Redakteur

Julia Bramer

Julia Bramer

Julia ist gelernte Mediengestalterin, Fachrichtung Design. Zur Zeit ist sie Arbeitssuchend und versucht einen Studienplatz für Kommunikationsdesign zu ergattern. Privat ist der Computer weiterhin tägliches Arbeitsinstrument für Illustrationen. Außerdem sind Utensilien, wie Bleichstift, Acryl und Aquarell ebenfalls täglich im Gebrauch.

Mitgliedschaften

? Mediengestalter-Forum

? Precore.net ? Designstudenten-Forum

? Neon Mag

Infos & Kontakt

Alle Beiträge

E-Mail senden

Website besuchen

ICQ

Nach einer Ausbildung als Mediengestalter entscheiden sich viele für ein Studium. Doch wie das so ist, es wird einem nicht einfach gemacht.
Mappenlotto ist das Zauberwort!
Und wer es einmal versucht hat, der weiß, wovon ich rede. Jede FH möchte eine Mappe haben, mindestens. Wenngleich nicht auch noch eine Hausaufgabe, die bewältigt werden soll. Oder aber in der Mappe ein spezielles Thema.
copicstifte Und so überlegt man als williger Studienbewerber, was muss in die besagte Mappe bloß rein? Infos kriegt man nur selten welche, von guten ganz zu schweigen. Da gibt es nur die Anzahl der Arbeiten, die mindestens und auch maximal drin sein dürfen. Meistens auch noch ein maximales Format, welches nicht überschritten werden darf. Natürlich, so heißt es, sind das alles nur Richtlinien. Nicht weiter schlimm, ist man drüber oder drunter. Der Standardsatz bei der Frage nach dem Inhalt ist meist: ?Das lässt sich nicht genau sagen, am Ende kommt es auf den Prüfer an!?
Weiterhelfen tut das nicht. Und so überlegt man hin und her, was kann rein, was nicht. Ist es wichtig viele verschiedene Techniken zu zeigen, oder lieber nur das, was man gut kann?! Gibt es Dinge, die die Professoren gar nicht sehen wollen und welche, die sie unbedingt sehen möchten?!
Es gibt keinen Leitfaden dazu. Es gibt kein richtig und kein falsch.
Es ist fast wie mit Lottospielen, man muss einfach Glück haben.

Die meisten versuchen die erste Mappe im Alleingang zu bewältigen. Ob das gut oder schlecht ist sei dahin gestellt, schließlich gibt es Bewerber, die das so schaffen. Die meisten jedoch scheitern am ersten Versuch.
Und so führt der Weg zu einem der unzähligen Mappenvorbereitungskursen.
Da gibt es die VHS, die solche Kurse anbietet, spezielle Mappenschulen, Studenten und manchmal auch die FH selber. Die meisten, wenn nicht sogar alle, kosten natürlich Geld. Aber es sei gesagt, dass es meisten Geld ist, das sich lohnt zu investieren.
Jedoch sollte einem vorneweg klar sein: man lernt doch nicht das Zeichnen selbst. Ohne Grundkenntnisse und vor allem Spaß am zeichnen braucht man solche Kurse nicht zu besuchen. Aber was heißt ?zeichnen können?? Als erstes bedeutet das, zu wissen wie man einen Stift hält. Alles weitere, wie Schraffierungen, Perspektive, Licht und Schatten sind Dinge, die von Nutzen sind, aber nicht unbedingt Pflicht.
Die meisten Kurse haben ein Standardprogramm, das heißt in jedem Kurs werden die gleichen Inhalte vermittelt. Was aber nicht weiter schlecht sein muss. Oft werden am Anfang Objekte abgezeichnet, hier kann man die guten von den weniger guten Kursen unterscheiden. Wichtig ist, dass die Teilnehmer nicht alle das gleiche Objekt zeichnen sondern unterschiedliche. Man stelle sich vor, dreiviertel eines Kurses bewerben sich an der gleichen FH und haben alle die gleichen Zeichnungen in der Mappe ? mehr muss man schon nicht sagen.

aquarellkasten Ich persönlich habe im Herbst nach einer gescheiterten Mappenabgabe auch einen solchen Kurs besucht. An der FH Münster selber. Dort wurden Objekte gezeichnet, aquarelliert, Prüfungen simuliert, Hausaufgaben gestellt und natürlich andere und die eigene Mappe begutachtet.
In einem Mappenkurs sollten immer bestandene Mappen begutachtet werden können. Sieht man einmal, welche Mappen angenommen wurden, ist man etwas erleichtert. Denn so sieht man, dass der Mythos Mappe nicht völlig unerreichbar ist, sondern manchmal eben auch die Idee dahinter überzeugt und nicht die perfekte zeichnerische Umsetzung.

bleistift inkl. spitzer Letzten Endes muss jeder selbst wissen, ob ein Mappenvorbereitungskurs für einen persönlich sinnvoll ist. Hilfreich sind sie in jedem Falle, schon allein, weil man auf vieles aufmerksam gemacht wird, auf das man von alleine nicht kommen würde. Wer würde von sich aus auch auf die Idee kommen, sich zu Hause hinzusetzen und systematisch einen Nussknacker abzuzeichnen? Man selber wohl kaum. Eine Erfolgsgarantie gibt aber kein Kurs. Selbst die nicht, die an der Wunsch-FH selber besucht werden. Am Ende ist es vielleicht doch nur Glück, das entscheidet, ob man weiterkommt oder nicht.

Fotos: www.photocase.com

1 Kommentar zu “ Mappenvorbereitungskurse – sinnvoll oder nicht?! ”

  1. A.Netkal

    Hallo!
    Ich habe mit großem Interesse das Material über die Mappen gelesen und kann die Situation aus meiner Sicht so beurteilen: der angehende Student, der Grafik-Design studieren will, hat nie in der normalen Schule oder Gymnasium richtig malen gelernt. Mit seinen 18-19 Jahren konnte er kaum richtig realistisch Gegenstände, Landschaft, Autos, menschliche Figur und Portrait, Pflanzen, Faltenwurf etc. malen gelernt. In der VHS siehst du nie die Schüler der oberen Klassen. Und meist muß die Mappe in kurzer Zeit gemacht werden. Die konsultierenden Professoren an den FH geben keine ausschöpfende Antwort über die Kriterien , nach denen die Mappen beurteilt werden. Deshalb muß man nicht den milden Ausdruck „Lotterie“ verwenden, sondern alles bei dem richtigen Namen nennen: Wiilkür der hochbezahlten Professoren.Es wird gesagt, daß es vorrangig ist, die Fantasie in den Mappen zu entdecken. Aber wann wird der Student die normalen Grundlagen der Zeichnung und Malerei erlernen`? Während des Studiumprozesses werden die Themen behandelt (z.B. Glück im Unglück, Wirrwar etc), die eigentlich der erfahrene Designer , der gut zeichnen kann, imstande ist, erfolgreich zu behandeln. Die Studenten greifen nur zu den Mitteln, die sie beherrschen (Fotos, Kollagen..) und haben kaum einen fachgerechten Unterricht in den Maltechniken, der von dem Geld der Steuerzahler (der Eltern der Studenten) hochbezahlte Professor hat verdammt wenig Zeit für die Studenten. Fazit: die Professoren an den FH müssen sich einigen, welche Kriterien der Beurteilung der Mappen relevant und übersichtlich sind. Und das wird ihre Professionalität nur bestätigen.
    MfG

Kommentar schreiben.

XHTML: Folgende Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


WordPress Theme von Jessika Schmitt und Matthias J. Korth