Wer gerne selbst einen Blog betreiben möchte, oder aber Wordpress als CMS nutzen will, muss dieses zuerst einmal richtig aufsetzen. Die „Installation“ von WordPress funktioniert aber nur, wenn der richtige technische Hintergrund gegeben ist:
1. Vorausetzungen
Die technischen Voraussetzungen für den Betrieb von WordPress sind recht einfach gehalten:
Es wird nur ein Apache HTTP Server mit installiertem PHP Version ? 4.2 und eine MySQL Datenbank der Version ? 3.23.23 benötigt. Diese notwendige Betriebsumgebung findet man heutzutage beinahe bei jedem Hoster recht günstig.
Für den lokalen Betrieb von WordPress sind die Anforderungen etwas umfangreicher, da man hier zu erst noch den Webserver inkl. PHP und MySQL aufsetzen muss. Hier möchte ich nun auch das Tutorial beginnen. Leser die sich nur für das Aufsetzen von WordPress auf ihrem Webspace interessieren mögen doch bitte direkt zu Schritt „3 WordPress – Download und Installation“ springen.
2 Webserver lokal und Wordpress lokal installieren
2.1 Webserver downloaden und lokal installieren
Wie aus dem Kapitel „Vorausetzungen“ bekannt ist wird zum Betrieb von WordPress ein funktionierender Apache Webserver inklusive installiertem PHP und einer MySQL Datenbank benötigt. Dies lässt sich auf zwei Wegen realisieren:
- Download der einzelnen Teilpakete und anschließendes installieren der einzelnen Teile.
- Download und Installation eines kompletten Paketes.
In diesem Tutorial werden wir den zweiten Weg gehen. Es gibt im Internet die verschiedensten Distributionen zum kostenlosen Download. Ich persönlich habe mit dem Paket von Apachefriends.org gute Erfahrungen gemacht und kann diesen mit gutem Gewissen empfehlen. Das notwendige Paket gibt es auf den Webseiten von Apachefriends.org in drei Ausführungen:
- Das XAMPP Paket „Installer“
Dieses Paket kann, wie der Name schon sagt, direkt installiert werden. - Das XAMPP Paket „ZIP“
Hierbei handelt es sich um ein gewöhnliches ZIP-Archiv. - Das XAMPP Paket „EXE“
Dies ist ein selbstextrahierendes Archiv.
Ich persönlich würde zum Download der ca. 26MB großen „Installer“-Version raten. Nach dem erfolgreichen Download reicht ein Doppelklick um die Installation zu starten. Im Laufe der Schritt-für-Schritt Installation wird auch nach dem gewünschten Installationsverzeichnis gefragt. Ein guter Tipp ist sicherlich, das Standardverzeichnis C:\Programme nicht zu verwenden sondern den XAMPP in anderes Verzeichnis z.B. X:\Xampp zu installieren. Am Ende des Installationsprozesses wird, bei Windows Usern, die Frage gestellt ob man den Apachen und MySQL als Dienst installieren will. Dies ist sicher nicht verkehrt, da so die Dienste bei jedem Systemstart automatisch gestartet werden. Jetzt sollte das System eigentlich soweit sein, dass es funktioniert. Zur Überprüfung der Funktion sollte einmal der Browser geöffnet werden und folgengende Adresse eingegeben werden: http://127.0.0.1 oder aber http://localhost. Bei erfolreicher Installation sollte nun folgender Screen zu sehen sein:
2.2. Webserver absichern
Die Absicherung des Webservers ist in der neuesten Version des XAMPP eine Sache von wenigen Klicks. Um den XAMPP abzusichern, rufen sie wieder die Adresse http://localhost auf und wählen mit einem Klick die Sprache aus, mit der sie den Webserver „administrieren“ möchten. Nun sollten sie folgenden Screen sehen:
Klicken sie nun links in der Navigation auf den Punkt Sicherheits-Check. Auf der Seite die nun geladen wird können sie sehen was an ihrer XAMPP-Installation alles noch potenziell unsicher ist. So ist z.B. der MySQL-Server noch nicht mit einem Passwort versehen und ihr Webserver ist rein theoretisch noch aus dem Internet zu erreichen ohne irgendwie abgesichert zu sein. Dieser Zustand sollte schnellsten geändert werden. Die Sicherheitsübersicht bietet unter der Statistik noch einen Link mit dem Namen:

Bericht über den Sicherheitszustand des Webservers
Die Seite „Xammpsecurity“ bietet die Möglichkeit die MySQL Datenbank und das „htdocs“-Verzeichnis (auf dieses kommen wir später noch einmal zurück) mit einem Passwort zu versehen. Dies tuen sie jetzt bitte. Für den MySQL-Server legen sie bitte ein Passowort für den User root an. In einem zweiten Schritt legen sie im Bereich “.htaccess“ einen User und ein Passwort ihrer Wahl an. Notieren sie sich beide Passwörter und User am Besten irgendwo oder speichern sie sie gut in ihrem Gedächtnis ab.

Eingabefeld zum Setzen des MySQL-Superusers

Eingabefeld zur Absicherung des Webservers per “.htaccess“
Wenn sie nun zurück auf die Sicherheitsübersichtsseite gehen, sollte die Tabelle über den Sicherheitszustand so aussehen:

Bericht über den Sicherheitszustand des Webservers
Der Webserver sollte nun für den alltäglichen Gebrauch sicher genug sein. Nachdem wir jetzt einen laufenden Server haben sollten wir uns um die notwendigen Komponenten für das Aufsetzen von Wordpress kümmern.
3 WordPress – Download und Installation
3.1 Das System vorbereiten
Um WordPress aufsetzen zu können wird, wie schon erwähnt eine Datenbank benötigt. Diese müssen wir, zumindest für die lokale Installation, noch einrichten. Für den „Online“-Betrieb dürfte dieser Schritt wegfallen, da dort die Datenbanken und deren Namen meistens schon vorgegeben sind. Für die lokale Installation richten sie nun ihren Browser bitte auf die URL http://localhost/phpmyadmin*. Dort loggen sie sich bitte mit dem User „root“ und dem von ihnen gewählten Passwort ein. Sie sollten nun so eine, oder ähnliche, Seite sehen:
Klicken sie nun in das Feld „Neue Datenbank anlegen“, geben sie den gewünschten Datenbanknamen, z.B. blog, an und klicken sie auf „Anlegen“. Sie haben nun alle erforderlichen Vorbereitungen am System selbst getroffen.
3.2 Download und Lokalisieren
Dieser Schritt umfasst alle nötigen Downloads und Anpassungen an WordPress um am Ende ein vollkommen eingedeutschtes WordPress zu haben. Zuerst sollten sie in ihrem Browser die Seite WordPress.org richten und dort zur Seite Download wechseln. Sie haben nun die Möglichkeit WordPress als „ZIP„-Datei oder als „Tar.Gz„-Datei herunterzuladen. Als Microsoft Windows Nutzer wäre die ZIP-Variante anzuraten. Nach erfolgreichem Download entpacken sie die Datei bitte in ein Verzeichnis ihrer Wahl.
Zum Lokalisieren ist noch die Deutsche Sprachdatei notwendig. Diese finden sie bereits vollkommen übersetzt auf den Seiten der deutschen WordPress Community. Laden Sie dort bitte die aktuellste Version der “.mo“ Datei herunter.
Jetzt sollten sie alles beisammen haben um ihre WordPress-Version einzudeutschen. Der Vorgang der Lokalisation ist ganz einfach. Im Zuge der Anpassung werden wir auch gleich alle für den Upload notwendigen Anpassungen an der Konfigurationsdatei vornehmen.
Öffnen sie nun das entpackte Verzeichnis und wechseln Sie dort in das Verzeichnis: wp-includes. Dort erstellen sie bitte ein neues Verzeichnis mit dem Namen languages. In dieses Verzeichnis kopieren sie nun die heruntergeladene Datei „de_DE.mo“. Sollte dieser Schritt erflogreich sein, sollte ihr Verzeichnis „wp-includes“ ungefähr so aussehen:

Unterverzeichnis „languages“ im Verzeichnis „wp-includes“
Dies war der erste Teil der Anpassung.
Wechseln sie jetzt bitte in das Verzeichnis der obersten Ebene und bennen die Datei

Die Datei “
In dieser Datei sind noch einige Anpassungen nötig und schon sind sie so weit, dass sie WordPress installieren können.
Als erstes sollten sie an der Stelle
steht ihren Datenbanknamen eintragen, also den, den sie im Schritt „Das System vorbereiten“ gewählt haben. Tragen sie den Namen bitte zwischen die beiden Anführungszeichen ein.
Der zweite Schritt besteht darin in der Zeile
ihren Datenbankusernamen, ebenfalls zwischen die Anführungszeichen, einzutragen. Ebenso sollten sie mit dem Passwort verfahren.
Die Zeile
kann in den meisten Fällen unverändert bleiben.
Der letzte Änderungsschritt besteht darin WordPress über das bestehen der lokalisierten Sprachdatei „de_DE.mo“ zu informieren. Dies passiert über die Zeile
Ändern sie diese bitte wie folgt ab:
Nun speichern sie die Datei, atmen kurz durch und gehen zum nächsten Schritt weiter.

Die Datei „wp-config“ nach der Anpassung.
3.3 Der Upload
Nach dem sie nun ein fertig vorbereitetes WordPress haben können sie mit dem Upload beginnen. An dieser Stelle spaltet sich dieses Tutorial noch einmal auf.
Lokale Installation
Wenn sie WordPress lokal verwenden wollen, führen sie bitte folgende Schritte aus:
- Öffnen sie das WordPress-Verzeichnis und markieren sie alle Unterverzeichnise und Dateien.
- Kopieren sie diese.
- Öffnen sie das Verzeichnis
Pfad zum Xampp/htdocs. - Erstellen sie ein neues Verzeichnis mit dem Namen
blog. - Fügen sie alle Dateien ein.
FTP-Installation
Wenn sie Wordpress auf einem entfernten Server im Internet verwenden wollen, sollten Sie diese Anleitung verwenden:
- Öffnen sie ihr FTP-Programm.
- Verbinden sie sich mit ihrem Webserver.
- Laden sie alle Dateien ins Wurzelverzeichnis oder ein Verzeichnis ihrer Wahl.
- Wechseln sie nun ins Verzeichnis
wp-content. - Erstellen sie dort ein Verzeichnis
upload. - Geben sie diesem Verzeichnis die Schreibrechte „777.
- Wechseln sie wieder ins Wurzelverzeichnis.
- Geben sie der Datei
.htaccessdie Schreibrechte „666″.
3.4 Installation
Jetzt sind es nur noch drei Schritte bis zur hoffentlich funktionierenden Version von WordPress.
Starten sie den Browser ihrer Wahl und rufen die URL auf, die zum WordPress-Verzeichnis führt. Im Falle der lokalen Installation, genau nach diesem Tutorial, ist es: http://localhost/blog. Klicken sie in der erscheinenden Meldung auf den Link und führen sie die beiden Schritte durch.
Jetzt sollten sie ein funktionerendes WordPress besitzen.
4. Fußnoten
- * PHPMyAdmin ist ein Tool zur Verwaltung von MySQL-Datenbanken





25. April 2006 um 12:28 Uhr
Funktioniert 1A.
Herzlichen Dank
21. November 2006 um 10:20 Uhr
Hallo,
soweit wie deine Anweisung reicht, bin ich auch ohne Probleme gekommen. Jetzt möchte ich aber gerne ein Blog importieren. Wenn ich unter Import – logger and Blogspot anklicke bekomme ich folgende Fehlermeldung:
Howdy! This importer allows you to import posts and comments from your Blogger account into your WordPress blog.
Your web server is not properly configured to use this importer. Please enable the CURL extension for PHP and then reload this page.
Wie kann ich das beheben? Was muss noch konfiguriert werden?
Danke,
Stephan
24. Januar 2007 um 16:03 Uhr
[…] Ich habe auf einer Testdatenbank (wahlweise auch lokal) Wordpress 2.1 installiert, mein Theme und alle von mir verwendeten Plugins rüberkopiert. So kann man direkt einmal testen, ob alle Plugins und das gewünschte Theme mit dem neuen Wordpress 2.1 kompatibel sind. Bei mir hat soweit alles geklappt. Treten Probleme auf, muss man schauen ob es an einem einzelnen Plugin oder an dem verwendetem Theme selbst liegt. Notfalls muss man auf ein Plugin verzichten und warten bis für dieses ein Update verfügbar ist. […]
12. Februar 2007 um 18:23 Uhr
[…] Mediengestalter-Blog.de Wordpress lokal und auf dem Webserver installieren […]
26. März 2007 um 16:19 Uhr
Danke :)
12. April 2007 um 17:44 Uhr
[…] Am 23. April 2007 wird Version 2.2 der Blog-Software Wordpress erhältlich sein. Im Gegensatz zu den letzten Updates wird es einige große Veränderungen geben. So wird der Gebrauch von Tags ohne zusätzliche Plugins möglich sein, es wird einen verbesserten integrierten PHPMailer geben, verbesserte Atom Unterstützung, z.B. bei Kommentar-Feeds und natürlich werden noch einige Bugs entfernt werden. Bei einem so umfangreichen Update empfehle ich, dies zuerst auf einer Testumgebung, lokal oder auf einem Webserver, zu testen. Wie man Wordpress lokal installiert kann man in zahlreichen Blogs nachlesen (z.B. hier), sollte aber auch sonst für niemanden Schwierigkeiten bereiten. Wenn doch, stehe ich gerne für Fragen zur Verfügung. Den aktuellen Status der Wordpressentwicklungen kann man immer hier beobachten. […]
16. Mai 2007 um 15:38 Uhr
Hi,
folgendes problem. Lt. diesemTutorial (das übrigends das beste Wordpress Tut bis jetzt war) hat alles geklappt, die beiden „letzten schritte“ haben auch wunderbar funktioniert, nur wenn ich jedesmal über browser meinen erstellten Blog im Web ansehen will kommt erneut die Startseite: „Es sieht so aus, als ob WordPress noch nicht installiert wäre“, wenn man nun auf „weiter“ klickt kommt der hinweis „Du scheinst WordPress bereits installiert zu haben. Falls du es erneut installieren willst, lösch bitte vorher die Tabellen in der Datenbank.“ komisch, oder?
was mir aufgefallen ist, die .htaccess datei aus dem tutorial war bei mir nicht vorhanden. wo ist da was schiefgelaufen? bitte hilfe.
17. Mai 2007 um 14:42 Uhr
[…] Wordpress in einem lokalen Netzwerk zu betreiben ist an sich ja kein Problem. Schnell mal Matthias Tutorial durchgehen und schon läuft Wordpress lokal. Kein Problem. […]
17. Mai 2007 um 18:56 Uhr
[…] Wordpress in einem lokalen Netzwerk zu betreiben ist an sich ja kein Problem. Schnell mal Matthias Tutorial durchgehen und schon läuft Wordpress lokal. Kein Problem. […]
25. August 2007 um 10:15 Uhr
[…] weitere ausführliche Anleitung für XAMPP und WordPress findet man in dem Beitrag Wordpress lokal und auf dem Webserver installieren. Diese Anleitung beschreibt zusätzlich noch kurz wie man zusätzlich die lokal getesteten […]
6. Oktober 2007 um 20:41 Uhr
[…] fing ich an, Fragen zu stellen und mich im Internet schlau zu machen. Mit Hilfe einer genialen Anleitung, die sogar ich verstand, schaffte ich es tatsächlich, mir einen Apache Server samt Datenbank […]
9. November 2007 um 17:09 Uhr
Danke für die tolle Anleitung. Die war extrem hilfreich, funktioniert alles bestens.
12. Januar 2008 um 00:47 Uhr
Ehre wem Ehre gebührt. Gut geschrieben, bestens erklärt, konnte man eigentlich nichts falsch machen!
17. Oktober 2008 um 23:53 Uhr
Herzlichen Dank für diese nützliche und sehr gut geschriebene Anleitung!