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Arne Kocher

Arne Kocher beginnt im Oktober das Studium der Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zuvor hat er mehrere Jahre in der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei gearbeitet.

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Mittlerweile ist Apples Betriebssystem Mac OS X (in der aktuellen Version 10.4.4 Tiger) schon seit fast 5 Jahren auf dem Markt. Vor allem in der Druckvorstufe, in der man sich auf ein stabiles und leistungsfähiges Betriebssystem verlassen muss, dauert der Umstieg vom alten (Mac OS 9) zum neuen System noch an. Das liegt unter anderem auch daran, dass das Fonthandling unter OS X teilweise noch ein sehr schwieriges Thema ist. Dieser Artikel, den ich in zwei Teile geteilt habe, soll einige dieser Probleme lösen. Im ersten Teil wird das Schriftenchaos beseitigt und die Vorraussetzungen für ein sicheres und erfolgreiches Arbeiten geschaffen. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Vorstellung der wichtigsten Schriftverwaltungsprogramme für OS X.

Da Mac OS X ein Multi-User-System ist, verfügt das System über mehere Fonts-Verzeichnisse. In jedem dieser Verzeichnisse liegen Schriften der unterschiedlichsten Herkunft. Auf einem voll ausgestattetem Druckvorstufen-Arbeitsplatz sind eine Vielzahl von System- und Programmschriften vorhanden, die einem das kontrollierte Arbeiten mit Schriften sehr schwierig machen.

User > Library > Fonts
Alle Schriften in diesem Verzeichnis stehen ausschließlich diesem User zur Verfügung.
Allerdings sind hier keine Systemschriften abgelegt. Die Schriften sind, wie in jedem
der Verzeichnisse, permament aktiviert. Wobei OS X die Schriften nach Bedarf lädt.

Library > Fonts
Der Inhalt dieses Ordners steht allen Benutzern zur Verfügung. Nur Administratoren haben hier Schreibrechte.

System > Library > Fonts
Hier liegen sämtlich wichtigen Systemschriften, die OS X für die Darstellung in Programmen (Mail, iCal etc.) und Menüs benötigt. Änderungen sollten hier nur erfolgen, wenn man genau weiß was man tut.

Network > Library > Fonts
Möchte man mit den gleichen Schriften im gesamten Netzwerk arbeiten, so legt man sie hier ab.

OS 9 > Systemordner > Zeichensätze
Speziell in der Druckvorstufe wird noch mit einigen älteren Programmen (z.B. Quark 4) gearbeitet. Die hier abgelegten Schriften sind sowohl unter Classic, als auch unter OS X verfügbar.

Zunächst einmal werden sämtliche Font-Verzeichnisse bis auf System > Library > Fonts geleert. Der Inhalt dieser Ordner wird an einen anderen Platz verschoben und entsprechend benannt. Schriften der Systemschriften-Library lassen sich leider nicht so einfach entfernen. Dummerweise ist hier auch eine Variante der Helvetica installiert. Um Schriftenkonflikte zu vermeiden sollte sie deaktiviert werden. Allerdings wird sie von ein paar Apple-Programmen zur Darstellung benötigt. Also bedarft es den Einsatz zweier Tools. Marcel Bresink hat mit dem TinkerTool ein Hilfsprogramm geschrieben, welches das einfache Verändern von Systemeinstellungen ermöglicht. Wir nutzen es dazu, die System-Helvetica durch einen anderen Font zu ersetzen. In diesem Fall die Lucida Grande.

TinkerTool

Nun können wir einige (nicht alle) der Systemschriften deaktivieren. Je nach Installation sind einige Fonts installiert, die man normalerweise gar nicht benötigt. So z. B. einige asiatische Fonts. Beim Deaktivieren der Fonts sollte man vorsichtig sein, denn einige sind für das System von sehr großer Bedeutung. So sollten die Geneva, Keyboard, Lucida Grande und die Monaco auf jeden Fall aktiviert bleiben. Unsere ?geliebte? Helvetica kann auf jeden Fall deaktiviert werden. Bei den restlichen Fonts kommt es darauf an, ob diese von anderen Programmen benötigt werden. Der Linotype FontExplorerX (siehe Teil 2) zum Beispiel eignet sich hervorragend dazu, um festzustellen welche Fonts von welchem Programm angefordert werden. Trotzdem sollte man hier eher weniger, als zu viele Schriften deaktivieren. Für diese Aufgabe verwenden wir übrigens die Systemerweiterung Diablotin. Die deaktivierten Schriften werden in einem neu erstellten Verzeichnis (System > Library > Fonts (Disabled) abgelegt. Dieser Ordner sollte auch nicht verändert werden, da Diablotin im Falle einer Reaktivierung logischerweise darauf zurückgreift.

Diablotin

Fehlen also nur noch die unzähligen Programmschriften, die überall verstreut installiert wurden. Die Schriften der Adobe-Programme liegen in der Library unter Application Support > Adobe > Fonts. Den Inhalt dieses Ordner (ausgenommen des Unterverzeichnisses Reqrd) sowie des Schriftenordners von Adobe InDesign (Programme > Adobe InDesign > Fonts) verschieben wir an einen anderen Platz mit geeigneter Bezeichnung. Desweiteren legt das weit verbreitete Microsoft Office seine Schriften unter Programme > Microsoft Office > Office > Fonts ab. Mit diesem Inhalt wird ebenso verfahren.

Nun haben wir ein sauberes System, auf dem sich ein ordentliches Schriftenverwaltungsprogramm aufsetzen lässt. Genau um diese geht es in meinem zweiten Teil.

1 Kommentar zu “ Fonthandling in der Mac OS X-Druckvorstufe ”

  1. Linotype FontExplorer X ? Fonthandling in der Mac OS X-Druckvorstufe ? Teil 2 » Mediengestalter-Blog.de

    […] Nachdem im ersten Teil von ?Fonthandling in der Mac OS X-Druckvorstufe? die Grundlagen für das erfolgreiche Arbeiten mit Schriften geschaffen wurden, machen wir uns jetzt an das Verwalten und Arbeiten mit den Schriften. […]

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