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Amelie Hülsmann

Amelie ist Auszubildene für Mediengestaltung Nonprint Beratung
In ihrer Freizeit fotografiert sie gern und beschäftigt sich mit Gestaltung und Kunst
im Allgemeinen.

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Wenn man sich mit dem Thema Bewerbungen intensiver auseinander setzt, wird man zwangsläufig auf den Bereich Arbeitsproben stoßen. Da diese immer öfter von Unternehmen gewünscht werden, ist auch hier ein gewisses Grundwissen angebracht.

Zu Beginn sollte man sich grundlegend Gedanken über die Art der zu präsentierenden Arbeiten machen. Hierbei ist es besonders wichtig, in welchem Unternehmen man sich bewirbt. Wenig Sinn macht z. B. eine Präsentation von Drucksachen für die Bewerbung um eine Ausbildung im Non-Print Bereich. So schön es auch ist ein Auge für Gestaltung zu haben, sollte der Bereich aber dennoch passend gewählt werden.
Bei der Auswahl der Arbeiten sollte man gehobenen Wert auf Abwechslung legen, aber dennoch lieber Qualität vor Quantität setzen. Lieber öfters aussortieren, statt Werke zu präsentieren die doch lieber auf dem eigenen Rechner geblieben wären. So ergibt es wenig Sinn jede Menge Avatare (die kleinen Bildchen in Foren um sich selbst darzustellen) oder Signaturbilder (ebenfalls kleine Bildchen oder Banner in Foren) zu präsentieren.
Diese können noch so gut sein, sollten aber wirklich nur bei hoher Qualität oder einer guten Kernidee (z. B. ein Avatar-Triptychon etc.) vorgestellt werden. Kein Betrieb wird sich großartig für eine ?Robbie Fansite? interessieren, da die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde so was möchte doch gleich null ist?
Die Anzahl der Arbeitsproben sollte nicht zu groß sein. Etwa acht bis fünfzehn Arbeiten sind ein guter Anhaltspunkt. So kommt man auch nicht in Versuchung, zuviel von den Bewertern zu verlangen. Man darf nicht vergessen, jede Probe will ja zuerst einmal angesehen, oder sogar herumgereicht werden. Also nicht übertreiben, und vielleicht auch ein paar Dinge ausdrucken, trotz NonPrint-Orientierung. Auch Personalreferenten wollen mal Papier in die Finger bekommen.
Wenn man sich gar nicht sicher ist, sollte man Freunde oder Bekannte über die Auswahl schauen lassen, da diese die Arbeiten aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Doch auch hier sollte man beachten, dass Kritik a la ?Das hast du aber schön gemacht?? von den Eltern oder dem kleinen Bruder weniger hilfsreich ist.

Hat man die Auswahl getroffen, sollte man sich als nächstes Gedanken über die Art der Präsentation machen. Hier gilt wieder wie zuvor: Die Präsentation orientiert sich an der Art der Stelle, nicht am Mappenangebot im Kaufhaus.
Egal ob CD oder Mappe, bei beiden gilt genau wie bei der Bewerbung ?Mehr ist weniger? ? Durch ein übertriebenes Design werden die Arbeiten in den Hintergrund gestellt, und dies ist ja nicht Sinn und Zweck. Hat man bereits bei der Bewerbung ein bestimmtes Design, so sollte man dieses auf Grund des Wiedererkennungswertes auch für die Arbeitsproben nutzen.
In beiden Fällen gilt auch: Auf jeden Fall einen kleine Beschreibung zu der Arbeit schreiben. Dies soll kein seitenlanger Roman werden, da die Chance dass dieser gelesen wird gering ist, nur in kurzen Sätzen die wichtigsten Sachen: Wann, Wie, Warum und Wofür.

Entschließt man sich, eine CD zu machen sollte man auf jeden Fall einige Drucke beilegen, nicht jeder Betrieb hat Zeit und Lust sich durch eine CD stundenlang durchzuklicken. Der Test auf verschiedenen Systemen ist ebenso wichtig wie eine gute Dateistruktur. Niemand sucht gerne auf fremden CDs ?seinen? Ordner.
Nicht vergessen sollte man die Hülle der CD bzw. die Oberfläche selbst. Ein bedruckter Rohling und ein schön gestaltetes Inlay zeugt von einem Auge für ganzheitliche Gestaltung. Im anderen Fall kommt schnell die Idee der ?Fluchtbewerbung? auf, also nur mal schnell was gebrannt und dazugeworfen.

Wenn man sich für eine Mappe als Präsentation entscheidet, sollte man besonders auf den Druck achten. Die Blätter dürfen keinerlei Benutzerspuren aufweisen, das heißt: Keine Flecken, Eselsohren etc. Genauso wichtig ist die Druckqualität. So sollte man auf die Farben und die Qualität der Bilder achten. Die Werke sollten in ihrer vollen Pracht dargestellt werden, und nicht als ?verpixelter Haufen mit Grünstich?. Um es noch mal zu erwähnen, der äußere Eindruck zählt sehr viel. Ein Hefter der 30 Cent beim Supermarkt um die Ecke gekostet hat, kann einen die Stelle kosten. Bei fünf Mappen, die schon offensichtlich starke Qualitätsunterschiede aufweisen nimmt man meistens nur die Besten zur Hand, der Rest wird vergessen.

Dies sind jedoch nur zwei Möglichkeiten seine Arbeiten zu präsentieren. Mit ein bisschen Kreativität und Willen kann man noch viel mehr herausholen? Jedoch sollte jeder selbst entscheiden wie er seine Arbeiten präsentiert, aber immer im Hinterkopf haben, dass die Qualität der Bewerbung und die schnelle und angenehme Erfassbarkeit von Informationen vermittelt werden sollen. Kein Personalreferent wird Chinesisch lernen, nur weil chinesische Schriftzeichen gerade ?In? sind.


Kategorie: Bewerbungen
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24 Kommentare zu “ Arbeitsproben ”

  1. Maren Woker

    Ich finde dir meisten Tipps wirklich hilfreich. Aber ich finde, eine gut gemachte (!) „Robbie-Fanseite“ kann man durchaus mit in die Arbeitsproben aufnehmen. Das zeigt auch, dass man sich mal was für was engagieren kann, für das man kein Geld bekommt. Ich habe auch nach der Ausbildung eine private Seite von mir mit in die Arbeitsproben aufgenommen. Hauptsächlich, weil ich das Design so gut fand, dass ich es unbedingt zeigen wollte.
    Mein jetziger Chef hat mir im Nachhinein erzählt, dass er es positiv gewertet hat, dass ich mich auch in meiner spärlichen Freizeit so inteniv mit was fachspezifischem beschäftigt habe. Sowas kann also durchaus psoitiv bewertet werden. Aber die Betonung liegt natürlich auf einer GUT GEMACHTEN Seite…

    P.S.: Deine Mappe sieht auf den Fotos übrigens echt schön aus!

  2. Amelie Hülsmann

    Da hast du wohl recht. Eine gut gemachte Fansite kann sicherlich gutankommen, doch die meisten Fansites sind alle im gleichen Stile gehalten und ich bezweifel, dass diese gut ankommen… Wenn das Design gut ist, spricht ja nichts dagegen es auch zu zeigen. Ich habe ja in meiner Mappe auch das Design von meiner Homepage eingebaut (Was auch gut ankam…).

    Danke für das Lob zur Mappe :)

  3. Kev

    Schön und gut geschrieben! :)

  4. henry m

    Wie immer ein suuuper Artikel. Mit wertvollen Hilfen zum Thema Bewerbung als Mediengestalter.

  5. anja

    hallo, netter artikel auch wenn mir davon schon alles klar gewesen ist. hab dennoch eine frage, muss mich in den nächsten wochen fürn längeres praktikum bewerben, wir dürfen nur keine arbeitsproben von der schule verwenden.. und da ich privat eher nur webseites und artworks/photos mache, kann man sowas auch in die mappe packen ? fotos denke ich mal schon, nur ob artworks bin ich eher unsicher. dafür würde für mich sprechen: zeigt es doch einen sicheren umgang mit grafikprogrammen.. und die mappe ansich, sollt man da eher plastik oder pappe verwenden ?

    danke im vorraus

  6. Amelie Hülsmann

    Hallo Anja,

    Darf ich fragen wieso ihr keine Arbeitsproben von der Schule benutzen dürft? Hast die Lehrer mal lieb gefragt und ihnen deine Lage erklärt? Okay… Hast du wahrscheinlich :)

    Okay… Dann zu den Artworks. Ich habe in meiner Mappe auch private Sachen eingebaut, also Layouts etc. die ich zu Hause erstellt habe (Lag aber daran, dass die Schul Sachen nicht so der Bringer sind…). Und zu den Fotos, würd ich auch ein paar reintun (Nicht zu viele…), hab ich auch gemacht.

    Und nun zu Pappe oder Plastik. Meine Mappe ist aus Plastik und die Sachen hab ich auf dickeren Papier ausgedruckt. Aber ich glaub ansich ist es relativ was für ne Mappe du nimmst, also ob Pappe oder Plastik. Solange sie ordentlich aussieht… Mein Tipp: Es gibt extra Mappen für Bewerbungen, die sehen ordentlich aus :).

    Hoffe ich konnt dir helfen

  7. Markus

    Schöner Beitrag und ein Hinweis der nicht oft genug fallen sollte: Weniger ist mehr.

    Ich glaub auch, es ist i.d. Regel keinen Unterschied gibt zwischen einer gut verarbeiteten Plastik oder Pappmappe. Vielmehr halt ich es für eine Frage des Gesamtkonzeptes der Bewerbung.

    Wichtig ist – gerade wenn Arbeitsproben in gedruckter Form abgegeben werden – das die ganze Mappe „in sich geschlossen“ ist, d.h. alles zusammen hängt und kleine Flyer eben so auf Seiten gebracht werden, dass nix raufällt und so.

  8. Miriam

    Ich will mich im Screen Bereich bewerben. Muss ich dann auch meine Arbeitsproben ausdrucken oder kann ich auch eine Website in der Bewerbung ansich angeben? Gucken die da nach?!

  9. Valentin Tomaschek

    Hallo Miriam,

    ich würde an Deiner Stelle auch einen Screen ausdrucken und der Berwerbung in schöner Form beilegen. Nicht immer hat der Personalchef einen PC zur Hand, sondern schaut sich die Bewerbungen auch mal zwischen Tür und Angel durch. Auf dem Ausdruck kannst Du ja trotzdem noch die Internetadresse angeben.

  10. Andreas

    Amelie….schon alleine, weil du anderen so viel hilfst durch deine Artikel hättest du schon zehnmal eine Ausbildungsstelle verdient. Das sind Werte, die jeder Betrieb gerne bei seinen Auszubildenden sieht.

    Ich wünsch dir von Herzen viel Erfolg beim Bewerben und bei Vorstellungsgesprächen.

    Vielen Dank für alle Tips, Hilfen und Denkanstöße von dir. Das ist echt sehr interessant.

    Mach´s gut
    Ich drück dir die Daumen
    ganz lieber Gruß
    Andi

  11. Miriam

    @ Valentin: Danke für deine Antwort!
    Ich will mich vorerst aber erst einmal um einen Praktikumsplatz bewerben. Mache eine schulische Ausbildung als Screen Designerin und muss während der Zeit auch ein 3-monatiges Praktikum machen.
    Nun habe ich noch nicht sooo viele Arbeitsproben. Soll ich versuchen noch welche zu erstellen oder soll ich das vorzeigen, was ich bisher habe?! (Zur Info: Das Praktikum beginnt im Ausgust…).
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man schon voll der Profi sein muss, auch wenn es nur um so ein kleines Praktikum geht. Ich kenn mich bisher einigermaßen mit CSS, HTML, Adobe Illustrator und Photoshop und ein bisschen Freehand aus. Flash kann ich noch gar nicht, bin da aber grad bei. Nehmen die mich trotzdem?!

  12. Valentin Tomaschek

    Miriam: Ob sie dich nehmen oder nicht kann man ohne Glaskugel natürlich nicht beantworten ;)
    Zeige auf jeden Fall das was du bisher gemacht hast, sofern es qualitativ ansprechend ist. Deine ersten Entwürfe müssen es ja nicht unbedingt sein. Vielleicht findest du ja auch noch die Zeit ein paar fiktive Sachen zu gestalten und das so auch rüberbringen. Aber du hast Recht – die Anforderungen sind schon hoch, auch wenn es nur um ein Praktikum geht.
    Nur zum Verständnis: Bist du schon in der SC-Ausbildung? Wenn ja hast du in der Schule ja auch schon was Nettes erarbeitet und / oder du fragst deinen Lehrer ob er dir bei einem fiktiven Auftrag helfen kann. Klar das dann auch noch mehr Freizeit drauf geht, aber wenn du dir den Artikel „Licht und Schatten“ von Florian durchliest siehst du was dich erwarten kann :)

  13. Amelie Hülsmann

    Hallo Andi,

    vielen lieben Dank für deinen Kommentar :) – Ich hoffe ja sehr und ich hab Gottseidank auch schon Positives in Richtung Blog erfahren in Richtung Ausbildung :)…

    Vielen Dank,

    Amelie

  14. Verena

    hallo
    ich bin momentan Bioinformatik – Studentin und möchte mich „umorientieren“.
    Mein Ziel: Mediengestalterin in Bild und Ton.
    Jetzt les ich ständig was von Arbeitsproben und mir kommt es so vor als müßte ich Profi sein noch bevor ich die Ausbildung begonnen habe^^.
    Was GENAU wird in diesem Bereich an Arbeitsproben verlangt?
    Kann ich auch in diesem Bereich eine HP oder ein Forum in die Bewerbung einfügen, oder hat das eher weniger Sinn?
    Da die Stelle erst seit ner Woche aushängt un schon am 1.8. beginnt steh ich auch „etwas“ unter Zeitdruck. Wo oder Wer kann mir da nützliche Infos geben?
    dank dir schonmal und möcht noch sagen-als Grundinfo is dein bricht mehr als nützlich :-)

  15. Jäger Stephan

    Hallo Amelie

    Wirklich sehr hilfreich dein Artikel.
    Doch gilt dies auch für Mg Bild und Ton.
    Was würdest du mir den empfehlen.
    ich strebe nämlich an mich als Mg Bild und Ton zu bewerben.
    Ich hätte mehrere kleine Filme die ich mit in die Bewerbung legen könnte, aber ist dies auch sinnvoll.
    Ideen habe ich genug, aber was ist der richtige Weg.

    Stephan

  16. freefly

    Hallo,

    interessanter Beitrag. Da ich auch gerade im Bewerbungsstress bin, würde mich jedes Mappenbeispiel sehr interessieren. Vielleicht kannst Du mir ja Deine mal schicken, oder kennst gute links zu anderen Beispielen? (Keine Sorge – Ich kopiere NICHT!)
    Lieben Gruss
    Jens

  17. Amelie

    Hallo Jens,

    schreib doch einfach mal ne E-Mail und dann werd ich mal schauen, was sich da machen lässt. Kann aber nen Moment dauern, da ich zZ wenig Zeit durch die Ausbildung habe. Doch ich geb mein Bestes…

  18. Ramona

    Hallöchen!

    Sehr interessanter und vor allem einer von wenigen Texten in Bezug auf Arbeitsproben für eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Mediengestalterin. Mich würde jedoch auch konkrete Beispiele für Arbeitsproben interessieren, mir konnte diesbezüglich bisher keiner weiterhelfen. Ich habe einige Kenntnisse in Photoshop und Dreamweaver.. Aber welche Arbeitsproben interessieren einen Arbeitgeber..? Vielleicht kannst du mir da weiterhelfen, ich würde mich sehr freuen.

  19. Amelie

    Da der Wunsch nach einem weiteren Artikel / mehr Infos ja besteht, werde ich mal schauen was sich da machen lässt :).

    Sofern die Zeit es zu lässt kommt demnächst ein Beispiel für Arbeitsproben.

  20. Alex

    Netter Artikel!
    genau dann wann ich infos zu dem thema brauche!
    Das ganze scheint schon aufwendiger zu sein als eine Bewerbung in der Handwerksbranche! ))

    MfG

    Alex

  21. Phia

    Hallo! Hab mal eine Frage an euch! Vielleicht kann mir jem. weiter helfen…
    Ich habe mich für eine Ausbilung zur Mediengestalterin in einem Druckhaus beworben…und ich würde sie unheimlich gern machen, da ich hobbymäßig gern fotografiere bzw. schon immer Kalender, Karten etc. selbst gestalten hab…
    Aber wie macht man eine richtige Mappe???
    Wäre froh, wenn mir jem. helfen könnte!

  22. Tina

    Wie will man eigentlich Arbeitsproben vorzeigen (können), wenn im vorherigen Arbeitsvertrag drin stand, dass man „auch keine Kopien“ von erstellten Aufträgen mitnehmen dürfe … Urheberrecht usw.?
    Ich weiß wirklich nicht, wie ich da dann noch „Arbeitsproben“ herzeigen kann, darf? :-(

  23. Lisa

    Ich habe auch eine Frage bezüglich der Arbeitsproben. Wenn auf der Arbeitsprobe ein Bild enthalten ist, dessen Urheberrecht nicht bei mir liegt, darf ich diese dann trotzdem meinen Arbeitsproben beilegen?
    Die Robbie Williams FanSite wäre ja so ein Beispiel und es scheint ja, dass es welche machen. Aber rein rechtlich gesehen, wäre es da erlaubt? Eigentlich ja nicht, oder? Oder wäre es nur zu kommerziellen Zwecken verboten?

  24. Anonymous

    […] […]

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