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Arne Kocher

Arne Kocher beginnt im Oktober das Studium der Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zuvor hat er mehrere Jahre in der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei gearbeitet.

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Nachdem im ersten Teil von ?Fonthandling in der Mac OS X-Druckvorstufe? die Grundlagen für das erfolgreiche Arbeiten mit Schriften geschaffen wurden, machen wir uns jetzt an das Verwalten und Arbeiten mit den Schriften.

Zu einer großen Erleichterung kann hierbei das kostenlose (!) Tool von Linotype, der Linotype FontExplorer X (nachfolgend FEX genannt) werden. Da das Programm momentan noch als Beta-Version vorliegt, wird (auch von Linotype) davor gewarnt den FEX in Produktionsumgebungen einzusetzen. Ich werde in diesem Artikel übrigens nur auf die Druckvorstufen relevanten Dinge eingehen.

FEX_gesamt

Hauptfenster des FEX (Klick für größere Ansicht)

Der Aufbau wird iTunes-Nutzern ziemlich bekannt vorkommen. In der Tat haben sich da die Entwickler von Linotype einiges von Apple abgeschaut (Online-Store, Bibliothek, intelligente Gruppen etc.).

Eine Neuerung unter den Schriftenverwaltern, ist die Möglichkeit seine Schriften in einer Bibliothek verwalten zu lassen. Das kann durchaus von Vorteil sein, denn dadurch entfällt das manuelle Sortieren auf der Festplatte. Desweiteren kann man dabei auch allen doppelt und dreifach vorhandenen Schriften zu Leibe rücken. Wer aber schon über ein gut sortiertes Font-Archiv verfügt, der hat auch weiterhin die Möglichkeit seine Fonts von Platz X auf der Festplatte zu aktivieren.

Jeder, der viel mit Schriften zu tun hat, kennt das. Haufenweise Fonts, mal ohne Druckerzeichensatz, mal ohne dazugehörige Bitmaps. Unter der Option ?Konflikte? hat man nach Angabe des korrekten Pfades zum fehlenden Schriftenteil, die Möglichkeit solche Fälle zu lösen.

Aktiviert man einen oder mehrere gleiche Fonts, so wird man gleich mit einer Aktivierungswarnung konfrontiert. Nun kann man komfortabel den nicht gewünschten Font deaktivieren. Ein ähnlicher Warnhinweis erscheint beim Öffnen (übrigens noch vor der Programm-eigenen Meldung) eines Dokuments mit nicht aktivierten Schriften Dabei unterstützt der FEX den User mit mehren Auswahlmöglichkeiten. Zum einem kann man sich die ausführliche Information aller zur Aktivierung stehender Fonts anzeigen lassen, FEX die Aktivierung der ?besten Möglichkeit? überlassen oder manuell entscheiden.

Aktivierungswarnung_FEX
Unter ?Werkzeuge? verstecken sich noch weitere, hochgradig nützliche Funktionen. ?Font-Cache löschen? zum Beispiel wird sehr häufig benutzt, um Fontprobleme der unterschiedlichsten Art zu beheben. Hat sich der System-Schriften-Bestand
verändert, so sollte man ?System-Fonts aktualisieren? ausführen. Fürs groß Reine machen in den System-Schriften-Verzeichnissen macht ?Sytem-Fonts Ordner aktualisieren? viel Sinn. Mit der Funktion Werkzeuge > Verwaltungsordner aufräumen werden nämlich sämtliche, in der Bibliothek zwar vorhandene, aber in FEX nicht geladene Fonts in den Papierkorb verschoben. Klasse Funktion! Alle Werkzeuge sind im Übrigen mit klaren Anweisungen und eindeutigen Warnhinweisen versehen worden.

Systemfonts_aufraeumen_FEX

?Wie verhält sich wohl dieser Font in Größe 12 im Fließtext, aber auf roten Hintergrund??. Solche Überlegungen stellt jeder Mediengestalter täglich an. Mit dem FEX hat man alle Einstellungsmöglichkeiten für die Darstellung vorab. Diverse man wird sicherlich nichts vermissen ;-). Man kann sogar Bilder bzw. pdfs von der Vorschau erstellen.

Vorschau_01_FEX.png


Zeichenvorschau_FEX
Sehr interessant ist die Möglichkeit, Fonts für die Weitergabe (unter Berücksichtigung der gültigen Lizenzvorschriften) zu exportieren. Und zwar wahlweise als zip, Disk-Image oder normale Kopie. Bravo Linotype.

Sollte es an irgendeiner Stelle im System oder in einem x-beliebigen Programm nach Schriften mangeln, so ist der FEX sofort zur Stelle. Font-Anfragen werden sofort abgefangen und sogar auf Wunsch gleich mit den mitgelieferten Plugins für
InDesign (3 und 4), Illustrator (11 und 12) sowie Quark (6.5) aktiviert. Damit umgeht man eventuell auftretbaren Abstürzen durch fehlende Fonts (Stichwort: Apple-Programme). Allerdings liegt hier auch eine der wenigen Schwachstellen. Die Aktivierung der Fonts, egal ob manuell oder durch Plugins, funktioniert in Quark 6.5 nur unzureichend. Auf Nachfrage bei Linotype stellte sich heraus, dass nicht der FEX sondern Quark die Schuld dafür zu tragen hat.
Das verwaltet nämlich seinen Font-Cache so rigide, dass da gar nichts zu machen ist. Doch Quark-User können aufatmen, in der Beta-Version von Quark 7 funktioniert der FEX einwandfrei.

Fontabfrage_FEX

Erst einmal installiert, ist der FEX ein treuer Begleiter. Sollte man auf die Idee kommen, eine andere Fontverwaltung zu starten, so wird sofort gemeckert. Als reine Vorsichtsmaßnahme dient hingegen die Warnung, wenn man zu viele (Anzahl ist einstellbar) Fonts aktivieren oder exportieren möchte.

Seltsam eigentlich, dass bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist, ein Schriftverwaltungsprogramm im iTunes-Style zu schreiben und auch kostenlos auf den Markt zu bringen. Linotype hat es geschafft und hat damit beste Chancen zum Marktführer unter den Schriftverwaltern aufzusteigen. Bleibt abzuwarten was sie daraus machen.

Im dritten und vorletzten Teil meiner Reihe, wird es um die Arbeit mit Extensis Suitcase gehen. Da dieses Programm wohl am Häufigsten eingesetzt wird, dürfte dieser Artikel die meisten OS-X-User ansprechen.

4 Kommentare zu “ Linotype FontExplorer X ? Fonthandling in der Mac OS X-Druckvorstufe ? Teil 2 ”

  1. klaus

    hallo arne
    habe deinen berichht mit interesse gelesen. meine frage dazu: gleich am anfang bei der installation des fex werde ich gefragt, wie ich die font-daten verwalten will. kopieren oder verschieben? ich möchte natürlich, wenn möglich, nicht so viele doppelte schriften in den diversen libarys ansammeln. kannst du mir da einen tip aus deiner praxis geben?
    grüsse
    klaus :-)

  2. Arne Kocher

    Guten Morgen Klaus,

    wenn du die diversen Systemlibrarys meinst, dann bleiben diese Schriften gänzlich unangetastet. Ganz gleich ob du nun »Kopieren« oder »Verschieben« gewählt hast. Trotzdem habe ich »Verschieben« aktiviert, weil ich gleich auf einen Blick sehen möchte, welche Fonts der FEX eventuell nicht in das Bibliotheksverzeichnis verschoben hat.
    Die Systemschriften verwalte ich manuell, d.h. es befinden sich nur noch die Schriften im Verzeichnis System » Library » Fonts. Diese (und die beiden anderen Font-Librarys) kannst du dir in der Übersicht im Hauptfenster anzeigen lassen.

    Ich hoffe das hilft dir weiter ;-).

    Gru:sse
    Arne

  3. Ms.Bananahama

    Hallo Arne,

    auch wenn dieser Artikel nun schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist, so hat er mir doch ein Stück weiter geholfen. Nun ist wieder einiges klarer geworden, wie FEX „denkt“ und arbeitet…denn ich hatte am Wochenende erst so einen netten Crash all meiner Schriften, wo sich dann auch das nette Fenster gemeldet hat, dass PSD die Schrift xy benötigt. Lustigerweise sind seit heute morgen all meine Schriften wieder da, also ob nichts passiert wäre. Hast du dazu vielleicht eine Erklärung?
    Es ist auch so, dass ich mich schon auskenne, wo sich welche Schriftenordner befinden und wie deren Funktion sind…also ich bin nicht so eine „wild-durch-die-Gegend-Klickerin“ ;-)

    Liebe Grüße,
    Ms.B.

  4. Arne Kocher

    Hallo,

    funktioniert denn jetzt alles wieder so wie vor dem Crash?

    Gru:sse
    Arne

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