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Florian Knörl

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<p>Florian arbeitet in einer vollstufig ausgelegten Druckerei als Medien- gestalter, Fachrichtung Printmedien. Zu seinem Hauptaufgabenbereich gehört der Satz und die Herstellung von Verlags- werken, die Überwachung und Optimierung eines PDF- und Colormanagement- Workflows sowie die technische Betreuung der Vorstufe. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Fotografie und Buchkunst.
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Dieser Artikel stellt nicht die Detailtypografie in seiner Gesamtheit dar, sondern soll einfach ein paar Tipps und Kniffe aufzeigen, wie ein Text im Makrobereich lesegerecht gestaltet werden kann. Es gibt für diesen Bereich ein Standardwerk, ?Detailtypografie? von Forssman und de Jongs. Für jeden, der sich ernsthaft mit den Detaillösungen im Schriftsatz beschäftigen will, ein wirklich gutes, wenn aber auch recht trockenes Buch.

Digitalisierte Schriften und deren Ausbau
Viele oft verwendete Schriften wurden nicht erst zu Zeiten des DTP, sondern schon Jahrzehnte oder Jahrhunderte davor geschnitten. Diese Schriften wurden dann digitalisiert ? mit mehr oder weniger viel Willen zur Detailtreue. Bevor also ein Text aus einer bestimmten Schrift gesetzt wird, sollte man die Schriftart genauer ansehen. Gefällt mir die Buchstabenform wirklich? Ist die Schrift gut zugerichtet (die kleinen Weißräume vor und nach jedem Buchstaben), besitzt sie ein gutes Kerning (Zeichenpaar-Ausgleich)?
Sobald diese Dinge geklärt sind, muss man sich überlegen, wieviele Schnitte man brauchen wird. Wenn ich z. B. einen Roman setze, brauche ich keine großartige Schnittansammlung. Der Grundschnitt, eine Kursive und ein halbfetter Schnitt, vielleicht noch Kapitälchen und das reicht aus. Wünschenswert wären Mediävalziffern (Ziffern mit Ober- und Unterlänge, die in Lesetexten ruhiger zu lesen sind).
Beim Erschaffen einer CI aber sollte auf viele Schnitte geachtet werden, gerade was verschiedene Fetten (Bedruckstoff und Medium) oder fremdsprachliche Zeichen (Internationalität) angeht. Auch Display-Schnitte sind gerade für die Größen ab 20 pt gut anzusehen, da sie detailreicher wirken als die groß gesetzte Grundschrift.

Schriften

Zurichtung
Zurichtung bedeutet die Festlegung der kleinen Weißräume vor und nach jedem Buchstaben, und soll dafür sorgen das die Zeichen weder aneinanderstossen noch zu weit auseinander stehen. Diese Probleme können vom Setzer eigentlich nicht mehr korrigiert werden (nur mit immensem Aufwand) also ist die Schrift so unbrauchbar. Ist zwar selten, kann aber bei ?günstigen? Nachschnitten großer Klassiker manchmal beobachtet werden.

Zurichtung

Kerning
Es gibt leider bei jeder Schrift Zeichenkombinationen, die trotz guter Zurichtung nicht passend aussehen. Bei guten Schriften gibt es für diesen Fall eine vollständige Kerning-Liste, die diese Kombinationen nacharbeitet, und so einen schönen Schriftsatz ermöglicht. Moderne Satzprogramme (InDesign z. B.) können auch selbst nochmal in das Kerning eingreifen und so diese Paare nachträglich anpassen.

Kerning

Laufweite
Viele Schriften können in ihrer Laufweite noch optimiert werden. Gerade bei kleinen Größen sollte man etwas mehr, bei großen Größen etwas weniger Laufweite versuchen.
Gerade klassische Satzschriften, wie die Garmond, Walbaum und die Bembo profitieren von einer Laufweitenanpassung. Die Myriad sieht allerdings durch ihre gute Zurichtung auch ohne nachträgliche Anpassung gut aus, und kann durch Laufweitenänderung eher negativ beeinflusst werden.

Laufweite

Wortzwischenräume
Je nach Schriftart und Schriftgröße kann eine Anpassung der Wortzwischenräume notwendig werden. Gerade bei den Blocksatzeinstellungen wird oft vergessen, das die Standard-Einstellungen im Programm nicht für jede Schrift gelten. Bei längeren Texten sollte man sich also die Zeit nehmen, und die Blocksatzeinstellung ordentlich vornehmen.
Bei großen Schriftgraden kann ein verringerter Wortzwischenraum nicht schaden.

Feste Abstände bei Abkürzungen und Datumsangaben
Oft wird auf diese Abstände nicht gerade viel Wert gelegt ? obwohl man so sofort einen gut gesetzten Text von einem schnell hingebastelten unterscheiden kann. In jedem Satzprogramm kann man entweder einen der fest eingestellten Abstände verwenden, oder sich selbst Abstände einstellen und diese dann per Suchen und Ersetzen an die richtige Stelle im Text bringen. Gerade im Blocksatz ist die Verwendung von unveränderlichen Festabständen sehr wichtig.

Festabstaende

Exponent, Index und Bruchziffer
Hier können vor allem Satzprogramme helfen. In den Voreinstellungen lassen sich zumeist schonmal ganz gut die gewünschten Größen und Abstände eingeben, im Notfall ist noch ein wenig Handarbeit oder Trickserei angebracht. Falls z. B. die Bruchziffern zu schmal wirken, kann man einen fetteren Schnitt verwenden.

Satzkanten
Bei stark unterschiedlichen Schriftgrößen kann es aufgrund der Vor- und Nachbreite zu Satzkanten kommen. Diese sollten ausgeglichen werden, normalerweise durch leichtes Verschieben des größeren Schriftgrades nach links.

Satzkanten

Trennungen
Trotz der Trennregeln im Duden kann es im Schriftsatz notwendig sein, ein wenig von der Norm abzuweichen. Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Wort getrennt oder nicht getrennt werden sollte, allerdings ist die Lesbarkeit und die Sinnhaftigkeit eines Textes immer im Vordergrund.

Trennungen

4 Kommentare zu “ Detailtypografie ”

  1. Heiko Eckert

    Verdammt, das ist sogar nonprint-tauglich ;)
    richtig schöne arbeit, danke flo!

  2. Maren Woker

    Gerade über die korrekte Darstellung von Bruchstellen habe ich letzte Woche noch gegrübelt. Sehr interessant, danke!

  3. Amelie Hülsmann

    Wieder mal ein super Text :) – Mit tollem Beispiel ;)

  4. troopers

    sehr interessant.

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