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Valentin Tomaschek

Nach der Mediengestalter-Ausbildung (Fachrichtung Print) hat Valentin Tomaschek knapp drei Jahre in Dublin gelebt. Zuerst als Koordinator bei HP und später bei Novell. Wieder zurück in Deutschland arbeitet er teilweise für ein Landesparlament und teilweise selbstständig im Internet-Bereich.

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Dublin 01Seit dem 16. Oktober lebe ich nun in Dublin, der Hauptstadt von Irland- Und nein, Irland gehört nicht zu England, zumindest nicht ganz. Vor allem würde ich das nie laut in einem irischen Pub sagen, fragen oder auch nur denken- Außer man ist Carl Lewis oder Hulk. Hier ein kurze Schilderung meiner Eindrücke.

Es ist schon ein merkwürdig Gefühl, wenn einem bewusst wird, während man gerade aus dem Flugzeug steigt, dass man nicht gelandet ist um nach drei Wochen Urlaub wieder nach Deutschland zurückzukehren. Ob es in diesem Moment ein negatives oder positives war kann ich noch nicht mal genau sagen. Auf jeden Fall ein sehr Spannendes, auch wenn Irland nun nicht gerade am Rande der Zivilisation liegt.

Dublin 02Die ersten Eindrücke von Dublin und dessen Bewohnern konnte ich schon drei Wochen zuvor sammeln, als ich zum Vorstellungs-
gespräch hier war. Sehr hilfsbereit, offen und freundlich treten sie einem gegenüber, sei es um den Weg vom Flughafen in die Stadt zu erklären, oder auch in der Behörde beim Beantragen der Steuernummer. Selbst auf dem Amt war keine Spur einer Unfreundlichkeit oder Misstrauens einem Ausländer, der ich hier ja nunmal bin, gegenüber.
Über Dublin als Stadt ist zu sagen, dass diese unglaublich aufregend, hipp und vor allem jung ist. Das Durchschnittsalter soll hier bei ca. 25 Jahren liegen, und bei einem Besuch von Managern aus Deutschland haben wir festgestellt, dass die Clubs auch am Montag brechend voll sind. Als Kontrast dazu kann man aber auch seine Ruhe und Entspannung am Meer genießen. Dank des Golfstromes wird es hier bisher noch nicht richtig kalt. So laufen auch jetzt noch Girls im Minirock rum und auch die Palmen am Strand trotzen dem milden Winter der hier herrscht.

Wie schaut es mit dem Arbeitsleben hier aus? Nun ja, anders als in Deutschland auf jeden Fall. Es gibt keine so gute soziale Absicherungen, man muss sich selbst eine Krankenversicherung besorgen und auch einen Kündigungsschutz ist hier nicht wirklich vorhanden. Bei meiner Firma wird eine hohe Leistungs-
bereitschaft, Pünktlichkeit und gutes Auftreten gefordert. Dublin 03Pausen werden nicht bezahlt, man hat neben der 45 Minuten Mittagspause vorher und nachher noch jeweils 15 Minuten Frühstücks- und Kaffeepause. Urlaubstage gibt es im Jahr auch nur 20 und ob man krank wird überlegt man sich zweimal, da Krankeitstage von der Firma nicht bezahlt werden.

Dies ist das Fordern, doch wie sieht es mit dem Geben aus? Auch nicht viel anders! Man bekommt Getränke wie z.B. Kaffee, Tee, Wasser etc. in jedem Stockwerk umsonst und so viel man möchte. Innerhalb des Büros gibt es ein Cafe und ein kostenloses Fitnesscenter, und mit am besten gefällt mir die Kantine. Neben dem leckeren irischen Frühstück, gibt es dort eine Vielzahl von leckeren Mittagsgerichten für einen Preis von max. 2,20 Euro. Es gibt einen eigenen Shuttleservice der einen morgen von der Bahn abholt und nach Feierabend wieder hin bringt. Schön ist auch, dass wenn man sehr früh morgens anfängt, einem ein kostenloses Taxi bestellt wird, so dass man nur noch selbständig aufstehen muss und sich nicht Sorgen machen muss, ob man die erste Bahn verschlafen würde. Dublin 04Meiner Meinung nach ist dieses Geben und Nehmen ein fairer Kompromiss mit dem ich hier gut leben und arbeiten kann. Bisher kannte ich auch Deutschland mehr den Kompromiss: ?Sieh zu, dass du deine Überstunden machst und sei froh, dass du überhaupt einen Job hast?. Nicht die feine englische, äh, irische Art…

Fotos: www.photocase.com

3 Kommentare zu “ Ich, ein Ausländer? Tatsache… ”

  1. Wiebke

    Schöner Text. Aber muss man sich in Deutschland nicht auch selbst um eine Krankenversicherung kümmern? Du wirst ja nicht einfach so in eine hineingesteckt. Es gilt allenfalls bei der gesetzlichen KV eine Versicherungspflicht, dir eine aussuchen und eintreten musst du aber selbst.

    VG, Wiebke

  2. Valentin Tomaschek

    Ja, da hast Du schon Recht, bloss ist die Krankenversicherung hier halt nicht gesetzlich geregelt, wenn Du keine abschliesst musst Du Deine Arzt- und Krankenhausrechnungen komplett selbst zahlen.. Zusätzlich ist es völlig losgelöst von Deinem Arbeitgeber, sprich die KV zieht Dir das vom Konto ab und nicht einen Prozentsatz vom Lohn. Wer hier wenig verdient, kann sich auch nur eine weniger gute KV leisten, fängt ca. bei 35 Euro im Monat an und es gibt eigentlich keine Grenze nach oben.

  3. Leni

    Du süßer Bruder!!! wo sind eigentlich die Fotos geblieben, die ich Dir geschickt hab, mh? Bist Du im Sommer oder im April mal in Deutschland. Ich bin jetzt erstmal weg ab nächste Woche. Komme am 30.3. zurück aus dem Manhattan Afrikas…
    Schöne Zusammenfassung Deiner ersten Monate, Schnucki….hoffe, es gefällt Dir auch weiterhin so gut. Die Iren sind schon ein wirklich sympathisches Volk!

    Liebe Grüße

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