Sicherlich haben wir geregelte Ferien und wissen ganz genau wann wir frei haben. Ich persönlich kann jedoch nicht genau sagen wann ich das letzte Mal Ferien hatte, die ich wirklich frei hatte und genießen konnte. Steht doch so Einiges in den Ferien an, was erledigt werden muss- z.B Arbeiten umsonst oder in Form eines Ferienjobs. Wohl die beiden Hauptgründe, die gegen Ausschlafen und Entspannen sprechen.
Wann hat man sonst Zeit, das von vielen Agenturen gewünschte Praktikum zu absolvieren? Nur in den Ferien! Dies geht meistens dann auch nicht nur ein paar Tage, so dass man den größten Teil der Ferien frei hat. Es geht über einen längeren Zeitraum, Ferien kann man dann streichen.
Wenn dies nicht ansteht, nehmen viele Schüler in den Ferien einen Ferienjob an. Hat man da doch genug Zeit um den ganzen Tag zu arbeiten, da dies bei einigen in der Schulzeit doch zu kurz kommen kann, oder Arbeitgeber lieber jemanden wollen der flexibel ist und nicht nur Nachmittags kann.

Okay – Nun kann man sagen, dass wenn man Arbeiten geht auch so einige Punkte beachten muss… Aber es geht ja nicht um einen Vergleich, sondern nur darum zu zeigen, dass Schule nicht so einfach ist wie man es oft meint.
Oft ist in letzter Zeit der Satz gefallen ?Ich bin so froh, wenn ich fertig bin und Arbeiten gehen kann?. Sicherlich auch in der Hinsicht, dass wir bald Prüfungen schreiben und dann fertig sind. Es wird geplant, es wird zu Vorstellungsgesprächen gegangen, es wird gehofft, es wird gelernt. Jeder kennt den Punkt, an dem man keine Lust mehr auf die Schule hat und sich nichts mehr wünscht als was anderes zu machen. Doch sicher kommt auch irgendwann der Punkt, wo man sagt ?Ach? Schule? Mensch, war das schön!?

8 Kommentare zu “ Schule – Die schönste Zeit des Lebens!? ”

  1. Kev

    ?Ach? Schule? Mensch, war das schön!?
    Das denk ich mir ab & zu auch schon mal… am meisten an die Schulzeit, während meiner Ausbildung… kranke Klasse, aber geil *g*
    Der Spruch hat wirklich was und jeder der jetzt sagt „nein“, der soll sich das noch mal in ca. 5 Jahren fragen/denken ;)

    Schön geschrieben…

  2. Azubinchen

    In der Tat, den Wunsch wieder zur Schule gehe zu „dürfen“, habe ich auch schon geäußert. Allerdings bezog sich das auf einschliesslich der 9. Klasse. Damals war noch alles gut und schön. Taschengeld,“Hotel Mama“ und jede Menge Freizeit. Momentan hätte ich allerdings wirklich gerne wieder Vollzeitschule, dann würde ich wenigstens was lernen…

  3. fabdoa

    Naja, und schade, dass du dich nur auf die „Freizeit“ beziehst… Natürlich lässt sich das nicht abstreiten. Allein das Leben das man damals geführt hat: über viele Jahre lang wohl behütet, meist zu Hause, wenig Verantwortung für sein Leben (läuft ja alles automatisch)!
    Wenn ich heute jemandem sage, was ich während meiner Schulzeit gerne besser gemacht hätte, bezieht sich das nicht auf meine Freizeit-Gestaltung. Wenn mir damals klar gemacht worden wäre, wie wichtig die Schule für meine Zukunft ist, hätte ich das bestimmt ernster genommen…

  4. Amelie Hülsmann

    Ich wollt nich drauf eingehen, dass jeder lernen sollte – Sollte jeder selbst in der Lage zu sein, dass zu wissen (Und ich habs ja auch erwähnt in der Form, dass man auch Nachmittags noch was tun soll ;)…)

  5. Jens Matheuszik

    Im Nachhinein hätte ich schultechnisch vielleicht doch das eine oder andere anders gemacht.

  6. Jürgen

    Schule ? Die schönste Zeit des Lebens!?

    Nee, dem kann ich nu gar nich zustimmen. Was mir immer in der Schule gefehlt hat war die Freude daran. Nachdem ich die Schule nach 12 Jahren mit der Fachhochschulreife verlassen hatte war eine Lehre mit 8 Stunden Arbeitszeit wirklich wie eine Art Erholung. Am Abend war ich zwar totmüde aber zufrieden. Ich wußte genau was ich den Tag über getan hatte. Ganz im Gegensatz zur Schule.

    Aber: Ich wäre heute nicht da wo ich bin ohne die Schule.

    Also Schule ? Die schönste Zeit des Lebens? Nein, eher notwendiges Übel.

    Jürgen

  7. Amelie Hülsmann

    Also wie gesagt, ich bin froh, wenn ich fertig bin… Vorausgesetzt ich find noch was :(

  8. keiner

    Also…
    Schule IST (war) die schönste Zeit des Lebens.

    Niemals mehr wieder (ausser als Arbeitsloser) hat man so viel Freizeit, soviel Freistunden, soviel Stunden-Ausfall-Lehrer-Krank-Zeiten.

    Niemals mehr kann es einem Egal sein, woher Papi/Mami mein TaschenGeld nehmen, wie meine Wäsche gewaschen wird, wer das Geld bezahlt damit ich einen warmen Arsch zuhause habe.

    Niemals mehr muss ich über Sinn und Folgen meines Tuns, meines Handelns nachdenken.

    Niemals mehr wieder kann ich sagen was ich will, ein Weltverbesser oder Besserwisser sein und die Welt unserer Geschellschaft mit ihren Werten, Normen und deren Protokolle auf das letze verurteilen.

    Jetzt muss ich den ganzen scheiss nämlich meinen Kindern unterjubeln. Aber nix da, so lange die ihre Füsse unter meinen Tisch stellen, müssen die machen was ich will. Ich gehe schliesslich für deren Taschengeld arbeiten. Oder glaubt jemand dass es die interessiert, warum die zuhause einen warmen Arsch haben, oder woher das Geld kommt damit ihnen Mami was zu Essen kocht?

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