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Valentin Tomaschek

Nach der Mediengestalter-Ausbildung (Fachrichtung Print) hat Valentin Tomaschek knapp drei Jahre in Dublin gelebt. Zuerst als Koordinator bei HP und später bei Novell. Wieder zurück in Deutschland arbeitet er teilweise für ein Landesparlament und teilweise selbstständig im Internet-Bereich.

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Lotus NotesIch bin schon des längerem auf der Suche nach einem für mich optimalen E-Mail Client. Über Outlook müssen wir nicht diskutieren, Pegasus ist mir zu frickelig und undurchschaubar, Mail kommt auch nicht in Frage und den viel gelobten Thunderbird von Mozilla finde ich zu „bonbon“-haft.

Seit einigen Monaten arbeite ich nun unter anderem mit Lotus Notes und bin hellauf begeistert. Auch wenn es Momente gibt, an denen das Teil sich wieder wegen irgendeiner Datenbankverbinung aufhängt, und ich es verfluchen muss. Von diesen wenigen negativen Eindrücken aber einmal abgesehen, ist er bisher der beste E-Mail Client der mir ausgeliefert wurde. Das Problem ist nur, dass es eben eigentlich kein E-Mail Client ist! Laut Hersteller ist es ein ?ultimativer e-buisiness Client? der, Hunderte von Erweiterungen enthält. Da muss man sich Gedanken machen, ob man so einen aufgeblasenen Client auch wirklich braucht.

Lotus NotesGrundsätzlich hält Notes aber viele nützliche Funktionen für den Benutzer bereit. Es gibt die ?Willkommensseite?, die man wunderbar personalisieren kann. Es ist dort zum Beispiel möglich, eine drei Spalten Ansicht einzurichten mit der Inbox, den aktuellen Kalender-
einträgen und den wichtigsten Aufgaben. Gut finde ich auch das Feature, sich in einer weiteren Spalte die aktuellsten Nachrichten darstellen zu lassen. So hat man nicht nur seine Inbox, sondern auch alles andere Wichtige im Blick, ohne ständig hin- und herklicken zu müssen.

Trotzdessen ist das ?Hin- und Herklicken? wunderbar vertreten. Mit dem Prinzip eines Karteireiters kann man zig Fenster geöffnet haben und diese simpel händeln. Ähnlich wie beim Firefox die Tabs, kann man die Fenster per Drag and Drop nach Belieben sortieren, um immer den Überblick zu behalten. Befindet man sich in der Inbox wird, wenn man eine neue E-Mail (Notes nennt es übrigens Memo) schreiben möchte, ein neuer ?Tab? geöffnet.

Lotus Notes

So erscheint nicht, wie bei Outlook oder Firefox, jede neue E-Mail in einem neuen Fenster in der Taskleiste. Notes gibt sich in der Regel immer mit einem Hauptfenster zufrieden und müllt daher nicht die Taskleiste unnötig zu.

Lotus NotesSehr schön finde ich auch die Funktion und Art der Profilverwaltung. Man kann sich mehrere Profile anlegen, sei es auf die Arbeits-
umgebungs-, auf Datenbank- oder auf verschiedene Netzwerkeinstellungen bezogen. So lässt sich Notes nicht nur für verschiedene Benutzer, sondern sogar auch für verschiedene Betriebsbedingungen wie Bürobetrieb oder Aussendienst, Netzwerkverbindungen oder Dial-in-Verbindungen, konfigurieren.

Lotus NotesAls gutes Beispiel für eine gelungene Funktion beim Versenden von E-Mails gelten für mich die vielen Zustelloptionen, die sich individuell anlegen lassen. Es gibt nicht nur die Dringlichkeit, sondern auch die Zustellpriorität innerhalb eines Netzwerkes. Hervorragend finde ich die Zustellungsberichte. Dort kann man zwischen ?keinem Bericht?, ?nur bei Fehler?, ?Zustellung bestätigen? und ?gesamten Pfad aufzeichnen? wählen. Bei letzterem wird jeder Knotenpunkt aufgezeichnet, den die E-Mail passiert. So kann im Zweifelsfall festgestellt werden, wo sich eine Fehlerquelle befindet. Natürlich kann man seine E-Mails auch signieren und/oder verschlüsseln.

Doch noch einmal kurz zurück zum Falle eines Absturzes. Im normalen Betrieb kommt dieses selten vor, ist es dann doch mal passiert, kann man natürlich Notes über den Taskmanager beenden. Will man Note dann jedoch neu starten funktioniert dieses meist nicht. Das liegt daran, dass trotz dem Beenden im Taksmanager, immer noch einer oder sogar mehrere Systemprozesse von Notes laufen. An sich hilft da nur ein Ab- und wieder Anmelden, um diese zu beenden, ein manuelles raussuchen unter Prozesse, oder aber das kleine Tool ?Kill Notes?. Dieses lässt sich hier herrunterladen. Direkt nach einem Doppelklick sind alle Prozesse gekillt und Notes lässt sich wieder starten.

Fazit: Trotz der vielen und umfangreichen Business-Funktionen finde ich Notes, auch für den privaten Gebrauch, sehr gut. Schade ist halt, dass es dieses nicht mehr in einer kostenlosen Private-Edition gibt, sondern IBM dafür knappe 120 Euro verlangt. Für ein e-business Client sicherlich nicht zuviel verlangt, für einen privaten aber ganz schön happig.


Kategorie: Non-Print
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1 Kommentar zu “ „Ultimativer e-business Client“ für den Hausgebrauch? ”

  1. Chris

    Notes ist schon ne ganz nette Software. Zumindest seitdem sie seit Release 6 wieder benutzbar geworden ist. Nur wird man als MS-erfahrener Anwender erstmal ein paar andere Begriffe verinnerlichen müssen. E-Mails heißen beispielsweise Memos.
    Im Hintergrund hat man in Notes auch noch die Möglichkeit eigene Funktionen über LotusScript einzubinden.
    Was mich mittlerweile am meisten an Notes stört ist der Platz, den es auf der HDD beansprucht und der hohe Arbeitsspeicherverbrauch.
    Sollte man Notes für ein Unternehmen mit Mailserver einsetzen wollen, hat man übrigens auch die Möglichkeit dies in Verbindung mit einem Exchange-Server zu machen. Diesen gibt es ja weitaus günstiger als einen Lotus Domino Server.
    Entscheidet man sich aber dennoch für einen Domino, so hat man die Möglichkeit, den reinen E-Mail- bzw. Groupware-Client um Datenbankfunktionen zu erweitern. So lassen sich beispielsweise komplette Intranets, Zeiterfassungssystem, Dokumentenmanagement und so weiter über den Domino Server erstellen und hosten und für jeden Mitarbeiter zugänglich machen.

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